Bildungsinitiative feiert Jubiläum – Ein Rückblick auf 15 Jahre Schlaumäuse

Wenn ich unseren Jubilar in Kurzform beschreiben sollte, würde ich anführen, dass über 200.000 Vorschulkinder regelmäßig mit ihm spielen und dadurch unbewusst ihre Deutsch- und erste digitale Kompetenzen stärken sowie ihre Konzentrationsfähigkeit und soziales Verhalten steigern.
Für die in mehreren Befragungen nachgewiesenen pädagogischen Erfolge hat das Geburtstagskind in den vergangenen 15 Jahren mehrere hochkarätige Preise erhalten und neben Dr. Angela Merkel auch Hubertus Heil, Jens Spahn oder Dorothee Bär getroffen. Insgesamt wurde das Geburtstagskind in der Vergangenheit von über 150 prominenten Botschaftern und vielen namhaften Unternehmen und Verbänden unterstützt.

Die Rede ist von der Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“.  Die erste Initiative, die Microsoft überhaupt in Deutschland ins Leben rief, nämlich im Frühjahr 2003.

Gefeiert haben wir das 15-jährige Bestehen der Initiative im Juni 2018 standesgemäß mit 50 Berliner Kitakindern und einem Ehrengast: Schauspielerin Lea van Acken („Das Tagebuch der Anne Frank“) las im Atrium von Microsoft Berlin den kleinen Gästen aus Spandau, Marzahn-Hellersdorf, Schöneberg und Tempelhof ein Schlaumäuse-Märchen vor und verteilte am Ende des Festes Tortenstücke.

 

Kinder schon frühzeitig fördern

Die Beherrschung der deutschen Sprache ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Bildungsweg und der Grundstein für gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb war der erklärte Vorsatz Microsofts bei der Realisierung seiner ersten Initiative in Deutschland, möglichst vielen Kindern so früh als möglich einen Zugang zur deutschen Sprache zu verschaffen, also schon im Kindergartenalter. Gleichzeitig lag als IT-Unternehmen die Idee nahe, auch die Medienkompetenzen der Zielgruppe zu stärken. Bis heute basiert das soziale Engagement Microsofts auf dem Fundament, Chancen für alle schaffen zu wollen. Bildung und digitales Wissen gehören dabei zu den Kernthemen, die in einer Gesellschaft und einem Wirtschaftsstandort wie Deutschland von elementarer Bedeutung sind.

Die Anfänge der Schlaumäuse

Werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 2003: In Zusammenarbeit mit dem Modellprogramm „Entwicklung und Chancen“ des Bundesfamilienministeriums stattete Microsoft unter der Schirmherrschaft der damaligen Bundesministerin Renate Schmidt bundesweit 200 Kitas in sozialen Brennpunkten mit einem Sprachkompetenzpaket aus, zu dem ein PC, eine medienpädagogische Schulung für Erzieher und das von der ComputerLern-Werkstatt der TU Berlin entwickelte virtuelle Sprachlernspiel „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ gehörte. Ziel der zweijährigen Pilotphase war es, herauszufinden, ob Kitakinder zwischen 5 und 7 Jahren auf einem digitalen Spielplatz ihre Deutschkenntnisse schneller verbessern und so ihre Chancen auf einen erfolgreichen Schulantritt steigern können.

 

Das Projekt war ein pädagogisches Pionierstück zu der Zeit. Trotz mancher Zweifel fiel die damals durchgeführte wissenschaftliche Begleitstudie überaus positiv aus. So sagten 80 Prozent der Befragten aus, dass die Kinder ihren Wortschatz erweitert hätten und 74 Prozent stellten fest, dass die Kinder durch das Schlaumäuse-Spiel Buchstaben schreiben gelernt haben.

Projekt mit Prädikat

Für Microsoft gute Gründe, das Pilotprojekt zu einer nachhaltigen Initiative auszubauen. 2006 gab es dafür die erste Goldene Giga-Maus auf der Frankfurter Buchmesse. Eine zweite folgte 2013. Hinzu kamen der Fox-Award in Gold, der digita-Preis, das Comenius-Siegel und der European Excellence Award.

Ein besonders wichtiger Meilenstein wurde 2016 gelegt, als die 4. Version des Sprachlernprogramms aufgrund der Flüchtlingskrise in eine mehrsprachige umfunktioniert wurde und seitdem Spielanleitungen und Aufgaben auch auf Arabisch, Französisch und Englisch anbietet.

Aktuell wird das kostenlose Lernprogramm, das didaktisch und technologisch stetig weiter entwickelt wurde und mittlerweile als App im Internet zur Verfügung steht, in über 15.000 Kitas und Grundschulen gespielt.

Starke Unterstützung durch viele Partner

Besonders freut es mich, dass wir im Laufe der letzten eineinhalb Jahrzehnte von vielen Seiten unterstützt wurden. Vielfach statteten Spitzenpolitiker Kitas mit Computern und dem Lernprogramm in ihren Wahlkreisen allein oder gemeinsam mit Wirtschaftspartnern aus. Dabei wurde nicht gekleckert. Mal waren es 170 Kitas, die gefördert wurden, mal 130.

 

Aber auch Institutionen wie die Arbeiterwohlfahrt oder der Paritätische Wohlfahrtsverband schlossen mit unserer Initiative Kooperationen ab, um möglichst vielen Kindern, mit oder ohne Migrations- und Flüchtlingshintergrund, einen spielerischen Zugang zur deutschen Sprache zu ermöglichen.

 

Auch Bundesländer wie Niedersachsen, Bayern oder Sachsen-Anhalt haben das Potenzial der Schlaumäuse erkannt und ihren Kitas das Sprachlernprogramm als einen Lernbaustein angeboten.

Wissenschaftlich begleitet

In einer Semesterarbeit einer angehenden Pädagogikstudentin der Universität Erfurt, die unter Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gerd Mannhaupt, an einer Untersuchung des Sprachlernprogramms teilgenommen hat, heißt es: „Das Spiel ist ein gutes Mittel, um die Kinder an die Tätigkeiten und Fähigkeiten im Lese-Rechtschreibbereich heranzuführen und den Umgang mit den neuen Medien, hier vor allem mit dem Computer, zu erlernen. Es ist sehr gut für Kinder im Kindergarten und in der Schuleingangsphase geeignet.“

Und Prof. Dr. Stefan Aufenanger von der Universität Mainz sagte einmal, dass das Programm spielen und lernen so miteinander verknüpft, dass die Kinder animiert sind, mit viel Spaß und Enthusiasmus die Aufgaben zu lösen.

Die Schlaumäuse haben in den letzten 15 Jahren bewirkt, dass Kinder, die kaum Deutsch konnten, Interesse an der deutschen Sprache entwickelten und sie haben Kitakinder mit deutschen Wurzeln dazu animiert, lesen und schreiben lernen zu wollen. Die Schlaumäuse haben für Kitakinder eine Brücke zur Einschulung geschaffen und ihnen den Weg ins Schulleben erleichert.

Damit nicht genug: Die Bildungsinitiative hat es auch geschafft, dass Kinder gemeinsam an Aufgaben tüfteln, mit Wörtern experimentieren und Spaß am Lernen haben. Das beobachten die Medienpädagogen der Initiative auch immer wieder auf den Schlaumäuse-Touren durch ganz Deutschland, die seit 2013 zweimal jährlich durchführt werden.

Das ist ein schönes Ergebnis für den 15. Geburtstag einer Bildungsinitiative.


Ein Beitrag von Astrid Aupperle
Leiterin gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland

 

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