Microsoft Environmental Sustainability Report 2024

Heute hat Microsoft den Environmental Sustainability Report 2024 veröffentlicht. Dieser Bericht bezieht sich auf das Finanzjahr 2023 und misst den Fortschritt im Vergleich zu unserer Ausgangsbasis 2020. Im Folgenden finden Sie das Vorwort des Reports und den gesamten Bericht können Sie hier einsehen.

Innovation und Partnerschaft für die Menschen und den Planeten beschleunigen

Vor vier Jahren hat sich Microsoft verpflichtet, bis 2030 CO2-negativ und wasserpositiv zu werden, keinen Abfall mehr zu produzieren und mehr Land zu schützen, als wir nutzen. Seit dieser Ankündigung haben sich sowohl im Technologiesektor als auch bei unserem Verständnis davon, was zum Erreichen dieser (Klima-)ziele notwendig ist, große Veränderungen vollzogen. Neue Technologien, darunter generative KI, versprechen innovative Lösungen und Ansätze, die zur Bewältigung der Klimakrise beitragen können. Gleichzeitig stellen die Infrastruktur und die Energie, die diese Technologien benötigen, den gesamten Technologiesektor vor neue Herausforderungen für die Einhaltung der Nachhaltigkeitsverpflichtungen. Für uns als Unternehmen heißt das im Jahr 2024: Wir sind weiter fest entschlossen, unsere Klimaziele zu erreichen und andere mit den Technologien auszustatten, die für den Aufbau einer nachhaltigeren Zukunft erforderlich sind.

Ende vergangenen Jahres hat sich die Welt in Dubai zur UN-Klimakonferenz in Dubai getroffen, um die globalen Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit zu diskutieren. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Welt ist nicht auf dem richtigen Weg, um wichtige Klimaziele zu erreichen.

Viele der globalen Herausforderungen spiegeln sich bei uns selbst wieder, auch wenn wir in den vergangenen vier Jahren viele Engpässe überwunden und unsere Fortschritte deutlich beschleunigt haben. Wir sehen uns in vier Bereichen auf dem richtigen Weg, und in jedem dieser Bereiche erkennen wir Fortschritte mit dem Potenzial, über unsere eigene Nachhaltigkeitsarbeit hinaus für globalen Impact zu sorgen:

  • Verringerung unserer direkten betrieblichen Emissionen (Scope 1 und 2)
  • Beschleunigung der CO2-Reduktion Richtung Null
  • Design für Kreislaufwirtschaft zur Minimierung von Abfall und zur Wiederverwendung von Cloud-Hardware
  • Verbesserung der biologischen Vielfalt und Schutz von mehr Land, als wir nutzen

Gleichzeitig gibt es zwei Bereiche, in denen wir noch nicht auf dem richtigen Weg sind, und in beiden arbeiten wir intensiv an weiteren Durchbrüchen:

  • Verringerung unserer indirekten Emissionen (Scope 3)
  • Verringerung des Wasserverbrauchs und Wiederauffüllung der Ressourcen mit mehr Wasser, als wir im Betrieb unserer Rechenzentren verbrauchen.

Trotz der Herausforderungen bleiben wir optimistisch. Wir sind ermutigt durch die Fortschritte auf unserem Campus, in unseren Rechenzentren und in unserer gesamten Wertschöpfungskette. Noch mehr inspirieren uns die vielen Führungskräfte und Mitarbeitenden bei Microsoft, die zur Tat schreiten und innovative Wege gehen, die uns dabei helfen, kritische Lücken zu schließen. Wir sind uns alle einig: Es gibt heute kein Thema, das mehr Menschen auf der Welt verbindet als die Probleme des Klimawandels. Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, diese Probleme zu lösen.

CO2-negativ

Unsere Verpflichtung zur Verringerung des CO2-Ausstoßes umfasst drei Hauptbereiche: Reduktion der CO2-Emissionen, verstärkte Nutzung von CO2-freiem Strom und den direkten Abbau von CO2. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir bedeutende Fortschritte bei CO2-freier Elektrizität und der Abscheidung von CO2 gemacht. Microsoft hat einen First-Mover-Ansatz zur Unterstützung einer CO2-freien Strominfrastruktur verfolgt und langfristige Investitionen getätigt, um mehr CO2-freien Strom in die Netze zu bringen, die wir nutzen.

Im Jahr 2023 haben wir unser vertraglich vereinbartes Portfolio im Bereich der erneuerbaren Energien auf mehr als 19,8 Gigawatt (GW) vergrößert. Dieses Portfolio umfasst unterschiedliche Projekte in 21 Ländern. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir uns außerdem vertraglich zum Abbau von 5.015.019 Tonnen COverpflichtet, die wir in den kommenden 15 Jahren reduzieren wollen.

Die Verringerung des Kohlendioxidausstoßes ist weiterhin ein Schwerpunkt – vor allem, da wir uns um die Verringerung der Scope-3-Emissionen bemühen. Im Jahr 2023 konnten wir unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen gegenüber dem Ausgangsjahr 2020 um 6,3 Prozent senken. In diesem Bereich sind wir auf dem Weg, unsere Ziele zu erreichen. Unsere indirekten Emissionen („Scope 3“) sind jedoch um 30,9 Prozent gestiegen. Das führt dazu, dass die Emissionen von Microsoft in allen Bereichen (Scope 1 bis 3) um 29,1 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2020 gestiegen sind.

Der Anstieg unserer Scope-3-Emissionen ist in erster Linie auf den Bau von Rechenzentren und den damit in Baumaterialien sowie Hardwarekomponenten wie Halbleitern, Servern und Racks gebundenen Kohlenstoffen zurückzuführen. Der Anstieg ergibt sich so zum Teil schlicht aus unserer Position als führender Cloud-Anbieter, der seine Rechenzentren ausbaut. Aber noch mehr spiegeln die Emissionen die Herausforderungen wider, die die Welt bewältigen muss, um Beton, Stahl, Brennstoffe und Chips umweltfreundlicher zu entwickeln und einzusetzen. Dies sind die größten Treiber für unsere Scope-3-Ziele.

Wir haben eine unternehmensweite Initiative gestartet, um die zusätzlichen Maßnahmen zu ermitteln und zu entwickeln, die wir zur Reduzierung unserer Scope-3-Emissionen benötigen.

Führungskräfte in allen Bereichen des Unternehmens haben sich bereit erklärt, diese Arbeit zu unterstützen und voranzutreiben. Dies führte zur Entwicklung von mehr als 80 unterschiedlichen Maßnahmen, die uns helfen werden, diese Emissionen zu reduzieren – einschließlich einer neuen Anforderung für ausgewählte, großvolumige Lieferanten, bis 2030 genau 100 Prozent CO2-freien Strom für die an Microsoft gelieferten Waren und Dienstleistungen zu verwenden. Insgesamt baut diese Arbeit auf unserer mehrgleisigen Strategie auf, die sich in diesem Jahr auf die folgenden Punkte konzentriert:

  1. Bessere Messungen durch die Nutzung digitaler Technologien, um bessere Erkenntnisse für bessere Maßnahmen zu gewinnen,
  2. Innovationen in den Rechenzentren, die die Effizienz so schnell wie möglich verbessern,
  3. Aufbau von Partnerschaften zur Beschleunigung technologischer Durchbrüche durch unsere Investitionen und KI-Fähigkeiten, unter anderem für umweltfreundlicheren Stahl, Beton und Kraftstoffe,
  4. Aufbau von Märkten, für die wir unsere Kaufkraft nutzen, um die Marktnachfrage nach diesen Arten von Durchbrüchen zu beschleunigen,
  5. Eintreten für Veränderungen in der öffentlichen Politik, die den Fortschritt beim Klimaschutz beschleunigen.

Wasserverbrauch senken

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, um unseren Umgang mit Wasser positiv zu gestalten. Das umfasst den Zugang zu Wasser, die Wiederauffüllung von Ressourcen, die Reduktion im Verbrauch, die Entwicklungen von Innovationen und die Mitwirkung in der Politik. Im Jahr 2023 haben wir unser Ziel für besseren Zugang zu Wasser erreicht; wir haben mehr als 1,5 Millionen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen verschafft. Zudem haben wir Wasserauffüllungsprojekte in Auftrag gegeben, die während ihrer Laufzeit mehr als 25 Millionen Kubikmeter Wasser liefern – genug, um 10.000 olympische Schwimmbecken zu füllen. Und schließlich treiben wir Innovationen im Wasserbereich voran, beispielsweise für erstmalig durchgeführte Wasserauffüllungsprojekte mit unserem Partner FIDO Tech, der KI-gestützte akustische Analysen nutzt, um Wasserverluste durch Leckagen zu reduzieren.

Mit dem weiteren Wachstum unseres Rechenzentrumsgeschäfts steigt die Notwendigkeit, unseren Wasserverbrauch zu minimieren und mehr Wasser aufzufüllen, als wir in diesen Bereichen verbrauchen. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich unser Fortschritt im Bereich Wasser beschleunigt, und wir wissen, dass wir einen noch stärkeren Plan umsetzen müssen, um ihn weiter zu beschleunigen. Daher investieren wir auf vier Arten in unser Engagement für Wasser:

  1. Wir ergreifen Maßnahmen, um die Intensität unserer Ressourcenentnahme zu verringern, indem wir über Design und Innovation den Wasserverbrauch minimieren und unsere Intensitätsziele erreichen.
  2. Unsere neuen Rechenzentren sind für die Unterstützung von KI-Arbeitslasten konzipiert und optimiert und werden kein Wasser für die Kühlung verbrauchen. Damit reduzieren wir unsere globale Abhängigkeit von Süßwasserressourcen weiter, obwohl gleichzeitig die Anforderungen an KI-Rechner steigen.
  3. Wir gehen Partnerschaften ein, um die Wasserpolitik voranzubringen. Im vergangenen Jahr sind wir der Koalition für Wasserrecycling beigetreten. Im kommenden Jahr werden wir eine Position und Strategie für unsere Wasserpolitik finalisieren.
  4. Wir entwickeln innovative und skalierbare Wiederauffüllungsprojekte an Standorten mit hohem Wasserstress, an denen wir Rechenzentren betreiben. Vor kurzem haben wir Water United angekündigt, eine neue Initiative, die den öffentlichen und privaten Sektor bei der Verringerung von Wasserverlusten durch Leckagen im Colorado River Basin zusammenbringen soll.

Zero Waste

Unser Weg zur Reduktion unseres Abfalls auf Null umfasst die Vermeidung von Abfällen an unseren Standorten und Rechenzentren, die Förderung der Kreislauffähigkeit von Cloud-Hardware und Verpackungen sowie die Verbesserung der Kreislauffähigkeit von Geräten. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir auf diesem Weg bereits eine Wiederverwendungs- und Recyclingrate von 89,4 Prozent bei Servern und Komponenten für die gesamte Cloud-Hardware erreicht ­– ein Ziel, das mit dem wachsenden Bedarf an Cloud-Diensten immer wichtiger wird. Im Jahr 2023 haben wir außerdem mehr als 18.537 Tonnen Abfall von Mülldeponien oder Verbrennungsanlagen in unseren eigenen Rechenzentren und auf unseren Campus umgeleitet und haben Einwegkunststoffe in unseren Microsoft-Produktverpackungen auf 2,7 Prozent reduziert.

Von der Ausweitung unserer Kreislaufzentren bis hin zu Pilotprogrammen, die gebrauchten Glasfaserkabeln durch Partnerschaften mit lokalen technischen Schulen ein zweites Leben geben, arbeiten wir daran, Materialien länger in Gebrauch zu halten und unsere Arbeit in jeder Phase unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft zu betrachten. Zudem arbeiten wir verstärkt daran, Cloud-Hardware wiederzuverwenden und zu recyceln, wo immer dies möglich ist. Dafür haben wir 2023 zwei neue Circular Center in Quincy, Washington, und Chicago, Illinois, eröffnet.

Schutz der Ökosysteme

Wir haben uns verpflichtet, bis 2025 mehr Land zu schützen als wir nutzen, und gleichzeitig die Ökosysteme in den Gebieten, in denen wir leben und arbeiten, zu erhalten oder wiederherzustellen. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir unser Ziel für den Landschutz um mehr als 40 Prozent übertroffen. Zu diesem Zeitpunkt wurden 15.849 Hektar Land rechtlich als dauerhaft geschützt ausgewiesen, also deutlich mehr als die in unseren Zielvereinbarungen geplanten 11.000 Hektar.

Wir setzen auf nachhaltige Geschäftspraktiken, um die Ökosysteme in der Nähe unserer Standorte und Rechenzentren zu erhalten. Dazu gehören regenerative Designlösungen rund um unsere Rechenzentren, mit der wir die lokale Artenvielfalt fördern, das Regenwassermanagement verbessern und zur Klimaresilienz beitragen. Wir erproben auch KI-gesteuerte Microsoft-Technologien, um Einblicke in den allgemeinen Zustand des Ökosystems zu bekommen und Maßnahmen für ihren Erhalt zu planen.

Kunden und globale Nachhaltigkeit

In unserem letzten Nachhaltigkeitsbericht haben wir angekündigt, dass wir unsere Nachhaltigkeitsziele ausweiten wollen. Im Jahr 2023 setzten wir diese Arbeit fort, um unsere Kunden und Partner auf ihrem eigenen Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen. Dafür entwickeln wir die Technologien, die für ein besseres Ressourcenmanagement und die Optimierung von Systemen erforderlich sind. Auf globaler Ebene konzentrierten wir uns auf die Beschleunigung von Innovation, Forschung und Politik, nicht nur für uns selbst, sondern auch zur Gestaltung einer nachhaltigeren Welt für alle.

Der Übergang von bloßen Versprechen zu echtem Fortschritt erfordert Maßnahmen, Transparenz und Verantwortlichkeit. Microsoft Cloud for Sustainability hilft unseren Kunden, Daten zu konsolidieren und so umfassende Einblicke in die Nachhaltigkeit ihres Unternehmens zu erhalten. Im Jahr 2023 haben wir den Microsoft Sustainability Manager um die Scopes 1 und  2 sowie alle 15 Kategorien von Scope-3-Emissionen erweitert, um Fortschritte besser verfolgen und Maßnahmen für die gesamte Geschäftstätigkeit und Wertschöpfungskette eines Unternehmens planen zu können.

Während sich die Auswirkungen des Klimawandels weltweit verschärfen, tragen wir mit dem Planetary Computer dazu bei, dass Forscher*innen, Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen Zugang zu wichtigen ökologischen Daten des Planeten erhalten. Wir bieten freien Zugang zu Petabytes von Umweltüberwachungsdaten, um den Menschennützliche Informationen zum Schutz ihrer Umwelt zur Verfügung zu stellen.

Microsofts Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit erfordern globales Engagement. Wir investieren in innovative Lösungen, treiben die Forschung voran und setzen uns für politische Maßnahmen ein, die unserer Meinung nach den Fortschritt in großem Maßstab fördern können. Ein Markenzeichen dieser Bemühungen ist unser Climate Innovation Fund (CIF) – unsere Zusage von einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2020, um Innovationen über die vier Wände von Microsoft hinaus zu fördern. Bis 2023 hat der CIF 761 Millionen Dollar für innovative Klimatechnologien bereitgestellt, darunter kommerzielle Technologien zur direkten Luftabscheidung (Direct Air Capture, DAC), nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF), industrielle Dekarbonisierung und mehr.

Unsere Teams für Wissenschaft, Forschung und für AI for Good arbeiten auch daran, Klimaresilienz mit KI zu entwickeln. Im November 2023 haben wir ein Whitepaper und Playbook veröffentlicht, die das unglaubliche Potenzial der KI für die Nachhaltigkeit näher erläutern. Über unser AI-for-Good-Team arbeiten wir mit den Vereinten Nationen zusammen, um den Einsatz von KI zu erforschen und die Initiative „Early Warning for All Initiative“ mit dem Ziel voranzutreiben, die Bevölkerungsgruppen besser zu verstehen, die durch extreme Wetterereignisse und andere Bedrohungen gefährdet sind.

Im vergangenen Jahr bezeichnete Satya Nadella, CEO von Microsoft, den Klimawandel als „das wichtigste Thema unserer Generation“. Um dieser Herausforderung zu begegnen, stellen wir die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Mit jeder neuen Technologie und jeder neuen Möglichkeit verbinden wir immer eine wichtige Frage: Wie können wir die Nachhaltigkeit fördern?

In unserem Bestreben, diese Frage zu beantworten, entwickeln wir ständig neue Ansätze, experimentieren mit neuen Partnerschaften und lernen jeden Tag dazu. Wir sind optimistisch, was die Rolle der Technologie bei der Beschleunigung des Fortschritts beim Klimaschutz angeht, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit anderen auf diesem für uns alle wichtigen Weg.

Den Beitrag im englischen Original finden Sie hier und den gesamten Report können Sie hier downloaden.


Foto Credit: Microsoft

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