Jahresbilanz: Wie wir unsere Digitalen Zusagen für Europa umsetzen

29. April 2026 | Samer Abu-Ltaif, President, Microsoft Europe, Middle East & Africa (EMEA), und Jeff Bullwinkel, VP & Deputy General Counsel, Corporate External & Legal Affairs, Microsoft EMEA

Europa beschleunigt die Nutzung Künstlicher Intelligenz und erkennt zunehmend ihr Potenzial, Produktivität nachhaltig zu erhöhen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den öffentlichen Sektor zu modernisieren. Gleichzeitig richten Organisationen in ganz Europa ihren Blick auf digitale Souveränität und Resilienz: Sie wollen in einer Phase geopolitischer Unsicherheit die Kontrolle über ihre Daten und kritischen Abläufe behalten. 

Diese Prioritäten gehören zusammen. Genau deshalb haben wir vor einem Jahr unsere Digitalen Zusicherungen für Europa angekündigt: wir wollen diesen Erwartungen gerecht werden. Die Zusicherungen konzentrieren sich auf fünf Bereiche: 

  1. Den Aufbau eines breiten KI- und Cloud-Ökosystems in ganz Europa 
  1. Die Wahrung von Europas digitale Resilienz auch in Zeiten geopolitischer Unsicherheit 
  1. Den kontinuierlichen Schutz europäischer Daten  
  1. Den Schutz und die Verteidigung von Europas Cybersicherheit 
  1. Die Stärkung von Europas wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit– auch im Bereich Open Source 

Zusammen spiegeln sie ein einfaches Prinzip wider: Europa sollte globale Technologie in großem Maßstab nutzen können – nach europäischen Regeln und in der Gewissheit, dass sie verfügbar, sicher und unter Kontrolle der Kund:innen bleibt. Ein Jahr später ziehen wir Bilanz, wie wir diese Verpflichtungen in die Praxis umgesetzt haben. 

  1. Aufbau eines breiten KI- und Cloud-Ökosystems in Europa 

Vor einem Jahr haben wir Pläne vorgestellt, unsere europäische Rechenzentrumskapazität um 40 Prozent zu erhöhen, den Cloud-Betrieb auf 16 europäische Länder auszuweiten und bis zum Jahr 2027 mehr als 200 Rechenzentren auf dem Kontinent zu betreiben. Seitdem haben wir neue Milliarden-Euro-Investitionen in Portugal, Norwegen sowie in Großbritannien angekündigt, die zu den bereits vorgestellten Investitionen in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Spanien, Polen und der Schweiz hinzukommen. Zudem haben wir neue Cloud-Regionen in Österreich, Dänemark und Belgien an den Start gebracht. Diese wachsende Kapazität hilft europäischen Organisationen, Cloud- und KI-Funktionen näher an ihrem Standort zu nutzen. Bei all dem achten wir sehr auf ein nachhaltiges Wachstum. Zum Beispiel haben wir es geschafft, 100 Prozent unseres jährlichen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken.

Wie schon bei der Ankündigung unserer digitalen Zusagen betonen wir: Für unser Geschäft in Europa gelten europäische Gesetze – ebenso wie lokale Gesetze das lokale Vorgehen überall in der Welt regeln. Wir sind nicht nur dem Aufbau digitaler Infrastruktur für Europa verpflichtet, sondern halten uns selbstverständlich an die Gesetze in ganz Europa, welche die Regulierung unserer Produkte und Dienstleistungen betreffen. 

  1. Stärkung der digitalen Resilienz Europas in einem volatilen geopolitischen Umfeld 

Für viele Kunden geht es bei der digitalen Souveränität heute um mehr als nur den Speicherort von Daten. Institutionen und Unternehmen in ganz Europa wollen wissen, ob sie sich auf kritische digitale Dienste verlassen können, wenn geopolitischer Druck steigt, und ob sie fortschrittliche KI-Funktionen nutzen können, ohne die Kontrolle zu verlieren. 

Wir haben unser Digital Resilience Commitment in Verträgen mit europäischen Regierungen und der Europäischen Kommission rechtsverbindlich gemacht – einschließlich der Verpflichtung, jede mögliche Anordnung einer Regierung zur Abschaltung des Cloud-Betriebs in Europa umgehend und entschieden gerichtlich anzufechten.

Wir haben außerdem Maßnahmen für eine unterbrechungsfreie Fortführung des Cloud-Betriebs zugesagt. Dazu zählen erweiterte Partnerschaften mit europäischen Cloud-Anbietern, die darauf abzielen, den Fortbetrieb der Geschäfte in Extremszenarien zu sichern. Eine europäische Resillienz-Partnerschaft mit Delos Cloud zahlt ebenfalls auf dieses Ziel ein. Mit dieser Arbeit fördern wir zudem eine engere Zusammenarbeit zwischen Europas Cloud-Anbietern, einschließlich Krisenkoordination und Kontinuitätsmaßnahmen zur Unterstützung von Kunden bei der Betriebsfortführung im Falle geopolitischer Krisen.

Wir haben zudem unsere strategische Partnerschaft mit Capgemini ausgebaut, um vollständig integrierte, verwaltete souveräne Cloud-Dienste anzubieten. Darüber hinaus vertiefen wir die Zusammenarbeit mit Accenture, um Organisationen beim Design und der Implementierung souveräner Cloud- und KI-Lösungen in stark regulierten Sektoren zu helfen.

Um Governance und operative Kontrolle in Europa weiter zu stärken, werden Microsofts europäische Aktivitäten nun von einem Board of Directors aus ausschließlich europäischen Staatsangehörigen beaufsichtigt – zur Stärkung der regionalen Verantwortlichkeit und unserer Zusagen für Cybersicherheit, Resilienz und Compliance nach europäischem Recht. 

  1. Schutz europäischer Daten 

Datenschutz, Transparenz und Kundenkontrolle bleiben zentrale Erwartungen Europas an Cloud und KI. Daher haben wir im vergangenen Jahr ein Portfolio souveräner Cloud-Optionen aufgebaut – von Public Cloud über Private Cloud bis hin zu nationalen Partnerlösungen. Damit können Kunden den Grad der Kontrolltiefe wählen, der am besten zu ihren rechtlichen und betrieblichen Erfordernissen sowie ihrer Risikokontrolle passt. Dieses Portfolio umfasst Infrastruktur, Produktivität und KI-Workloads über Cloud-, Hybrid- und vollständig lokale Bereitstellungen hinweg.

Wir haben die Umsetzung unserer Defending Your Data Initiative fortgesetzt, einschließlich unserer Zusage, behördliche Datenanfragen in Bezug auf EU-Kunden aus dem öffentlichen oder privaten Sektor anzufechten, sofern wir dazu eine Rechtsgrundlage haben. 

Außerdem haben wir die EU Data Boundary eingerichtet, die es ermöglicht, europäische Kundendaten innerhalb der EU zu speichern und zu verarbeiten. Inzwischen haben wir die Möglichkeiten noch erweitert und KI-basierte Produktivitätsdienste aufgenommen, sodass die Verarbeitung von Kundendaten für Tools wie Copilot ebenfalls innerhalb Europas erfolgen kann.

Um Transparenz und Kontrolltiefe weiter zu stärken, haben wir den Data Guardian angekündigt. Er stellt sicher, dass jeder Fernzugriff von Microsoft-Ingenieuren auf Systeme, die Kundendaten in Europa speichern und verarbeiten, von in Europa ansässigem Personal genehmigt und überwacht sowie in einem manipulationssicheren Protokoll erfasst wird. 

Im vergangenen Jahr haben wir zudem unsere souveränen Lösungen gestärkt – durch neue vertragliche Zusicherungen, engere Partnerschaften mit europäischen Anbietern und erweiterten Kundensupport. 

Die Microsoft Sovereign Cloud wurde verbessert, um Kunden dabei zu helfen, Europas wachsende Anforderungen an Kontrolle, Resilienz und Compliance zu erfüllen, ohne Innovation zu bremsen. Aktuelle Updates fügen neue Steuerungs- und Kontrollfunktionen hinzu, erweitern die Optionen für den produktiven Einsatz in regulierten Umgebungen und stärken die Verschlüsselung. Gleichzeitig erleichtern sie die Nutzung fortschrittlicher, vollständig kundenkontrollierter KI-Lösungen. Dazu gehören Lösungen, bei denen KI-Modelle auf kundeneigener Infrastruktur mit eingeschränkter Konnektivität oder in vollständig getrennten Umgebungen betrieben werden können. Vor kurzem haben wir neue Funktionen zu unserem Private-Cloud-Angebot hinzugefügt, die es Organisationen ermöglichen, deutlich größere Workloads lokal zu betreiben.

Die Sovereign Landing Zone bietet eine Cloud-Architektur, die Governance-, Compliance- und Souveränitätskontrollen integriert. Sie hilft europäischen Organisationen, Cloud-Umgebungen im Einklang mit den europäischen regulatorischen Anforderungen bereitzustellen, und reduziert die Komplexität.

Unser Ansatz wurde auch extern validiert: Forresters aktuelle Bewertung souveräner Cloud-Plattformen stuft Microsoft als führendes Unternehmen ein. Die Einstufung hebt die Stärke unseres Public-Cloud-, Private-Cloud- und Partner-Ansatzes hervor.

Um Kunden bei der praktischen Umsetzung zu helfen, haben wir unsere ersten drei European Sovereignty and Resilience Studios in München, Brüssel und Amsterdam eröffnet. Regierungen und Unternehmen können dort Seite an Seite mit Microsofts Ingenieuren, Politikexperten und Sicherheitsteams das volle Potenzial von Cloud und KI erschließen. Weitere Studios sind in Microsofts neun anderen Innovation Hubs in Europa geplant. 

  1. Beitrag zur Cybersicherheit Europas 

Cyberbedrohungen machen nicht an nationalen Grenzen halt, und Europas Sicherheit hängt von einer starken Zusammenarbeit des öffentlichen und des privaten Sektors ab. Im vergangenen Jahr haben wir unser European Security Program (ESP) eingeführt. Das kostenlose Angebot ist für Regierungen in Großbritannien, der EU, der Europäischen Freihandelszone (EFTA) sowie EU-Beitrittskandidaten verfügbar. Es verbessert das Teilen von Bedrohungsinformationen und priorisiert neue Partnerschaften und Investitionen, um kritische Infrastruktur zu schützen, Cyberkriminalität zu unterbinden und Europas kollektive Reaktionsfähigkeit auf Angriffe zu stärken. 

Dieses Programm ist in 27 europäischen Ländern aktiv und bietet kostenlose Unterstützung in einem klar definierten Rahmen: durch strukturierte Briefings, Frühwarnungen und länderspezifisch zugeschnittenen Informationsaustausch. 

Wir haben der NATO, der Ukraine und weiteren europäischen Ländern Hilfe in Sachen Cybersicherheit geleistet, etwa durch das Teilen von Informationen zu Bedrohungen, den Schutz von Wahlen und das Unterbinden von Angriffen auf europäische Regierungen, Unternehmen und Bürger. 

Seit Beginn des umfassenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 – als wir dabei halfen, kritische Daten und Dienste in sichere Rechenzentren in ganz Europa zu verlagern und sich gegen anhaltende Cyber- und kinetische Angriffe zu wehren – unterstützt Microsoft das Land durchgehend. Dies umfasst kostenlose Technologie-, Sicherheits- und Finanzhilfe im Wert von mehr als 600 Millionen Dollar.

Wir haben die Zusammenarbeit auch durch die Entsendung von Ermittlern an das European Cybercrime Centre (EC3) von Europol gestärkt. Gemeinsam übersetzen wir technische Bedrohungsanalysen in koordinierte operative Maßnahmen. Wir verbinden Einblicke in cyberkriminelle Infrastrukturen mit Fähigkeit von Strafverfolgungsbehörden, in diesen zu ermitteln und sie zu zerschlagen. Dieses Modell lag jüngsten Abschaltaktionen zugrunde, darunter Tycoon 2FA, Lumma Stealer und RedVDS. Und über unsere Partnerschaft mit dem CyberPeace Institute erhalten mehr als 300 gemeinnützige Organisationen in Europa Cybersicherheits-Unterstützung.

Mit der Ernennung von Freddy Dezeure zum stellvertretenden Chief Information Security Officer im Juli haben wir unser Engagement nochmals verstärkt – ein europäischer Staatsangehöriger, der von Europa aus Microsofts Compliance mit europäischen Cybersicherheitsvorschriften koordiniert. So zeigen wir auf Cybersicherheits-Führungsebene Präsenz in Europa, eingebunden in unsere übergreifende Cybersicherheits-Governance, und verbinden europäische Vorgaben mit global konsistenten Sicherheitsmaßnahmen. 

  1. Stärkung der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit Europas, auch im Bereich Open Source 

Wir unterstützen weiterhin offene Ökosysteme, einschließlich Open Source, um unsere KI- und Cloud-Plattformen zugänglich und interoperabel zu halten und Kunden passende Bereitstellungsoptionen zu bieten. Auf GitHub sind fast 25 Millionen europäische Softwareentwickler aktiv, die allein im vergangenen Jahr mehr als 155 Million Beiträge zu öffentlichen Projekten geleistet haben. Über Microsoft Foundry können Kunden aus mehr als 11.000 KI-Modellen wählen – darunter zahlreiche LLMs als auch SLMs, viele davon Open Source – und sie in souveränen öffentlichen oder privaten Clouds betreiben, von Cloud bis Edge. Dies ermöglicht es Kunden, denselben Microsoft Foundry-Modellkatalog innerhalb souveränitäts‑konformer Infrastruktur bereitzustellen. 

Ebenso wichtig ist es, dass wir KI-Lösungen unterstützen, die mehrsprachig und kulturelle Kontexte berücksichtigen. Als Teil unseres Engagements für europäischen Handel und Kultur haben wir im September 2025 LINGUA ins Leben gerufen. LINGUA unterstützt Projekte, die hochwertige Sprach- und Textdatensätze für Europas unterrepräsentierte Sprachen sammeln. Nach einem offenen Aufruf haben wir zwölf Projekte ausgewählt, die 16 Sprachen und Dialekte in zehn Ländern abdecken. Sie bringen Universitäten, gemeinnützige Organisationen, ein staatliches Sprachzentrum und einen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender zusammen, um offene Datensätze zu erstellen und zu digitalisieren, das Sprach-Erbe Europas zu bewahren und neue Ressourcen für mehrsprachige KI zu entwickeln.  

Wir haben neue „KI für Kultur“-Projekte zur digitalen Erhaltung ikonischer europäischer Stätten und Objekte durchgeführt, einschließlich eines digitalen Replikats von Notre-Dame mit dem französischen Institut du Patrimoine und Iconem. Wir arbeiten mit führenden Institutionen zusammen, um historische Bühnenbildmodelle von Opern zu digitalisieren und den Zugang zu Metadaten von Millionen Ausstellungsstücken zu ermöglichen. Außerdem arbeiten wir mit der Vatikanischen Bibliothek an der Digitalisierung und KI-gestützten Analyse historischer Dokumente. All das baut auf unserer Arbeit zur Erhaltung von Wahrzeichen seit 2019 auf, die den Petersdom in Rom, Mont Saint Michel in Frankreich oder das historische Olympia in Griechenland umfasst.

In diesem Zusammenhang wurde Céline Geissmann zur Leiterin des Microsoft Open Innovation Center in Straßburg ernannt, um an der Schnittstelle von KI, Sprachen, Kultur, offenen Daten und Innovation zu arbeiten. 

Verantwortungsvoll handeln im Wandel der europäischen Digitallandschaft 

Diese Zusagen sind das Fundament unseres Engagements in Europa – verankert in europäischem Recht und europäischen Werten, geprägt von europäischen Prioritäten und darauf ausgerichtet, ausgelegt auf langfristige Weiterentwicklung. 

Da sich Europas digitaler und geopolitischer Kontext beständig entwickelt, werden wir weiterhin den Dialog mit Politik, Regulierungsbehörden, Kunden und Partnern suchen und fragen, ob wir liefern, was Europa braucht. Wo das nicht der Fall ist, werden wir uns anpassen. 

Vertrauen entsteht nicht durch Worte, sondern durch kontinuierliches Handeln. Unser Anspruch ist es, dieses Vertrauen jeden Tag neu zu verdienen – durch echtes Zuhören, entschlossene Umsetzung und messbare Ergebnisse für Europa. 

Die englische Originalfassung des Blogposts finden Sie hier: One year on: Progress on our European digital commitments. 

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