KI-Gestalter*innen: Mit contexxt.ai das große Ganze im Blick behalten

Contexxt.ai Microsoft Teams Meeting

Das große Ganze im Blick behalten und auf dieser Basis bei der Arbeit die bestmöglichen Entscheidungen treffen, das wäre doch was. Genau das möchte contexxt.ai ermöglichen: „Uns geht es darum, alle verfügbaren Information zu berücksichtigen und auf datenbasierte Erkenntnisse, statt auf Meinungen oder Annahmen zu setzen“, sagt Torsten Katthöfer. Er ist Geschäftsführer und Head of AI der contexxt.ai. „Es gilt, in Entscheidungen den gesamten Kontext einfließen zu lassen. Daher auch der Name.“

contexxt.ai gibt es seit Ende 2018, gegründet mit dem Anspruch, die Disziplinen Change und Adoption mit Data Analytics zu „verheiraten“. Das Team besteht aktuell aus 18 Menschen, die quer über Deutschland verteilt arbeiten. Und sich, wie sie selbst sagen, „durch Herzlichkeit, Intelligenz und einem klaren Verständnis dafür auszeichnen, Dinge zu tun und zu bewegen, die sinnvoll für unsere Kunden, deren Mitarbeiter*innen und für uns sind.“

Begeisterung für künstliche Intelligenz

„Wir sind begeistert von den Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz (KI) und setzen darauf, diese Technologien langfristig dafür zu nutzen, Menschen auf zunehmend emphatische Art und Weise zu unterstützen“, sagt Torsten Katthöfer. Dafür haben sie „Bot-Mentorin“ EMMA entwickelt. Die Anwendung soll Menschen dabei unterstützen, die Veränderungen und Herausforderungen der Digitalisierung besser zu meistern.

Ein freundlicher Roboter lächelt

„Hinter der Bot-Oberfläche von EMMA werden aus digitalen Verhaltensmustern sogenannte ‚Adoption Maturity Scores‘ berechnet, also klare Indikatoren der Teams-Reifegrade in den Arbeitsweisen“, erklärt Torsten Katthöfer. EMMA „weiß“ also, wie und welche Funktionalitäten benutzt werden und welche noch nicht häufig eingesetzt werden. Zum Beispiel, weil der Nutzen noch nicht klar ist.

Den Nutzen von Technologien für die Menschen in den Vordergrund stellen

„EMMA führt langsam und motivierend dahin, dass neue Arbeitsweisen mit neuen Tools leichter von der Hand gehen.“ Quasi eine persönliche Trainerin, die auf individuelle Lernbedürfnisse eingeht. Vereinfacht gesagt sei EMMA eine „virtuelle Person“ im Chat, so wie jede*r Mitarbeiter*in auch. EMMA lässt sich in Microsoft Teams integrieren und kommuniziert per Chat mit den Nutzenden. „Sie beantwortet Fragen, motiviert weiterzumachen und dranzubleiben.“ Ziel sei es, die Motivation und Sinnhaftigkeit zu erhöhen, um die Eigenschaften, die Menschsein ausmachen, mehr in den Vordergrund der Arbeit zu stellen.

Kern von EMMA ist das Wissen über die individuellen Reifegrade. Für die analytische Plattform dahinter hat das Team ein eigenes Produkt entwickelt. Mit „sphere“ ist es möglich, mit einem sehr detaillierten Dashboard (“Adoption Board”) auf Gesamtunternehmensebene, also nicht auf Ebene der einzelnen Mitarbeitenden, den Wandel hin zum digitalen Arbeitsplatz und den Erfolg der Veränderung zu messen. „Dabei wird ausschließlich mit anonymisierten Metadaten gearbeitet“, sagt Torsten Katthöfer. „Nutzende werden von EMMA gefragt, ob sie der Datennutzung zustimmen und können diese jederzeit wiederrufen.“

Für Verbesserungen braucht es Daten

„Wir wollen EMMA für Microsoft Teams kontinuierlich besser machen“, so Torsten Katthöfer. Darunter falle ein umfangreicheres Verständnis für die Fragen, um bessere Dialoge mit den Menschen und EMMAs Lernfähigkeit weiter zu automatisieren: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, neue Lernsituation zu erkennen, also Momente, bei denen ein Tipp, ein Hinweis oder auch nur ein Lob Veränderungen positiv beeinflussen würde.“

Bislang hat sich contexxt.ai primär durch Beratungsmandate finanziert. Das nächste Ziel sei es, die Transformation des Geschäftsmodells hin zu einem Softwareunternehmen zu schaffen. „Klar ist, dass unsere Berater*innen auch in Zukunft aus den Erfahrungen, die wir bei der Entwicklung von EMMA machen, schöpfen können. Also aus dem evidenzbasierten Wissen, wie digitale Transformation tatsächlich (und messbar) gelingen kann“, berichtet Torsten Katthöfer.

Bei der Weiterentwicklung hilft ihnen vor allem eins: „Um EMMA noch besser zu machen, braucht es Daten. Je mehr Unternehmen also unser Produkt ‚sphere‘ mit dem Adoption Board einsetzen, desto besser und genauer werden die relevanten Indikatoren und Modelle“, berichtet Torsten Katthöfer. Hier sieht er auch den individuellen Beitrag, den jede*r für die Weiterentwicklung von KI leisten kann: „KI’s müssen genauso lernen – oder abstrahieren.“ Wer nicht möchte, dass KI’s in Zukunft „Schubladendenken“ beigebracht wird, solle Katthöfers Meinung nach deshalb darüber nachdenken, individuelle Daten „reflektiert den Lernsystemen von KI’s zur Verfügung zu stellen“.

„Um KI-Gestalter*in zu werden, muss man nicht zwingend Nerd sein“

Was die Förderung von Startups in Deutschland angeht, sei noch Luft nach oben: „Es steckt eine unglaubliche Kreativität in vielen Köpfen, doch der Raum, diese in Deutschland zu entwickeln, ist klein.“ Gleichzeitig hat er den Eindruck, das Thema KI sei in vielen Köpfen „etwa gleichbedeutend mit Voodoo“.

„Entscheider*innen in Gremien, die kreative Ideen mit der nötigen Liquidität versorgen könnten, können das Risiko eines Investments oder eines Kredits in Zukunftstechnologien oft nicht einschätzen“, so Torsten Katthöfer. Deshalb plädiert er für Bildungsmaßnahmen und ein klares Bekenntnis zu diesen Technologien seitens der Bundesregierung. Bestehende Technologie-Förderprogramme sollten nach seinem Ermessen KI außerdem eindeutiger im Fokus haben.

Seine Empfehlung an alle, die selbst KI gestalten wollen: „Um KI-Gestalter*in zu werden, muss man nicht zwingend Nerd sein.“ Zu verstehen, wie die Technologie dahinter funktioniert, helfe zwar ungemein. Um kreative Lösungsideen zu entwickeln sei es aber nicht nötig, verschiedene Algorithmen im Detail zu verstehen. „Beschäftigt euch damit, schaut Filme, lest Bücher. Diskutiert eure Ideen in interdisziplinären Gruppen, geht zu Hackathons, baut Prototypen.“ Generell empfiehlt er: „Übt das Denken über den Tellerrand hinaus.“

Die erste Version von EMMA wird vom contexxt.ai-Team seit Mitte Oktober genutzt und ist ab dem 1. Dezember 2020 auch auf dem App Source Marketplace und als App in Microsoft Teams verfügbar. Langfristig soll EMMA auch in weitere Anwendungen integriert werden. Bei Interesse könnt ihr euch hier melden.

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Ein Beitrag von Johanna Ronsdorf

Trainee Business Communications AI & Innovation / Data Applications & Infrastructure

Foto von Johanna Ronsdorf, Trainee Business Communications AI & Innovation / Data Applications & Infrastructure

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