Vier Wege, wie KI die Zukunft industrieller Arbeit gestaltet

Von Catherine Bolgar

Mithilfe von KI transformieren Fertigungs- und Industrieunternehmen komplizierte Geschäftsprozesse und anspruchsvolle betriebliche Arbeitsabläufe. KI skaliert menschliches handwerkliches Können und Fachwissen und vertieft Know-how in komplexen Unternehmen. Sie bricht Informationssilos auf, ermöglicht schnellere Entscheidungen und hilft führenden Fertigungsunternehmen, Marktschwankungen besser abzufedern.

Die folgenden Beispiele aus aller Welt zeigen, wie sehr unterschiedliche Unternehmen KI nutzen, um ihre digitale Transformation zu verbessern und Vorteile zu erzielen.

ARUM aus Japan verwandelt handwerkliches Können in skalierbare KI für die Präzisionsfertigung

Seit Jahrzehnten ist Japans Präzisionsfertigung auf das implizite Wissen erfahrener Meisterhandwerker*innen angewiesen. Doch diese hochqualifizierten Facharbeiter*innen sind aufgrund des Arbeitskräftemangels immer schwerer zu finden.

ARUM Inc hat daher KI genutzt, um ihre Fähigkeiten in Code einzubetten und Designexpertise in digitale Intelligenz zu übersetzen.

ARUMCODE, das auf Microsofts Cloud-Plattform Azure läuft und GitHub Copilot nutzt, automatisiert den Prozess, CAD-Dateien in wenigen Minuten in Maschinenanweisungen umzuwandeln. Diese Anweisungen legen fest, welche Schneidwerkzeuge in welcher Reihenfolge eingesetzt werden, um ein Bauteil zu formen. Früher konnten sie dafür nur erfahrene Arbeitskräfte erstellen.

Da dieses Fachwissen nun in den Code integriert ist, können auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte die Maschinen bedienen und den Fabrikbetrieb aufrechterhalten.

Die Software treibt außerdem TTMC an, ARUMs automatisiertes Bearbeitungszentrum, das kundenspezifische Teile fertigt und es einer einzelnen Arbeitskraft ermöglicht, mehrere Maschinen zu überwachen.

In Arbeit ist zudem KAYA, ein Prototyp einer dialogorientierten KI-Schnittstelle, die mit Azure AI Speech und Azure OpenAI in Microsoft Foundry entwickelt wurde. KAYA gibt schrittweise Bearbeitungsanweisungen in natürlicher Sprache und leitet jüngere Beschäftigte an, Präzisionsteile herzustellen.

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Cemex nutzt KI-Agent zur Unterstützung von Vorstandsentscheidungen

Das in Mexiko ansässige Unternehmen Cemex, einer der weltweit größten Baustoffhersteller, hat einen KI-gestützten Finanzagenten eingeführt, der Führungskräfte bei Entscheidungen unterstützt.

Rund 100 Führungskräfte nutzen das Tool mit dem Namen LUCA Bot. Es wurde mit Tausenden interner Datenpunkte trainiert, darunter Verkaufszahlen und Leistungsdaten auf Werksebene aus den globalen Aktivitäten von Cemex.

Das Ziel ist, mit LUCA Bot schnelle und verlässliche Finanzinformationen bereitzustellen. Über eine Chatoberfläche in natürlicher Sprache auf Web- und Mobilgeräten unterstützt das Tool die digitale Controlling-Strategie des Unternehmens. Führungskräfte können nach Geschäftsbereich, Region, Land oder Werk filtern und so detaillierte Analysen auch unterwegs durchführen.

Der Bot, der nach einer Testphase im vergangenen Jahr offiziell eingeführt wurde, hat die Abhängigkeit von E-Mails, Telefonaten und manueller Suche nach Berichten reduziert und zugleich den Überblick über monatliche Ziele und Ergebnisse verbessert. Der auf Microsoft Foundry mit Azure-OpenAI-Modellen basierende LUCA Bot gilt als Grundlage für umfassendere Effizienzsteigerungen, da Cemex den Einsatz von KI im Unternehmen ausweitet.

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Von Christchurch bis heute: Durch die Kombination von KI mit Daten über die Bodenbeschaffenheit kann Neuseeland besser bauen

Das Erdbeben von Christchurch im Jahr 2011 machte eine bittere Wahrheit deutlich: Neuseeland fehlte ein zentraler Überblick über den Untergrund unter seinen Gebäuden. Die geotechnischen Daten aus Jahrzehnten waren verstreut, was den Wiederaufbau nach dem Beben verlangsamte.

In den Jahren danach baute die Regierung die New Zealand Geotechnical Database (NZGD) auf: ein nationales Register für wichtige Informationen wie Bodenbeschaffenheit, Wasserstände und Probenanalysen für Tausende Standorte im ganzen Land.

Heute wird die NZGD auf BEYON gehostet, das auf der Microsoft-Cloudplattform Azure basiert. BEYON ist die von dem Ingenieurbüro Beca entwickelte Digital-Twin-Plattform, die das durch das Erdbeben von 2011 deutlich gewordene Datenproblem angehen soll. Ingenieur*innen können nun komplexe Bodendaten mithilfe des KI-Assistenten von BEYON, der mit Azure OpenAI in Microsoft Foundry entwickelt wurde, innerhalb weniger Minuten abfragen, filtern und abrufen.

Was als Reaktion auf eine Katastrophe begann, ist heute die Grundlage für schnellere und bessere Entscheidungen. Durch die Kombination komplexer Bodendaten mit künstlicher Intelligenz verändert Beca die Art und Weise, wie Neuseeland oberirdisch baut und wiederaufbaut.

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Eine saudische Smart Factory überwindet Engpässe

Die Sparte Rigid Plastics der Obeikan Investment Group, die Flaschen und Verschlüsse für Produkte aller Art herstellt – von Milchprodukten bis hin zu Waschmitteln –, begann ihre Transformation direkt in der Fabrikhalle. Werksleiter Rex Del Mundo verbrachte früher Stunden damit, handschriftliche Protokolle zu entwirren und über die Ursachen von Produktionsproblemen zu diskutieren. Mit der unternehmenseigenen Plattform O3sigma, die auf Microsoft Azure basiert und mit maschinellem Lernen sowie Copilot ausgestattet ist, sind diese angespannten, rückwärtsgewandten Besprechungen in wenige Minuten präziser Echtzeit-Einblicke verwandelt.

Mit technischem Hintergrund und Ausrichtung an den Lean-Prinzipien trieb CEO Abdallah Al-Obeikan die Vernetzung von 1.200 Maschinen und 280 Montagelinien in dem saudischen Unternehmen voran. Das führte zu einer Effizienzsteigerung von 30 Prozent und Einsparungen in Höhe von mehreren Millionen Dollar.

Was als interne Notwendigkeit begann, hat sich mittlerweile zu einem globalen Software-Unternehmen entwickelt, das ebenfalls O3sigma heißt. Für den langjährigen Ingenieur Khmaïess Al Jannadi ist die Veränderung eine Offenbarung: Dank Sensoren, die Daten generieren, „sprechen“ Maschinen endlich. Und O3sigma hört zu – und lokalisiert Fehler innerhalb von Minuten statt Tagen. KI sei kein Luxus, sondern eine Frage des Überlebens, sagt Khmaïess Al Jannadi.

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Bilder von oben nach unten:

  • Takaaki Sakashita, Leiter des Softwareentwicklungsteams bei ARUM Inc., fungiert als Bindeglied zwischen traditionellen Maschinenbauern und Softwareentwicklern. Foto: Noriko Hayashi für Microsoft.
  • Satoshi Murakami, Leiter der Abteilung für Cloud-Systemtechnik bei ARUM Inc., vor einem automatisierten Bearbeitungszentrum von TTMC. Foto: Noriko Hayashi für Microsoft.
  • Carlos Mantilla, Leiter der IT-Architektur bei Cemex, mit Team-Mitgliedern in der Cemex-Zentrale in Monterrey, Mexiko. Foto: Octavio Hoyos.
  • Die Ingenieurgeologin Olivia Ellis-Garland beschreibt auf einer Baustelle in Auckland, Neuseeland, die auf Microsoft Azure basierende New Zealand Geotechnical Database (NZGD) als „unser Tor zum Boden“. Foto: Jack Ellis für Microsoft.
  • Rex Del Mundo (rechts), Werksleiter bei Obeikan Rigid Plastic, spricht mit einem Mitarbeiter der Produktionslinie. Foto: Chris Welsch für Microsoft.

Den englischen Original-Blogpost lesen Sie hier: 4 ways AI is enabling the future of industrial work

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