Mehr Budget, größere Teams: Wie die COVID-19-Pandemie die digitale Transformation in der Cybersicherheit beschleunigt

Zahlreiche Unternehmen haben als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie ihre Budgets für IT-Sicherheit erhöht und auch ihre IT-Teams vergrößert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, internationalen Umfrage von Microsoft unter knapp 800 Führungskräften aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in Deutschland, Indien, Großbritannien und in den USA. Die Befragung fokussierte sich darauf, wie sich die Pandemie auf die Cybersicherheit in den Unternehmen ausgewirkt hat. 

Die zentralen Ergebnisse:  

    • Eine alarmierende Zahl von Unternehmen ist nach wie vor von Phishing-Angriffen betroffen. 
    • Die Unternehmen erhöhten die Cybersicherheitsbudgets und verstärkten auch ihre Sicherheitsteams als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie. 
    • Am häufigsten investierten die Befragten in der Krise in Multi-Faktor-Authentifizierung. 
    • Cloud-basierte Technologien und Sicherheitsarchitekturen wie Zero Trust sind wichtige Innovationsbereiche, die sich in Zukunft weiterentwickeln werden. 

Höchste Sicherheitsinvestitionen in Multi-Faktor-Authentifizierung

Als größte Herausforderung für die Cybersicherheit in der Pandemie sehen Führungskräfte, ihren Beschäftigten sicheren Zugang zu Ressourcen, Apps und Daten zu ermöglichen. Viele Unternehmen mussten die Limits ihrer Sicherheitskonzepte erweitern, besonders falls diese zuvor auf konzerneigene Geräte, physischen Zugang zu Gebäuden und begrenzten Zugriff aus der Ferne aufgebaut waren. Dieser Paradigmenwechsel zeigt sich besonders in den Einschränkungen der grundlegenden Authentifizierung mit Benutzernamen und Passwörtern. Unsere Umfrage zeigt, dass im internationalen Durchschnitt die meisten Sicherheitsinvestitionen während der Pandemie in Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) geflossen sind.

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Phishing-Angriffe in der Pandemie das größte Sicherheitsrisiko

Unter den Top-5-Investitionen nannten die Befragten neben MFA auch Endpunkt-Schutz, VPNWeiterbildungen für die Beschäftigten sowie Anti-Phishing-TechnologieDie Microsoft Threat Intelligence-Teams haben bereits Anfang März von einem Anstieg der Angriffe in der Pandemie berichtet, als Cyberkriminelle bereits bekannte Betrugs- und Malware-Attacken mit COVID-19-Themen als Köder gestartet haben. 

Unternehmen berichten nun übereinstimmend, dass in diesem Zeitraum Phishing-Angriffe die größte Cyberbedrohung waren: 90 Prozent der Befragten gaben an, dass Phishing-Angriffe ihre Organisation beeinträchtigt haben. Mehr als die Hälfte antwortete, dass das Öffnen einer Phishing-E-Mail das risikoreichste Verhalten war, das sie beobachten konnten. 28 Prozent der Befragten gaben an, dass die Angreifer*innen mit ihrer Attacke erfolgreich waren. Indische und deutsche Unternehmen beklagen mit 39 bzw. 35 Prozent im internationalen Vergleich die meisten erfolgreichen Phishing-Attacken. Bemerkenswert: Deutlich mehr erfolgreiche Angriffe meldeten Unternehmen, die ihre Systeme vor Ort (36 Prozent) selbst im eigenen Netzwerk statt cloud-basiert betreiben. 

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Cybersicherheitsbudgets steigen bei mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen 

Die veränderten Sicherheitsanforderungen durch Remote-Arbeit wirken sich direkt auf die Budgets und Personalausstattung der IT-Abteilungen aus, da Unternehmen bestehende Lösungen skalieren, neue Technologien wie MFA ermöglichen und Zero-Trust-Strategien umsetzen. 

Um sich an die geschäftlichen Auswirkungen der Pandemie anzupassen, gibt eine Mehrheit der befragten Führungskräfte an, dass die Budgets für Sicherheits- (58 Prozent) und Compliance-Lösungen (65 Prozent) erhöht wurden. Gleichzeitig antworteten 81 Prozent der Befragten, dass sie Druck verspüren, die Kosten für Cybersicherheit zu senken. Das betrifft besonders häufig Unternehmen, die nicht auf Cloud-Technologie setzen: Etwa ein Drittel der Unternehmen mit On-Premise-Lösungen fühlt sich „sehr unter Druck“, das Budget zu kürzen. 

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Größere Sicherheitsteams trotz Kostendruck

Um weniger Budget auszugeben, setzen die Führungskräfte nach eigenen Angaben auf eine Verbesserung des umfassenden Bedrohungsschutzes, um das Risiko schwerwiegender und somit kostspieliger Angriffe zu senken. Weiterhin werden Sicherheitslösungen mit Optionen zur Selbsthilfe für Nutzer*innen angeschafft, um die Effizienz des Schutzes zu erhöhen. 

Doch Technologie kann nicht mit den Bedrohungen Schritt halten, denen sich Unternehmen gegenübersehen. Das Fachwissen von Sicherheitsexpert*innen ist gefragt wie selten zuvor: Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen reagierten mit zusätzlichen Mitarbeiter*innen im Bereich der Cybersicherheit auf die Pandemie – zur Hälfte über direkte Neueinstellungen und zur anderen Hälfte über Outsourcing an Dienstleister. Das gilt überdurchschnittlich häufig für die befragten Konzerne in Indien und Deutschland. 

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Das sind die fünf Dinge, die sich durch die Pandemie in der Cybersicherheit verändern werden:

1. Sicherheit hat sich als Fundament für vertrauensvolle Zusammenarbeit aus der Ferne erwiesen 

Millionen von Menschen mussten über Nacht ins Homeoffice ziehen und Unternehmen lernten, dass es um viel mehr als die Skalierung von Virtual Private Networks geht. Es geht darum, mit Sicherheitstechnologien Produktivität und Zusammenarbeit durch integrative Nutzungserfahrungen zu verbessen. Das ist laut unserer Umfrage die oberste Priorität der Führungskräfte in Sicherheitsteams – und gleichzeitig wird die Ausweitung von Sicherheit auf mehr Anwendungen für die Arbeit aus der Ferne von Beschäftigten als die positivste Veränderung bewertet. Der erste Schritt für viele Unternehmendie Multi-Faktor-Authentifizierung.

2. Jedes Unternehmen arbeitet daran, eine Zero-Trust-Strategie zu etablieren. 

51 Prozent der Befragten beschleunigen den Einsatz einer Zero-Trust-Architektur auf Grund der Pandemie. Dieser Ansatz wird zukünftig zum Standard werden: 94 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie in unterschiedlichem Umfang daran arbeiten, Zero-Trust-Fähigkeiten einzuführen. 

3. Verbesserte Gefahrenerkennung dank der Cloud 

Die Pandemie hat die Power der Cloud für die Cybersicherheit verdeutlicht. Die acht Billionen Bedrohungssignale, die wir bei Microsoft täglich rund um den Globus verfolgen, helfen enorm, die Cyberbedrohungen in der Pandemie frühzeitig zu identifizieren – manchmal in Bruchteilen einer Sekunde, noch bevor sie unsere Kunden erreichen. 

4. Cyber-Resilienz ist essenziell für Unternehmen 

Cybersicherheit ist die Grundlage für Resilienz, da immer mehr Unternehmen sichere Arbeit aus der Ferne ermöglichen müssen. Die Cloud macht es einfacher, eine umfassende Strategie für die Cyber-Resilienz zu entwickeln: Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die voll auf die Cloud oder Hybrid-Lösungen setzen, geben an, dass sie Resilienz-Strategien für die meisten Risikoszenarien entwickelt haben. Demgegenüber stehen 40 Prozent der Unternehmen, die hauptsächlich vor Ort arbeiten. 19 Prozent der Unternehmen, die sich primär auf On-Premise-Lösungen verlassen, erwarten nicht, dass sie einen dokumentierten Plan für Cyber-Resilienz aufrechterhalten können.  

5. Cloud-basierte Technologien sind zukünftig notwendige Voraussetzung für Cybersicherheit 

Früher wurden Sicherheitslösungen verstanden als Upgrade bestehender Infrastruktur. Doch die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig ein umfassendes Sicherheitskonzept für Unternehmen jeder Größe ist. Integrierte Konzepte werden heute als unerlässlich angesehen.   

Weitere Informationen zu Cybersicherheitsthemen haben wir in unserem Blog (englisch), auf dieser Website sowie in unserer Serie „1×1 der IT-Sicherheit“ zusammengefasst.  


Ein Beitrag von Stratos Komotoglou
Senior Subsidiary Product Marketing Manager Microsoft 365 Security bei Microsoft Deutschland
@HerrStratos
Profilbild Stratos Komotoglou

 

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