Madlaina Bernegger: «Auch wenn man keine technische Ausbildung genossen hat, ist das kein Hindernis, um in der ICT-Branche Fuss zu fassen.»

 |   Microsoft Schweiz

Microsoft Schweiz beschäftigt viele interessante und erfolgreiche Frauen. Dieser Beitrag ist Teil einer Interviewreihe mit Frauen, die bei Microsoft Schweiz arbeiten und uns inspirieren.Portrait Madlaina Bernegger

Madlaina Bernegger ist als Partner Development Managerin bei Microsoft Schweiz dafür zuständig, mit Unternehmen, die geeignete IT-Plattform zu finden. Sie arbeitet dabei mit acht Microsoft Partnern zusammen und begleitet diese durch das gesamte Geschäftsjahr. Gemeinsam versuchen sie intelligente Lösungen für den Schweizer Markt zu finden und schliesslich zu implementieren. Ihr Fokus liegt dabei auf IT-Unternehmen. Madlaina hat ursprünglich Wirtschafts- und Organisationspsychologie studiert und ihre Karriere im Personalwesen bei Swiss Life gestartet. Später war sie für die Einführung eines E-Learning Tools zuständig, wodurch sie ihr Interesse für die Technologie wiederentdeckte. Mittlerweile ist Madlaina seit vier Jahren bei Microsoft Schweiz tätig. Sie lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Zürich.

Besonders in der ICT Branche sind Frauen in der Unterzahl. Die Ursache hierfür liegt oft schon in der Kindheit, wo es in technischen Berufen für Mädchen nur wenige weibliche Rollenvorbilder gibt. Wie hast du das selbst als Kind erlebt?

Als erstes kommt mir da tatsächlich kein weibliches Rollenvorbild, sondern mein Vater in den Sinn. Er hatte eine grosse Vorbildfunktion für mich in meiner Kindheit und hat mir immer das Gefühl gegeben, dass es zwischen mir und meinem Bruder keinen Unterschied gibt und uns die gleichen Möglichkeiten offen stehen. Er arbeitete als Ingenieur, wodurch mein Bruder und ich schon früh mit Computern und Technologie in Berührung gekommen sind. Als Jugendliche hat mich Marie Curie, die auch immer wieder in der Schule thematisiert wurde, sehr interessiert. Auch später in der Berufswelt habe ich viele inspirierende Frauen mit interessanten Positionen kennengelernt, die für mich Vorbilder waren.

Du hast dich dazu entschieden, auch als Mutter berufstätig zu bleiben. Wie bewertest du die Unterstützung, die Frauen momentan erhalten, um Familie und Karriere unter einen Hut zu kriegen?

Ich hatte die Möglichkeit mein Arbeitspensum nach der Geburt meiner Tochter auf 50% zu reduzieren. Glücklicherweise können mein Mann und ich beide sehr flexibel arbeiten, was im Alltag hilfreich sein kann. Falls es nötig ist, können wir auch einmal von zuhause aus arbeiten. Momentan erhalten Frauen in der Schweiz aber definitiv noch zu wenig Unterstützung, um neben den Kindern auch beruflich erfolgreich zu sein. Die Zahlen zur Gleichstellung zeigen, dass wir noch lange nicht dort sind, wo wir sein sollten und auch im Vergleich zu anderen Ländern schneidet die Schweiz eher schlecht ab. Trotzdem beobachte ich eine Entwicklung zum Positiven. Diese Entwicklung muss sowohl von Männern wie auch Frauen angetrieben werden. In meinem Team empfinde ich jegliche Diversität, sei es das Geschlecht, das Alter oder die Erfahrung, als Bereicherung. Ich denke jeder kann davon profitieren, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet, die anders geprägt sind und dadurch auch andere Ideen und Perspektiven einbringen können.

Welchen Rat gibst du Frauen, die in der ICT Karriere machen wollen?

Ein gutes Netzwerk ist extrem wichtig und wertvoll. Es gibt viele Frauen und Männer in der Berufswelt, die einem gerne unterstützen. Man sollte nicht davor zurückscheuen auf Leute zuzugehen und Fragen zu stellen. Auch bei Microsoft pflegen wir eine Kultur, bei der alle gerne helfen und die Leute dabei unterstützen, erfolgreich zu sein und ich glaube, dass gilt auch für sehr viele andere Firmen. Viele Firmen bieten beispielsweise auch Online Trainings an. Auch sonst kann man online über diverse Plattformen auf viele Ressourcen zugreifen, um tiefer in technische Themen einzutauchen. Auch wenn man keine technische Ausbildung genossen hat, ist das kein Hindernis, um in der ICT-Branche Fuss zu fassen. Im Gegenteil, ich selbst habe Psychologie studiert und merke, wie mir dieses Wissen auch in dieser Branche oft weiterhilft.

Was fasziniert dich an Technologie?

Mich faszinieren die Möglichkeiten, die aus der Technologie entstehen und die Veränderungen, die man damit bewirken kann. Oft kann man sich die Veränderungen, bevor die Technik entwickelt ist, gar nicht vorstellen. Hätte Henri Ford die Leute damals danach gefragt, welche Entwicklung sie sich im Transport wünschen, wäre die Antwort «schnellere Pferde» gewesen. Schlussendlich ist aber das Auto entstanden, etwas was davor unvorstellbar war. Das gleiche gilt für das Smartphone oder auch für Microsoft Teams.

 

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