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COVID-19: So unterstützt Microsoft

Inklusive Sprache bei Microsoft – Wie wir Vielfalt durch Kommunikation leben

Menschen denken in Sprache. Damit schafft Sprache Realität. Eine grundlegende Theorie der Sprachwissenschaft beschreibt, dass beispielsweise beim Wort „Apfel“ nicht alle Menschen an denselben denken. Für manche ist er grün, für andere rot – Farbe und Form variieren. Bei dem Wort „Chef“ denken Menschen zwar an verschiedene Personen, die meisten aber an einen Mann – anders beim Begriff „ChefIn“.

Die deutsche Sprache verallgemeinert Gruppen bisher meist mit dem vermeintlich generischen Maskulinum, was in der Praxis nicht nur Frauen, sondern alle Menschen, die sich mit keinem dieser binären Geschlechter identifizieren, ausschließt. Sprache kann Barrieren schaffen, sie kann Menschen diskriminieren, diskreditieren oder ausschließen. Die Sprache, die wir wählen, macht einen Unterschied. Eine Studie der Freien Universität Berlin belegt, dass mehr Mädchen sich vorstellen können, typisch männlich konnotierte Berufe zu ergreifen, wenn zu ihrer Bezeichnung die geschlechtergerechte Sprache verwendet wird.

Bei Microsoft Österreich haben wir uns deshalb das Ziel gesetzt, in unserem Miteinander und in unserer Kommunikation nach innen wie auch außen auf eine inklusive Sprache zu achten.

Diversität und Inklusion bei Microsoft – ein Prozess

Vielfalt und Inklusion gehören schon seit vielen Jahren zur DNA unseres Unternehmens. Schwierige Fragen zu stellen, manchmal unbequeme Antworten auszuhalten und dazu bereit zu sein, das eigene Verhalten zu reflektieren – das ist die notwendige Arbeit, die wir als Menschen und als Unternehmen jeden Tag leisten müssen, um tiefsitzende oder unbewusste Vorurteile zu überwinden und als Gesellschaft vielfältiger und integrativer zu werden.

Seit 2014 gibt Microsoft im jährlichen Diversity & Inclusion Report Einblick in die demografische Zusammensetzung der Belegschaft – und gehört damit zu den drei Prozent der Fortune 500-Unternehmen, die einen solchen Bericht überhaupt veröffentlichen. Damit schaffen wir eine Basis, die uns hilft, uns selbst zu reflektieren und durch die wir messbare Veränderungen erzielen können.

Darum ging es uns auch bei dem Event Include 2021Um über Themen wie Verbundenheit, Sichtbarkeit, Intersektionalität und Privilegien zu sprechen und uns dabei zu helfen, sinnvolle Wege zu finden, um kritische Diversitäts- und Inklusionsthemen innerhalb von Unternehmen anzugehen, brachten wir ExpertInnen aus dem akademischen, juristischen und sozialen Bereich zusammen. Jetzt geht es darum die Erkenntnisse anzuwenden, Geschichten aus der Praxis zu teilen, bisherige Prozess zu überdenken und sich für eine Zukunft zu engagieren, die Vielfalt und Inklusion fördert.  

Unsere Mission ist es, jede Person und jedes Unternehmen auf dem Planeten zu befähigen, mehr zu erreichen – das bedeutet auch Vielfalt zu stärken und die Chancen und Möglichkeiten wahrzunehmen, die in ihren unterschiedlichen Perspektiven liegen. Alle können die bewusste Entscheidung treffen, zu einer vielfältigeren und inklusiveren Arbeitsatmosphäre beizutragen. Inklusive Sprache ist dabei ein wichtiger Schritt.

Inklusive Sprache 1

Sprache als Werkzeug für mehr Inklusion

Sprache ist eines der kraftvollsten Werkzeuge, das Menschen nutzen können. Im schlimmsten Fall kann sie Menschen diskriminieren, diskreditieren oder ausschließen. Sie kann aber auch das Gegenteil bewirken: Sie kann Menschen bewusst einschließen und sie bestärken. Diese Eigenschaft liegt Sprachmustern aber nicht per se inne. Ein Beispiel aus Deutschland: Im Regelfall wird dort das vermeintlich generische Maskulinum genutzt, das alle Menschen meinen soll. Im Herbst 2020 hat das deutsche Justizministerium einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der komplett in der weiblichen Begriffsform formuliert war. Daraufhin stufte das deutsche Innenministerium diesen Entwurf als „höchstwahrscheinlich verfassungswidrig“ ein, da er nur für Frauen gelte. Der Fall macht deutlich: Vermerke wie „Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form verwendet“, wie sie oft unter Texten zu lesen sind, greift nicht fair in alle Richtungen. .

Ein weiteres Beispiel: Seit 2006 gilt die EU-Richtlinie zur Verwirklichung des Grundsatzes der Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Männern und Frauen in Arbeits- und Beschäftigungsfragen – dieses beinhaltet auch, dass Stellenanzeigen sich an Männer und Frauen zu richten haben. 2016 wurden in Linz 59 oberösterreichische Firmen angezeigt, da sie in den Stellenausschreibungen lediglich den Zusatz „m/w“ verwendeten. Das Landesverwaltungsgericht OÖ stufte die Stelleninserate als zulässig ein, obwohl die Gleichbehandlungsanwaltschaft hier normalerweise sehr streng urteilt. Seitdem gilt der Zusatz „m/w“ als zulässig, die Texte neben dieser Kennzeichnung sind dennoch oft im vermeintlich generischen Maskulinum geschrieben und schließen so Frauen und alle Menschen aus, die sich keinem binärem Geschlecht zugehörig fühlen.

Dieser kurze Exkurs verdeutlicht zwei Dinge: Trotz derselben Rechte und den scheinbar gleichen Bedingungen, sind nicht alle Menschen gleichermaßen sichtbar. Aber – wir sind auf dem richtigen Weg. Inklusive Sprache kann uns dabei helfen, diskriminierende Denkmuster zu durchbrechen.

Sprache kann Gemeinschaften bilden, aber auch andere verletzen oder ausschließen. Deshalb möchte ich sehr bewusst im Umgang mit Sprache sein und lernen, wie ich alle einschließen kann. Sprache sollte unsere vielfältige Lebenswelt widerspiegeln.

Bernadette Welly, Marketingleitung bei Microsoft Österreich

Gesagt, getan – inklusive Sprache bei Microsoft Österreich

Microsoft hat sich das Ziel gesetzt, weltweit vorurteilsfrei zu kommunizieren. Seit Anfang 2019 beschäftigen wir uns gezielt mit dem Thema inklusive Sprache. Dabei wird immer wieder deutlich: Inklusive Sprache ist ein Prozess. Um alle dabei mitzunehmen, bedarf es Austausch, Offenheit und auch Zeit. Eine so einschneidende Umstellung kann nicht von heute auf Morgen geschehen, aber Schritt für Schritt. Um diesen Prozess voranzutreiben, hat unser Kommunikations-Team die Arbeitsgruppe „Inklusive Sprache“ gegründet.

Was mit einem intensiven Austausch unter KollegInnen innerhalb der Unternehmenskommunikation begann, ist heute ein wichtiger Meilenstein für Microsoft Österreich – die Umsetzung von inklusiver Sprache in ihrem Miteinander. Dazu hat das Projektteam intensive Recherchen zur Wirkung von Sprache betrieben und den Dialog mit Unternehmen und Medien gesucht, um ein diverses Meinungsbild zu erhalten, von anderen ExpertInnen zu lernen und die eigene Kommunikationsarbeit zu reflektieren. Dazu gehörten auch viele Gespräche mit den internen Mitarbeitenden-Communities, den so genannten Employee Ressource Groups (ERGs), die es zu vielen Inklusions- und Kulturthemen gibt. Diese Arbeit wurde auch von der Geschäftsführung geschätzt und unterstützt. Die intrinsische Motivation der MitarbeiterInnen und ihre Förderung durch die Geschäftsführung sind die Treiber für den Ansatz der unternehmensweiten Initiative.

“Inklusive Sprache zu nutzen ist eine Journey auf die wir alle mitnehmen möchten. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um viele einzelne Schritte, die wir zusammen gehen wollen. Wir möchten Bewusstsein schaffen, Impulse setzen, unterstützen und Feedback einholen – um gemeinsam inklusive Sprache zu erlernen und zu leben.”

Cornelia Bauer, Customer Success Manager bei Microsoft Österreich

Diese hat das Ziel, ein Verständnis für Sprachsensibilität zu schaffen, Empathie zu fördern und Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Alle sind eingeladen, ihren Teil zur Entwicklung und Etablierung einer inklusiven Sprache beizutragen. Dazu hat das Projektteam für Inklusive Sprache Guidelines erarbeitet und ein internes Lernformat auf die Beine gestellt. Auf der internen Netzwerk-Plattform Yammer werden Tipps, Tricks und Lerninhalte mit allen MitarbeiterInnen geteilt, um inklusive Sprache umzusetzen und Hintergrundwissen zu fördern. Auch die sogenannten internen Diversity-Champs erfüllen hier eine wichtige Rolle, in dem sie als AnsprechpartnerInnen für ihre KollegInnen bereitstehen. Ein permanenter Austausch und eine ausgeprägte und respektvolle Diskussionskultur sind Grundvoraussetzung für eine progressive Sprache in einer inklusiven Arbeitskultur.

(Beispielbild aus Yammer)

Inklusive Sprache ermöglicht uns, unsere Wahrnehmungen zu hinterfragen und neue Perspektiven einzunehmen. Dabei geht es nicht um eine „perfekte Umsetzung“, sondern vor allem um Empathie. Wir wollen zuhören, miteinander sprechen und voneinander lernen. Denn Vielfalt ist ein Prozess, der niemals abgeschlossen ist. 

Thomas Lutz, Head of Communications bei Microsoft Österreich

Die drei Bereiche von Inklusiver Sprache bei Microsoft

Vorangehen und positive Vorbilder sichtbar machen

Bei Microsoft sind wir davon überzeugt, dass alle Menschen eine Rolle bei der Schaffung eines vielfältigen und inklusiven Arbeitsumfelds spielen. Vielfalt bedeutet für uns die Anerkennung und Wertschätzung unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, psychischen oder physischen Fähigkeiten oder der ethnischen Herkunft. Deshalb fordern wir alle Menschen auf, sich unserer Mission anzuschließen und sich aktiv für Gleichstellung durch Sprache einzusetzen. Am besten fangt ihr direkt damit an. Dafür können die folgenden Punkte eine Hilfestellung bieten:

  • Hinterfrage dich selbst: Welche Bilder und Assoziationen schafft deine Sprache in den Köpfen der Lesenden?

  • Respektiere Selbstbezeichnungen.

  • Vermeide Aussagen, die Menschen zu „Anderen“ oder „Fremden“ machen oder rassistische Begriffe oder Bilder enthalten.

  • Öffne dich für den Austausch mit anderen Menschen und suche das Gespräch.

Vielfalt und Inklusion gehören fest zu unserer Unternehmenskultur. Deshalb ist es mir so wichtig, diese Vielfalt auch sprachlich abzubilden und niemanden auszuschließen – nur wenn wir alle einbeziehen, können wir eine Atmosphäre schaffen, in der sich alle gesehen und wertgeschätzt fühlen.

Ingrid Heschl, HR Manager bei Microsoft Österreich

Vielfalt und Inklusion ist bei Microsoft kein Trend, sondern eine Herzensangelegenheit. Wir leben in einer Welt, deren Definition von Vielfalt einer ständigen Veränderung unterliegt – und das ist schön.

Bei Microsoft arbeiten Menschen unterschiedlicher ethnischer Hintergründe, Religionen und Weltanschauungen, mit und ohne Behinderung, Junge und Ältere, Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen, Frauen, Männer und nicht binäre Menschen. Unterschiedliche Perspektiven, verschiedene Erfahrungen und neue Blickwinkel – vielfältig und inklusiv zu sein bedeutet, stärker zu sein. Es bedeutet, die bewusste Entscheidung zu treffen, unser Möglichstes zu geben, andere zu verstehen, sich selbst zu reflektieren, progressive Wege einzuschlagen und andere dabei zu unterstützen, mehr zu erreichen. Das ist bei Microsoft eine lebenslange Verpflichtung und Praxis.

Inklusive Sprache ist einer von vielen wichtigen Wegen Diversität zu leben. Sie verändert langfristig unsere Denkmuster, bricht mit Stereotypen und kreiert neue Bilder in unseren Köpfen. Gesellschaftliche Veränderungen sind nie für alle einfach umzusetzen – besonders wenn sie so tiefliegende tradierte Muster betreffen wie unsere Sprache. Aber wir wollen jetzt voran gehen, gemeinsam lernen und die sichtbar machen, die bisher zwar oft mitgemeint, aber oft nicht direkt angesprochen wurden. Sprache verändert sich, und wir verändern uns mit ihr. Auf diesem Weg stehen wir erst am Anfang. Wir möchten uns stetig weiterentwickeln und so freuen wir uns über Feedback, Anregungen und Ideen.

Jede einzelne Person kann dazu beitragen, das Thema Vielfalt voranzutreiben und sichtbar zu machen. Durch sensibles Verhalten können wir alle mithelfen, Vorurteile abzubauen und Ungleichheiten zu überwinden.

Shervin Rafsandjani, Business Development Director, Microsoft Global Sales & Marketing Organization

„Come as you are, do what you love” – Vielfalt leben

Es ist unser Ziel bei Microsoft, Vielfalt und Inklusion mit jedem Tag ein Stück weiter zu bringen. Dafür fördern wir verschiedenste Initiativen, wie zum Beispiel unsere LGBTQ+ Community GLEAM, Women ERG oder DisAbility ERG.

Eine lilane Grafik mit gezeichneten Menschen, darüber das Microsoft-Logo

Die disAbility ERG

Unsere disAbility ERG ist eine Community, in der alle KollegInnen willkommen sind – egal, ob sie selbst eine Behinderung haben oder nicht. Seit 2009 tritt die Gruppe für einen offenen Dialog ein und hat das Ziel, ein inklusiveres Umfeld zu schaffen. Die ERG will KollegInnen verbinden, Menschen mit Behinderung Raum geben und das klare Zeichen setzen: Ihr werdet gesehen und ihr werdet gehört. 2018 hat sich auch eine lokale Microsoft Deutschland Community etabliert, die für Aufmerksamkeit und Aufklärung sorgt. Die ERG treibt Maßnahmen voran, die einen guten Dialog zwischen KollegInnen fördern und so ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse aller schaffen. Dies können ein offener Austausch über eine barrierefreie Gestaltung der Büroräume und des Arbeitsalltags sein, aber auch Konzepte, die dabei helfen können, Menschen mit Behinderungen zu rekrutieren und aktiv anzusprechen. Deshalb engagieren wir uns auch im MyAbility Programm, das Talente von Menschen mit Behinderungen fördert, oder inserieren offene Stellen auf MyAbility.jobs, einem Jobportal für Menschen mit Behinderungen. 

Auch durch unsere Technologien können wir Menschen mit Behinderungen befähigen, selbstständiger zu leben und zu arbeiten. KI für Barrierefreiheit ist ein Förderprogramm von Microsoft, das daran arbeitet, die Fähigkeiten von weltweit über eine Milliarde Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Weitere Angebote von Microsoft:

Ein Konferenzraum mit weissem Tisch und schwarzen Stühlen, an der Wand ein Bild mit zwei Menschen, die zwischen sich ein Herz in Regenbogenfarben halten

GLEAM & LGBTQ+

GLEAM (Global LGBTQI + Employees and Allies at Microsoft) ist die LGBTQ+ Vereinigung bei Microsoft. Seit ihrer Gründung 1993 ist sie weltweit auf über 1.000 Mitglieder gewachsen. GLEAM repräsentiert die Rechte der LGBTQ+ innerhalb des Unternehmens und arbeitet so aktiv daran, einen inklusiven Arbeitsplatz für alle zu gestalten. Die Gruppe organisiert beispielsweise Informationsveranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Homo, Bi, Inter und Transphobie, Spendensammlungen für karitative Zwecke und repräsentiert Microsoft auf der Pride Parade am Christopher Street Day. Microsoft hat das Ziel auch als Vorbild für andere Unternehmen und Institutionen voranzugehen.

Eine Frau steht vor einem Flipchart und blickt gestikulierend in Richtung der KameraWomen at Microsoft

Die Employee Resource Group (ERG) Women at Microsoft ist Teil einer weltweiten Gemeinschaft, die sich für die Entwicklung und Förderung von Frauen einsetzt. Wir spüren täglich, dass diverse Teams Innovationen mit vielfältigeren Perspektiven schaffen. Bei Microsoft sollen alle Geschlechter die gleichen Chancen haben. Auf Basis dieser Überzeugung wollen Women at Microsoft, Frauen für eine Karrieren in der IT-Branche begeistern. Dafür brauchen Mädchen und Frauen Vorbilder. Studien belegen, dass Vorbilder das Interesse an MINT-Fächern fast verdoppeln. Unter dem Motto „We rise by lifting others“ setzt sich die ERG für Geschlechtergerechtigkeit ein und veranstaltet lokale  Netzwerkveranstaltungen und Events, etabliert überregionale Verbindungen und engagiert sich für die Sichtbarkeit aller Frauen im Unternehmen.

Eine Sofa-Ecke, ein Mann sitzt auf dem Sofa und hat ein Baby auf dem Arm, ein Mann sitzt auf dem Boden und arbeitet an einem LaptopFamilies at Microsoft

Die MitarbeiterInnengruppe „Families“ hat sich zum Ziel gesetzt Mitarbeitende bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen. Die Gruppe möchte Erkenntnisse, Meinungen und Ressourcen zu allen Aspekten der Elternschaft und des Berufslebens austauschen und sich für Eltern und Familien einsetzen. Sie dient als gemeinsame Stimme für unsere vielfältigen Familien bei Microsoft und basiert auf dem Verständnis, dass jede Familiensituation einzigartig ist.