Batterien sind das Herzstück der Elektromobilität und der Energiewende. Doch bislang endete die Transparenz oft mit dem Einbau in ein Fahrzeug oder eine Anlage. Aber woher stammen die Rohstoffe? Wie nachhaltig ist die Produktion? Und was passiert mit der Batterie am Ende ihres Lebenszyklus? Diese Fragen werden in der Industrie immer drängender – nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus regulatorischen Gründen.
Mit der neuen EU-Batterieverordnung wird Nachverfolgbarkeit von Traktions- beziehungsweise EV-Batterien zur Pflicht: Ab 2027 müssen Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette lückenlos dokumentieren – von der Rohstoffgewinnung über die Nutzung bis hin zum Recycling. Für Batteriehersteller, Original Equipment Manufacturers (OEMs) wie Volkswagen, BMW oder Tesla sowie Zulieferer bedeutet das eine tiefgreifende Veränderung: Daten müssen nicht nur strukturiert erfasst, sondern auch sicher gespeichert und regulatorisch korrekt bereitgestellt werden.
Doch Transparenz allein reicht nicht aus. Wie lassen sich diese Daten gezielt nutzen, um Prozesse effizienter zu gestalten, nachhaltiger zu wirtschaften und neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen?
Vom regulatorischen Muss zur strategischen Chance
Um genau diese Fragen zu beantworten, hat AVL – eines der weltweit führenden Mobilitäts-Technologieunternehmen für Entwicklung, Simulation und Testen in der Automobilindustrie mit über 12.200 Mitarbeitenden – gemeinsam mit Microsoft Österreich eine Lösung entwickelt, die weit über reine Compliance hinausgeht. Seit fast zwei Jahren arbeiten beide Unternehmen daran, die Fahrzeugentwicklung mit cloudbasierten Technologien und KI-gestützten Prozessen zu transformieren. Im Zuge dieser Partnerschaft entstand der AVL Digital Battery Passport – eine Plattform, die nicht nur Daten erfasst, sondern sie gezielt nutzbar macht. Die cloudbasierte Lösung schafft Echtzeit-Transparenz über Batterien und liefert wertvolle Einblicke – von CO₂-Fußabdruck und Materialzusammensetzung bis hin zu Recyclingquoten und ESG-Kriterien. Doch AVL geht noch weiter: Daten werden nicht nur erfasst, sondern intelligent analysiert, um die Lebensdauer von Batterien zu verlängern, nachhaltige Nutzung zu fördern und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
„Der AVL Digital Battery Passport ist mehr als ein Compliance-Tool. Wir ermöglichen unseren Kunden, den gesamten Batterielebenszyklus nachhaltig zu optimieren – von der Produktion bis zum Recycling. Unsere Kombination aus Technologie und Beratung schafft echten Mehrwert,“ so Udo Schulz, Senior Product Manager bei AVL Analytical Technologies.
Für die technische Umsetzung setzte AVL auf Microsoft Azure als skalierbare und sichere Cloud-Plattform. Die exklusive Cloud-Integration sorgt für höchste Datensicherheit, globale Verfügbarkeit und flexible Erweiterung – essenziell für Unternehmen, die weltweit agieren.
„Microsoft Azure bietet die ideale Grundlage für den AVL Digital Battery Passport: Datensicherheit, Compliance und die Möglichkeit, zukünftige KI-Technologien nahtlos zu integrieren“, erklärt Nikolai Rizzo, Manufacturing Lead bei Microsoft Österreich.
Mehr als nur ein digitales Label: Value-Added Services für echten Kundennutzen
Durch die Kombination von technologischer Expertise, Engineering-Know-how und gezielter Beratung hilft AVL seinen Kunden, die erfassten Daten strategisch zu nutzen und daraus wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Ein zentraler Bestandteil ist das ESG-Consulting, mit dem Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien auf eine solide Datenbasis stellen und ihre Umweltbilanz messbar verbessern können. Gleichzeitig trägt die Plattform zur Lebensdauer-Optimierung von Batterien bei, indem sie Nutzungsmuster analysiert und datenbasierte Wartungsstrategien ermöglicht – ein entscheidender Faktor für Effizienz und Ressourcenschonung.
AVL nutzt den AVL Digital Battery Passport zudem aktiv in seinem eigenen Battery Innovation Center, um die Technologie kontinuierlich weiterzuentwickeln. So fungiert AVL nicht nur als Anbieter, sondern auch als Beta-Tester seiner eigenen Lösung. Dieses praxisnahe Testing stellt sicher, dass die Plattform laufend an die realen Anforderungen der Industrie angepasst wird – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen, die nachhaltige Geschäftsmodelle aufbauen und gleichzeitig ihre betriebliche Effizienz steigern wollen.
Die Zukunft: KI, Automatisierung und datengetriebene Innovation
Der AVL Digital Battery Passport ist erst der Anfang. AVL wird die Plattform kontinuierlich weiterentwickeln und um GenAI, KI-Agenten und datenbasierte Automatisierung erweitern. Zukünftig ermöglichen diese Technologien, die Batteriegesundheit in Echtzeit zu überwachen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Recyclingprozesse intelligenter zu steuern.
„Wir denken den digitalen Batteriepass weiter: Künstliche Intelligenz wird künftig nicht nur Daten erfassen, sondern daraus präzise Handlungsempfehlungen ableiten – für effizientere Batterien, optimierte Ressourcennutzung und nachhaltigere Geschäftsmodelle“, so Xaver Ryppa, CTO bei AVL Analytical Technologies.
Mit der gemeinsamen Lösung von AVL und Microsoft erhalten Unternehmen nicht nur eine zukunftssichere Antwort auf regulatorische Anforderungen, sondern auch eine strategische Plattform für datengetriebene Innovation – ein echter Gamechanger für die Branche.