#EnvisionEd20: Drei Fragen an Kerstin Mayrberger

Kerstin Mayrberger, Sprecherin bei der virtuellen Microsoft Bildungskonferenz EnvisionEd

Am 5. November 2020 findet unter dem Motto „Entdecken. Lernen. Vernetzen.“ die Microsoft Envision Education statt (#EnvisionEd20). Unsere virtuelle Bildungskonferenz zur Zukunft der Bildung. Eröffnet wird die Konferenz mit einer Keynote von Kerstin Mayrberger zum Thema „Agile Educational Leadership“. Sie ist Professorin an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Mediendidaktik und besonderem Fokus auf digitaler Transformation. Wir haben ihr vorher drei kurze Fragen gestellt.

Warum ist Agile Educational Leadership so ein wichtiges Thema im Rahmen der digitalen Transformation?

„Auf die dringenden Fragen der Digitalen Transformation für das Bildungssystem ist Agile Educational Leadership (AEL) vor allem eine Haltung und Perspektive, die jemand einnimmt. Wie können wir also unter ungewissen Bedingungen, komplexe Herausforderungen selbstorganisiert angehen – sprich, wie bleiben wir sinnvoll handlungsfähig und haben dabei die Menschen im Blick, um die es geht? Selbstorganisation bedarf jedoch auch immer eines Rahmens, zu dessen Definition sich in anderen Bereichen agiles Leadership bewährt hat. AEL überträgt dies nun auf Bildung.“

Was unterscheidet aus Ihrer Perspektive Schulen und Hochschulen in der Art und Weise, wie sie den Veränderungsprozess angehen (sollten)?

„Der Bildungsbereich – und dazu zählen neben Schulen und Hochschulen auch die berufliche Bildung und lebenslanges Lernen – wird mehr durch Gemeinsamkeiten als durch Unterschiede geprägt: erfolgreiches Lernen basiert auf intensivem Austausch, themenübergreifender Zusammenarbeit, Vertrauen und Selbstverpflichtung. Also, motivierende Lernkulturen ganz im Sinne agiler Prinzipien und Werte.  Alle sind Teil eines gemeinsamen Bildungssystems und es braucht ähnliche Kompetenzen – wer, wenn nicht sie zusammen, haben die Aufgabe für zukunftsfähige, passende Bildung zu sorgen?“

Sie haben einen Wunsch frei: Wie soll Bildung 2030 aussehen?

„Mit AEL vertrete ich bereits einen Ansatz, der stark zukunftsorientiert ist und Veränderung in der Bildung unterstützen soll. 2030 ist ein ferner Blick, bedenkt man, dass 2010 erste Tablets auf den Markt kamen, die heute selbstverständlich überall genutzt werden. Wie die Bildungsministerin erst kürzlich im Zuge des University: Future Festival ausführte, wird Selbstverantwortung für lebenslanges Lernen in den nächsten Jahren immer wichtiger werden.

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen jedoch noch viel stärker. Online-Lehre wird dabei – wie wir gerade auch in der aktuellen Situation verstärkt erleben – zunehmend ein selbstverständlicher Bestandteil sein. Deshalb werden sich Schulen und Hochschulen beispielsweise offen für Open Educational Resources (OER) und entsprechende Open Educational Practices (OEP) zeigen oder sich zielgruppenorientiert bei Angeboten zu Nano Degrees engagieren müssen. Nano Degrees sind akademische Weiterbildungsangebote, bei denen kein komplettes Studium absolviert wird.“

Microsoft EnvisionEd am 5. November 2020

Das Programm der #EnvisionEd20, eine Übersicht über alle Sprecher*innen und die Anmeldung für einen persönlichen „virtuellen Sitzplatz“ gibt es hier. Die Teilnahme ist kostenlos. Alle Beiträge der Konferenz werden aufgezeichnet und stehen im Nachgang zur Verfügung, die virtuelle Konferenzumgebung bleibt nach dem Event geöffnet. Am Konferenztag stehen die Referent*innen im Rahmen des Live-Chats für Fragen und Austausch zur Verfügung.


Ein Beitrag von Johanna Ronsdorf

Trainee Business Communications AI & Innovation / Data Applications & Infrastructure

Foto von Johanna Ronsdorf, Trainee Business Communications AI & Innovation / Data Applications & Infrastructure

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