Vom Aktenstapel zur Antwort: RechtGPT beschleunigt die Recherche mit Microsoft Copilot

Jurist*innen, Kanzleien und Rechtsabteilungen stehen heute unter wachsendem Druck: Gesetzeslagen ändern sich laufend, relevante Urteile sind oft schwer auffindbar und die Recherche kostet wertvolle Zeit. Recherche ist aber das Fundament juristischer Arbeit. Sie entscheidet darüber, ob eine Beratung fundiert ist, ob ein Schriftsatz überzeugt oder eine Verhandlung gewonnen wird. Die Realität sieht oft anders aus: Jurist*innen verbringen Stunden damit, Gesetze, Kommentare und Urteile zu durchforsten, Datenbanken zu bedienen und Informationen manuell zu verknüpfen. Kanzleien und Rechtsabteilungen stoßen dabei oftmals an ihre Grenzen.

Mit RechtGPT zeigt das österreichische Unternehmen Prime AI, ein Anbieter von KI-gestützten Softwarelösungen, dass es auch anders geht. Die Plattform beantwortet juristische Fragen in Sekunden. Immer auf Basis geprüfter Quellen, nachvollziehbar belegt und nahtlos integrierbar in die Microsoft-Welt. Das spart Zeit, erhöht die Qualität und schafft eine neue Form der Effizienz im Rechtsalltag.

Mit RechtGPT wollen wir den Jurist*innen einen digitalen Assistenten zur Seite stellen. Wir schaffen keinen KI-Anwalt, sondern ein Werkzeug, das Kanzleien und Rechtsabteilungen entlastet“, erklärt Stefan Fenz, Mitgründer von RechtGPT. „RechtGPT versteht juristische Fragen in natürlicher Sprache, durchsucht Millionen Dokumente und liefert eine klare Antwort mit Quellenangaben. Damit wird Recherche von einer zeitaufwendigen Pflicht zu einem schnellen, korrekten und verlässlichen Prozess.“

Vom Schlagwort zur Antwort

Die Idee für RechtGPT entstand aus einem klaren Befund: Rechtsinformationen sind längst digital verfügbar, doch der Zugang dazu ist unbefriedigend. Klassische Schlagwortsuchen produzieren lange Ergebnislisten, die sorgfältig geprüft werden müssen. Jede Änderung in der Gesetzeslage, jede neue Entscheidung eines Gerichts erweitert die Datenmenge – und macht den Prozess noch aufwendiger.

Das Problem war nie, dass es zu wenige Daten gibt“, erläutert Michael Berg-Müller, Mitgründer von RechtGPT. „Das Problem war, die relevanten Informationen im richtigen Moment zu finden. Und zwar so, dass Jurist*innen sich auf die Korrektheit verlassen können.“

Mit dem Aufkommen generativer KI entstand die Idee, Rechtsrecherche neu zu denken. Statt einer generischen Lösung wie ChatGPT wählte Prime AI einen maßgeschneiderten Ansatz mit Retrieval-Augmented Generation. Bei jeder Anfrage durchsucht das System Millionen von Dokumenten, filtert die relevanten Passagen und formuliert darauf basierend eine präzise Antwort – immer mit Quellverweisen. Aktuell nutzt RechtGPT offizielle Rechtsquellen wie das österreichische RIS, die Findok-Datenbank, EUR-LEX sowie deutsche und schweizerische Bundes- und Landesrechtsportale, die täglich aktualisiert werden. So sind alle Antworten belastbar und transparent nachvollziehbar. Für Jurist*innen bedeutet das: weniger Suchen, mehr Sicherheit, und vor allem mehr Zeit für Mandant*innen und strategische Aufgaben.

Halluzinationen dürfen im Rechtsbereich nicht vorkommen. Deshalb basiert jede Antwort auf geprüften Quellen – und zeigt, woher sie stammt“, erklärt Berg-Müller.

Ein weiterer Vorteil: RechtGPT kann nicht nur vergangene, sondern auch zukünftige Rechtslagen berücksichtigen. Bereits beschlossene, aber noch nicht in Kraft getretene Gesetze werden verarbeitet, sodass sich auch Fragen wie „Welche Regeln gelten ab 2026?“ beantworten lassen. Besonders für Steuerberater*innen eröffnet das völlig neue Möglichkeiten.

Wenn Infrastruktur zum Mehrwert wird

Dass RechtGPT überzeugt, liegt nicht nur am Konzept, sondern auch an der technologischen Basis. Von Beginn an setzt Prime AI auf die Cloud-Infrastruktur von Microsoft – mit zentralen Diensten wie Azure AI Search, Azure Functions und den Sprachmodellen aus der Azure OpenAI-Integration. Sie bilden das stabile Fundament für eine Lösung, die täglich Millionen von Dokumenten zuverlässig verarbeitet.

Die Entscheidung war jedoch nicht nur technischer Natur. Microsoft bietet Datensicherheit in Europa, erfüllt strengste Compliance-Standards und genießt gerade im öffentlichen und juristischen Umfeld ein hohes Maß an Vertrauen. Für Kanzleien und Rechtsabteilungen war das ein entscheidender Faktor. Noch wichtiger ist die Nähe zum Arbeitsalltag der Nutzer*innen: RechtGPT integriert sich direkt in die Microsoft-365-Umgebung. RechtGPT ist direkt in Microsoft Teams verfügbar – und seit September 2025 auch als eigener Copilot-Agent in Microsoft 365. Juristische Fragen lassen sich nun unmittelbar in Word, Outlook oder im Copilot selbst stellen. Damit verschwindet die Grenze zwischen Recherche und Dokumentation endgültig. Die Antworten entstehen genau dort, wo Jurist*innen ohnehin arbeiten.

Mit RechtGPT entsteht kein neues Inselsystem, sondern ein Werkzeug, das Jurist*innen in ihren vertrauten Anwendungen nutzen können“, sagt Tobias Sickinger, Partner Solution Sales DACH Azure bei Microsoft Österreich. „Das macht den Unterschied zwischen Technologie, die ausprobiert wird, und Technologie, die bleibt.“

Blick nach vorn: Rechtsarbeit im Wandel

Seit Sommer 2024 ist RechtGPT am Markt und im Einsatz. Erste Kanzleien, Steuerberater*innen und Unternehmen berichten, dass sich ihre Recherchezeiten von Stunden auf Minuten verkürzt haben. Besonders prägend war die Kooperation mit BMD, dem Marktführer für Steuerberatungssoftware in Österreich. Durch die Integration in deren Systeme erreicht RechtGPT tausende Steuerberater*innen direkt in ihrem Arbeitsumfeld. Auch die nächsten Schritte folgen diesem Prinzip.

Auch Prodinger Leitinger & Partner Steuerberatung zählt zu den frühen Anwendern. „Wir setzen RechtGPT seit Anfang 2025 ein und haben die Lösung nach kurzer Testphase auf unser gesamtes Team ausgeweitet. Die Anwendung hilft uns, den Einsatz von KI gezielt in unsere fachliche Arbeit zu integrieren – die Recherche ist heute deutlich effizienter, ohne an Qualität zu verlieren. RechtGPT hat sich in kurzer Zeit zu einem unverzichtbaren Werkzeug im Kanzleialltag entwickelt“, sagt Manfred Leitinger, Geschäftsführer bei Prodinger Leitinger & Partner Steuerberatung.

Auch die nächsten Schritte folgen diesem Prinzip: Statt abstrakter Roadmaps setzt Prime AI auf konkrete Alltagserleichterungen. Neben der Copilot-Integration sollen weitere Rechtsquellen eingebunden werden. Zudem erhalten Unternehmen die Möglichkeit, eigene Dokumente wie Compliance-Richtlinien oder interne Policies hochzuladen und mit derselben Präzision zu durchsuchen. So wächst RechtGPT Schritt für Schritt zu einem zentralen Werkzeug für die tägliche Rechtsarbeit.