KI gestalten mit: Linda Egert

Papierbogen zeigt Linda Egert, Product Marketing Manager Data bei Microsoft Deutschland

In unserer Reihe „KI gestalten mit“ stellen wir Personen hinter der Technologie und ihre Visionen und Projekte rund um künstliche Intelligenz vor.

Linda Egert ist Product Marketing Manager Data bei Microsoft Deutschland. Als Verantwortliche für die „Datenplatform Services“ arbeitet sie mit Unternehmen und Partnern daran, wie neue Technologien in konkreten Projekten zum Einsatz kommen und umgesetzt werden können.

Besonders Spaß macht Linda dabei, dass sie tagtäglich mit unterschiedlichen Bereichen bei Microsoft zu tun hat. Weil sie als Schnittstelle zwischen der Microsoft Corporation und der deutschen Niederlassung fungiert, heißt das auch, dass sie mit vielen internationalen Kolleg*innen zusammenarbeitet.

Wie bist du das erste Mal mit KI in Berührung gekommen?

Linda: „Während meines MBA-Studiums habe ich bei einer Microsoft OpenHack Week teilgenommen. Das ist ein Event, bei dem Entwickler*innen-Teams gemeinsam mit Branchenexpert*innen an realen Herausforderung arbeiten und Lösungen entwickeln.

In meinem Team experimentierten wir damals an einem Bot, über den man herausbekommen sollte, wie der Projektplan bei der Entwicklung von System-Funktionen aussieht. Also beispielsweise, wann Teile des Systems bereit für die Private oder Public Preview sind. Hauptbestandteile waren ein Crawler, der interne Quellen durchsucht und ‚LUIS‘, ein sich selbst verbesserndes Sprachsystem.“

Der Einsatz von KI ist mit großen Erwartungen, aber auch einigen Unsicherheiten verbunden. Woran liegt das und was sind aus deiner Sicht die Chancen?

Linda: „In vielen Fällen assoziieren wir mit KI etwas, das wir in Filmen sehen, meist menschenähnliche Roboter. Dadurch wirkt KI wie etwas Fiktionales, obwohl es bereits etwas völlig Alltägliches ist. Und auch mit Blick auf KI scheint zu gelten – Unwissen führt oft zu Unsicherheit.

In der Realität ist KI ein sehr breites Feld: Von Suchmaschinen über autonom fahrende Fahrzeuge bis hin zu Lösungen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können – die Welt aber bahnbrechend verändern könnten. Und interessanterweise nutzen wir KI bereits tagein tagaus. Oft merken wir es nur gar nicht, weil Dinge „einfach funktionieren“. Etwa beim Supermarkt-Einkauf: Künstliche Intelligenz könnte der Grund sein, warum immer frisch gebackene Brezn im Verkaufsregal liegen. Weil wir das im Alltag nicht wahrnehmen, erscheint meiner Meinung nach KI vielen Menschen immer noch wie eine Zukunftsvorstellung und ist für einige schwer zu greifen.

Linda Egert vor dem Laptop

Fest steht aber: Wir haben die Chance, die Technologie so zu nutzen, dass sie der Menschheit im Allgemeinen und einzelnen Personen im Speziellen nützt. KI kann zum Beispiel dabei helfen, humanitäre Probleme zu lösen und eine nachhaltigere und inklusivere Welt für alle zu schaffen.“

Welches Narrativ würdest du dir mit Blick auf KI für die Zukunft (in Deutschland) wünschen?

Linda: „Mein Wunsch ist, dass KI als die befähigende und unterstützende Technologie wahrgenommen wird, die sie ist. Also ein positives Bild für die Zukunft, in der künstliche Intelligenz zum Nutzen aller und unter Einhaltung ethischer Prinzipien eingesetzt wird.“

Welchen Beitrag kann jede und jeder von uns aus deiner Sicht für die Weiterentwicklung von KI leisten?

Linda: „Jede*r von uns trägt Verantwortung und dem sollten wir uns auch bewusst sein. Wer KI gestaltet, herstellt oder entwickelt, sollte darauf achten, dass die KI-Technologien so fair und inklusiv wie möglich sind und keine Vorurteile reproduzieren. Nur so können die Chancen von KI von allen Menschen ausgeschöpft werden. Deshalb sollten die Teams, die KI entwickeln, auch so divers wie möglich sein.

Von politischer Seite liegt die Verantwortung unter anderem darin, Fortschritt zu fördern sowie dafür sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen. Und bei all dem den gesellschaftlichen Nutzen im Hinterkopf haben, schließlich sollen KI-Lösungen uns Menschen dienen.

Mein Wunsch ist, dass alle schon in der Schule lernen, wie man verantwortungsvoll mit dem Internet und digitalen Technologien umgeht. Denn letztlich liegt die Verantwortung in erster Linie bei uns selbst: Wir müssen uns darüber informieren, was wir nutzen und auch im Klaren darüber sein, was für Auswirkungen das haben kann.“

Du sollst eine Person in drei Sätzen vom Nutzen von KI zu überzeugen: Wie sähe dein Elevator Pitch aus?

Linda: „Mir ist wichtig, dass jede*r sich im Rahmen der eigenen Fähigkeiten und des jeweiligen Wissens selbst mit der Technologie auseinandersetzen kann – sei es in technischen Grundlagen-Kursen oder wirtschaftlichen Lehrgängen.

Um KI mitzugestalten, muss man nämlich nicht zwingend Expert*in sein. Ganz im Gegenteil. Jede*r kann mitgestalten: Etwa, indem wir Fragen stellen, durch unsere Nutzung oder Nicht-Nutzung von bestimmten Diensten, oder durch eine aktive gesellschaftliche Teilhabe.“

Bonus-Frage: Hast du Vorbilder, die dich zum Thema KI inspirieren und von denen du gerne lernst?

Linda: Auch nach seinem Tod finde ich Stephen Hawkings Gedanken zu KI inspirierend und zeitgleich aufrüttelnd. Ich teile seine Meinung, dass KI entweder großartig oder zerstörerisch für die Menschheit werden kann. Deshalb ist es so wichtig, dass wir KI verantwortungsvoll entwickeln, damit sie Menschen unterstützt und für alle verfügbar ist.

Hinter KI steht für mich eine ganze, diverse Community. Das Thema ist einfach so breit, da gibt es nicht den einen Kopf, der maßgeblich ist. Was auch gut so ist! Mich inspirieren ganz viele unterschiedliche Kolleg*innen und Menschen, die sich täglich damit beschäftigen und das Thema mitentwickeln – von der Technologie selbst, über die Anwendungsszenarien, bis zur Rechtsprechung und auch diejenigen, die sich am gesellschaftlichen Diskurs darüber beteiligen.“

KI gemeinsam gestalten

Drei Personen auf dem Fahrrad

Für uns steht fest: Wir müssen KI gemeinsam gestalten. Nur dann können wir sicherstellen, dass möglichst alle Menschen von den Chancen profitieren, die damit einhergehen. Dazu gehört ein offener Dialog, den wir im Rahmen unseres Formats #KiTweetUp bei Twitter führen.

Dort tauschen wir uns regelmäßig zu Fragen und Ideen rund um künstliche Intelligenz aus. Wer nichts verpassen möchte, folgt @MicrosoftDE und hält #KiTweetUp im Blick. Wir freuen uns!

Weitere Ressourcen:

 


Ein Beitrag von Pina Meisel
Communications Manager AI & Innovation

Pina Meisel als Portrait-Bild

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