Qualifiziert? Zertifiziert! ReDI School-Absolvent Mesut: Mit Mentor Sebastian zu neuen Perspektiven

Digitale Kompetenzen sind heute eine entscheidende Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Darum arbeiten wir gemeinsam mit Politik und Wirtschaft an zahlreichen Projekten für eine digitale Qualifizierung über alle Altersklassen und Bereiche der Gesellschaft hinweg. In unserer Blogserie „Qualifiziert? Zertifiziert!“ sprechen wir mit Menschen, die an verschiedenen Bildungsprogrammen teilgenommen haben und mit Hilfe der erworbenen Fähigkeiten und Zertifizierungen neue Perspektiven gewinnen konnten.

In der Türkei hat Mesut Gençtürk als Bezirks- und Vizegouverneur gearbeitet und wurde nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 inhaftiert. Nach seiner Entlassung floh er über Griechenland, erreichte im Sommer 2019 Nordrhein-Westfalen und lebte zunächst in Sammelunterkünften in Unna und Neuss. Lange hat es der 42-jährige Ehemann und Vater von drei Kindern vermisst, frei arbeiten zu können. Der Neustart gelang schließlich durch die ReDI School of Digital Integration. An der gemeinnützigen Programmierschule verbesserte Mesut nicht nur sein Wissen über HTML und CSS, sondern fand auch Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Derzeit ist er Praktikant bei einem IT-Unternehmen.

Zur Seite steht ihm Sebastian Rieck, ein 23-jähriger IT-Berater, der über das ReDI School-Programm zu Mesuts Mentor wurde. „Sebastian war sehr bemüht, mir nicht nur bei technischen Fragen zu helfen, sondern auch bei der Suche nach einem Job und einem Praktikum“, erzählt Mesut – und empfiehlt allen ReDI-Schüler*innen, sich in das Mentor*innen-Programm einzuschreiben: „Die Bedeutung einer Person, die einen auf diesem neuen Weg begleitet, kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.“

Mesut und Sebastian sind ein echtes Erfolgs-Tandem. Der Altersunterschied interessiert die beiden nicht, denn sie verbindet das Interesse für Technik, Politik – und gutes Essen. „Während des Kurses an der ReDI School wurde Mesuts Deutsch zunehmend besser, wir haben uns über alles Mögliche unterhalten“, sagt Sebastian. „Dabei ist mir auch seine Ausdauer und seine anhaltende Begeisterung aufgefallen, was einen als Mentor natürlich glücklich macht.“

Sebastian agiert als Mesut’s Mentor und führt ihn beispielsweise in Programmiersprachen über Visual Studio ein. Gemeinsam sind sie ein festes Team.

Mit dem Mentor*innenprogramm wollte Sebastian eine Herausforderung annehmen, die nicht nur ihn selbst, sondern auch die Gesellschaft ein kleines Stück weiterbringt. „Man muss kein Experte sein, um jemandem zu helfen“, sagt er. Für angehende Mentor*innen empfiehlt er, regelmäßige Treffen einzurichten und viel Zeit für die gemeinsame Problemlösung einzuplanen. „Eine weitere wichtige Komponente ist, den eigenen Enthusiasmus zu transportieren“, fügt Sebastian hinzu. „Es kann nie schaden, regelmäßig daran zu erinnern, wofür sich all die Arbeit letztlich lohnt.“  In dieser Hinsicht hat Mesut jedoch keine Motivationsprobleme – er freut sich, nach über fünf Jahren Neues zu lernen und wieder arbeiten zu können.

Die gemeinnützige Tech-Schule ReDI richtet sich an IT-affine „Newcomer“ in Deutschland sowie an Einheimische und möchte einen breiten Zugang zu digitaler Bildung schaffen. Dafür kombiniert ReDI kostenlose Programmier- und Computer-Grundkurse mit einem Karriereprogramm. Ergänzend dazu gibt es die Möglichkeit, mit der Startup- und Digitalbranche zusammenzuarbeiten. Dabei geht es nicht allein um Wissensvermittlung, sondern auch um den Aufbau eines Netzwerks aus Studierenden, Absolvent*innen und Tech-Führungskräften. Microsoft ist Partner der Schule und engagiert sich in zahlreichen weiteren Projekten zur digitalen Qualifizierung, um Menschen aus allen Gesellschaftsbereichen digitale Fähigkeiten zu vermitteln.

Allen, die nun Lust bekommen haben, sich für die eigene berufliche Zukunft fit zu machen, empfehle ich einen Blick auf die vielfältigen Angebote unserer Initiative IT-Fitness. Sie unterstützt Menschen jeder Altersgruppe dabei, sich souverän im Netz zu bewegen. Lernende können mit kostenlosen Online-Tools zur Selbsteinschätzung sowie Selbstlern-Modulen zu Themen rund um künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung die wichtigsten Kompetenzen für das KI-Zeitalter erwerben.

Mehr Infos zu unserem Engagement für digitale Bildung und Qualifizierung gibt es in diesem Beitrag.


Ein Beitrag von Astrid Aupperle
Leiterin Gesellschaftliches Engagement

Profilbild Astrid Aupperle, Microsoft Berlin

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