Deutschland auf Platz zwei der Opferliste – direkt nach den USA.
Microsoft hat gemeinsam mit Europol, dem Bundeskriminalamt und Partnern aus der Cybersicherheitsbranche eine koordinierte Maßnahme gegen die Cybercrime-Werkzeuge Amadey und StealC vorgenommen. Die Aktion ging nicht nur die einzelnen Malware-Programme an, sondern auch die Lieferketten über die Angriffe vorbereitet, ausgeführt und zu Geld gemacht werden.
Zwischen dem 15. Mai und dem 25. Juni 2026 lag Deutschland bei den Opfern von Amadey und StealC weltweit auf dem zweiten Platz – hinter den USA. Die beiden Werkzeuge werden häufig kombiniert: Amadey verschafft Angreifern Zugang zu Geräten, StealC stiehlt Passwörter, Cookies, Sitzungstoken und weitere sensible Daten.
Die Maßnahme zeigt, wie modular Cyberkriminalität heute organisiert ist. Infostealer, Loader, Zugangshändler und weitere Dienste greifen ineinander und können kompromittierte Geräte zu einem Risiko für Unternehmen machen – etwa wenn private Geräte berufliche Zugangsdaten oder Sitzungscookies enthalten.
Die wichtigsten Informationen im Überblick:
- Deutschland besonders betroffen: Zwischen dem 15. Mai und dem 25. Juni 2026 lag Deutschland bei den Opfern von Amadey und StealC weltweit auf Platz zwei – nach den USA.
- Microsoft setzt an der Angriffskette an: Die Digital Crimes Unit von Microsoft ging gemeinsam mit Europol, dem Bundeskriminalamt, dänischen und niederländischen Polizeibehörden, und anderen Partnern gegen über 200 Command-and-Control-Domains und IPs vor, die zur Infrastruktur von Amadey und StealC gehörten. Die Tools wurden von zwei unterschiedlichen Cybercrime-Gruppen kontrolliert, nutzten aber gemeinsam die selbe digitale Infrastruktur. Die Malware-Tools werden dann an andere Kriminelle verkauft oder „vermietet.“
- Amadey und StealC ergänzen sich: Amadey dient als Malware-as-a-Service-Loader und kann weitere Schadsoftware ausliefern. StealC sammelt Zugangsdaten, Cookies, Wallet-Daten, E-Mail-Informationen, Screenshots und weitere Daten.
- Infostealer erhöhen Unternehmensrisiken: Ein infiziertes privates Gerät kann Unternehmenszugänge offenlegen, etwa VPN-Zugangsdaten, SSO-Tokens oder Sitzungscookies, mit denen Angreifer Multifaktor-Authentifizierung umgehen können.
- KI unterstützte die Analyse: Microsoft nutzte unter anderem Copilot, um Malware schneller zu analysieren, Konfigurationsdaten zu extrahieren und Zusammenhänge zwischen der Amadey und StealC-Infrastruktur zu erkennen.
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