Zum Mond und zurück: Wie Microsoft HoloLens 2 beim Bau der NASA-Raumkapsel Orion hilft

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Die NASA-Raumkapsel Orion soll bis spätestens 2025 an der Spitze einer Rakete Astronauten sicher zum Mond und wieder zurück bringen. Auch soll sie für die erste Marserkundung mit Menschen eingesetzt werden. Für die Montage der Kapsel nutzen die Ingenieure des Technologiekonzerns Lockheed Martin auch Microsoft HoloLens 2.

Zur Konstruktion eines Raumfahrzeugs gehören viele Millionen Arbeitsgänge, die mit einer minimalen Fehlertoleranz erledigt werden müssen. Mit der Unterstützung von Microsoft HoloLens 2 konnten die Ingenieurinnen und Ingenieure beim US-Technologieunternehmen Lockheed Martin diese Aufgaben freihändig und per Sprachsteuerung durchführen. Auch die Anleitungen für die einzelnen Arbeitsschritte basieren im Arbeitsalltag der Ingenieure auf Sprache. Zudem bekommen sie Hologramme der fertigen Ausstattung virtuell auf die vier Sitze in der Orion-Raumkapsel projiziert, die sie dort passgenau montieren. Lockheed Martin konstruiert die Kapsel im Rahmen des Artemis II-Programms der NASA, das bis 2025 die erneute Landung auf dem Mond und später auch auf dem Mars vorsieht.

Zu den Aufgaben der Technikerinnen und Techniker gehört unter anderem auch die Markierung der Befestigungsstellen für hunderte Nieten und Schrauben an der Außenverkleidung der Orion. Solche und andere repetitive Tätigkeiten, für die präzise Messungen erforderlich sind, haben die Ingenieure dank holographischer Unterstützung um rund 90 Prozent schneller erledigen können. Zudem sind durch die präzise 3D-Vorschau der fertigen Bauteile in den Mixed-Reality-Headsets Montagefehler so gut wie ausgeschlossen. Das ist der Grund, warum die Lockheed-Martin-Ingenieure bei allen Arbeiten mit der Microsoft HoloLens 2 eine Fehler- und Nachbesserungsquote von Null erreichten.

Microsoft HoloLens 2 sorgt für mehr Nachhaltigkeit und erhebliche Zeitersparnis

Auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten konnte die Microsoft HoloLens 2 im Einsatz punkten: Die Ingenieure hätten bei ihren Arbeiten an der Kapsel weder auf Computerbildschirme noch auf Papierzeichnungen zurückgreifen müssen, erinnert sich Shelley Peterson, die bei Lockheed Martin für den Einsatz von Augmented- und Mixed Reality verantwortlich ist. Über die Microsoft HoloLens 2 haben die Techniker des Unternehmens nämlich alle notwendigen Dokumentationen buchstäblich vor Augen. Zudem konnte Lockheed Martin auch die Zahl der Meetings, für die Projektteams in der Vergangenheit oft mit dem Flugzeug anreisen mussten, mit der Nutzung von Microsoft HoloLens 2 drastisch reduzieren.

Lektüre aus Licht statt aus 15-Kilo-Papier

Schliesslich erzielte das Unternehmen erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen auch deswegen, weil die Ingenieure ihre Aufgaben nicht mehr unterbrechen mussten, um Handbücher zu wälzen oder Eingaben auf einem Computerbildschirm zu tätigen. Wie sehr die Digitalisierung geholfen hat, verdeutlicht ein Blick auf die Papierdokumentationen für die Montage der Orion-Kapsel: Allein das Handbuch für den Zusammenbau des für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überlebenswichtigen Hitzeschilds bringt fast 15 Kilo auf die Waage.

Aber der Vorteil der digitalen Anleitungen liegt nicht nur in ihrem fehlenden Gewicht. Auch zeitlich bietet die Microsoft HoloLens 2 deutliche Vorteile: Früher verbrachten die Techniker gut die Hälfte ihrer Zeit damit, Anleitungen und Zeichnungen durchzuschauen, einzelne Schritte zu überprüfen und Daten in den Computer einzugeben. Durch die Projektion aller Daten auf das Headset liess sich diese Zeit um rund 90 Prozent reduzieren, wie Colin Sipe sagt, einer der Projektleiter des Orion-Programms bei Lockheed Martin.

Ignite 2020: Neuheiten zur Microsoft HoloLens 2

Auf der heute gestarteten Konferenz Ignite 2020 kündigte Microsoft neue Mixed-Reality-Dienste für Microsoft HoloLens 2 an und gab spannende Einblicke in weitere Anwenderszenarien: Die Azure Object Anchors ermöglichen es Entwickler ab sofort, Objekte in der physischen Welt automatisch zu erkennen, auszurichten und über die Microsoft HoloLens 2 digital zu verfolgen.

Bei Montage- oder Reparaturarbeiten unterstützt Microsoft Dynamics 365 Remote Assist. Auf diese Weise können Techniker an unterschiedlichen physischen Standorten in einer gemeinsamen Mixed-Reality-Umgebung arbeiten. Mercedes-Benz USA etwa nutzt diesen Dienst mit der Microsoft HoloLens 2, um Techniker in allen 383 autorisierten Werkstätten bei der Reparatur oder dem Austausch einzelner Teile live unterstützen zu können.

Die Microsoft HoloLens 2 ist ab sofort auch in der Schweiz verfügbar.

Mehr Informationen zum Projekt und weiteres Bildmaterial finden sie im Blogpost „To the moon and beyond: How HoloLens 2 is helping build NASA’s Orion spacecraft“ von Jennifer Langston, Microsoft.

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