Bonjour! Dag! ¡Bienvenidos! 良い一日! Guten Tag! Seeing AI jetzt in fünf neuen Sprachen verfügbar

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Am 3. Dezember begehen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung 2019. Passend dazu veröffentlicht Microsoft Seeing AI nun neben Englisch in fünf weiteren Sprachen: Deutsch, Französisch, Japanisch, Niederländisch und Spanisch. Damit wird Seeing AI, die auf künstlicher Intelligenz basiert, für Millionen von Menschen mit visuellen Einschränkungen rund um den Globus noch leichter zugänglich.

Seeing AI wurde 2017 veröffentlicht, zunächst nur in Englisch. Menschen in 70 Ländern haben die KI-gestützte App bereits mehr als 20 Millionen Mal eingesetzt, um ihre unmittelbare Umgebung besser zu erfassen und zu verstehen. Bei der Entwicklung wurde sehr auf inklusives Design geachtet und dafür den Rat gemeinnütziger Organisationen aus aller Welt eingeholt. Damit die App so inklusiv und einfach wie möglich ist, wurde sie ausserdem von vielen visuell eingeschränkten Menschen getestet.

Einer dieser Tester ist Manuel Pereira aus Frankreich, der von Geburt blind ist. Er leitet bei der L’Association Valentin Haüy die Abteilung für digitale Barrierefreiheit. Die Vereinigung unterstützt Menschen mit Sehbehinderungen zum Beispiel bei der Arbeitssuche. Und obwohl es in Frankreich viele Bestimmungen über die Barrierefreiheit etwa in öffentlichen Gebäuden gibt, existieren nur wenige mobile Anwendungen, die diese Barrierefreiheit unterstützen. Dies ist nur ein weiterer Grund dafür, dass sich Manuel Pereira über die französische Version von Seeing AI so freut.

Für ihn ist die App auch sein persönlicher Werkzeugkoffer. „Seeing AI bietet mir viele hilfreiche Funktionen: Die App kann kurze Texte vorlesen, Dokumente scannen oder die Beleuchtung um mich herum erkennen. Mich beeindruckt Seeing AI vor allem wegen der vielen Tools, die uns im Alltag mehr Selbstständigkeit verschaffen“, sagt er. „Wenn ich zum Beispiel einen Brief bekomme, hilft mir die App schnell und einfach dabei, den Absender zu erkennen. So kann ich mir einen wichtigen Brief sofort vorlesen lassen und weniger wichtige später.“

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Der 50-jährige Cristian Sainz hat sein Augenlicht im Alter von 18 Jahren nach einem Autounfall verloren. Heute leitet der Spanier die Abteilung für digitale Arbeitsplätze bei der spanischen Blindenorganisation ONCE. Er freut sich auch als leidenschaftlicher Koch darüber, dass Seeing AI nun in seiner Muttersprache verfügbar ist. So hilft die App dem früheren Restaurantbesitzer etwa dabei, Kochzutaten exakt abzuwiegen. Er hat zwar eine Waage, die das Gewicht vorliest, aber die kleinste Messeinheit, die das Gerät laut vermeldet, beträgt 5 Gramm. „Für manche Rezepte ist das aber zu grob, da muss das Gewicht aufs Gramm genau sein“, sagt Cristian. „Mit Seeing AI ist das kein Problem: Ich halte mein Smartphone mit dem Text-Kanal der App vor das Display der Waage, und Seeing AI liest mir das Gewicht aufs Gramm genau vor.“

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr wurde Seeing AI um eine Funktion erweitert, die sich viele Benutzer gewünscht haben: die Möglichkeit, sich den Inhalt von Fotos beschreiben zu lassen – von Familienbildern ebenso wie von Fotos aus Social-Media-Kanälen. „Mit dieser Funktion kann ich leicht herausfinden, welche Informationen sich in Bildern verbergen“, sagt Cristian. „Ich wische mit dem Finger über das Display, und die App beschreibt mir, welche Objekte sich darauf befinden.“

Dem stimmt Florian Beijers aus den Niederlanden zu. In der Vergangenheit hatten Fotos kaum Bedeutung für den 27-Jährigen, der blind auf die Welt kam. „Jetzt kann ich quasi ,sehen‘, was sich auf einem Bild befindet und in welcher Beziehung die Objekte zueinander stehen“, erläutert er. „Der Computerfreak in mir freut sich über diese Informationen.“

Seine Leidenschaft für Computer führte ihn zum Beruf des Web Developers und damit zu einer Tätigkeit, die Menschen ohne Sehvermögen nicht oft zugetraut wird. Den meisten sei durchaus bewusst, dass blinde Menschen nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen und nichts tun, sagt Florian. „Aber ich begegne nach wie vor vielen, die erstaunt darüber sind, dass Menschen, die blind sind, tatsächlich am Computer arbeiten können.“

Er ist überzeugt, dass Seeing AI in seiner Landessprache nun auch den Alltag in einem Land verbessern wird, das bei Barrierefreiheit noch großen Nachholbedarf habe. So sind zum Beispiel in Restaurants die Speisekarten nur selten barrierefrei. „Oft fehlt eine Online-Version, die man sich auf dem Smartphone vorlesen lassen kann.“ Da ist für Florian besonders der Dokumenten-Kanal von Seeing AI „extrem hilfreich“. Der Kanal bietet Audiounterstützung zur Erfassung gedruckter Texte und erkennt Geschriebenes samt ursprünglicher Formatierung.

Die App mit Unterstützung für deutsche, englische, französische, japanische, niederländische und spanische Sprache ist zum kostenlosen Download im Apple App Store verfügbar. Mehr Informationen über die App findet ihr hier.

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