Die neue Achtsamkeit

Und plötzlich sind Experimente und queres Denken nicht nur erlaubt, sondern erwünscht“, schreibt Urs Michael Krämer, CEO von Sopra Steria Deutschland, über die erstaunliche Wandlung, die das Land, seine Menschen und seine Unternehmen seit Beginn der Corona-Krise durchlaufen haben. Plötzlich seien digitale Lernwelten möglich und das virtuelle Arbeiten aus dem Home-Office. Plötzlich gebe es Führungskräfte, die Geschäftsreisen durch virtuelle Konferenzen ersetzen, und – viel wichtiger – Kontrolle durch Vertrauen.

Corona macht der Digitalisierung Beine

Für Unternehmen mit einer zeitgemäßen technischen Ausstattung und der Bereitschaft, neue Ertrags- und Geschäftsmodelle in der Digitalisierung zu realisieren, wirkt Corona tatsächlich als Katalysator: Viele anstehende Entscheidungen wurden krisenbedingt vorgezogen, viele Maßnahmen ad hoc ergriffen. Was mich besonders begeistert, ist, dass es so gut funktioniert: Noch nie musste, aber noch nie zuvor konnte Technologie in so kurzer Zeit einen so wichtigen Teil der kompletten Infrastruktur unseres Landes stellen. Das wird für die Akzeptanz moderner Technologien einen wichtigen positiven Effekt haben.

Corona zeigt uns aber auch Grenzen auf

Die Pandemie zeigt uns aber auch deutlich Grenzen auf: Wer es zuvor versäumt hat, sein Unternehmen konsequent zu digitalisieren, hat heute Schwierigkeiten, den neuen Alltag zu organisieren und zu meistern. Unsere Aufgabe ist es auch, die Nachzügler nicht noch weiter zurückfallen zu lassen, sondern – wie der Besenwagen bei der Tour de France – einzusammeln und mitzunehmen. Wir sehen auch technische Schwierigkeiten besonders bei der flächendeckenden Vernetzung unseres Landes sowie bei der Verfügbarkeit und der Netzgeschwindigkeit. Wir sind mit 5G auf dem richtigen Weg, müssen aber mindestens einen Zahn zulegen, damit das neue Arbeiten nicht an der Technik scheitert.

Achtsamkeit und Verbundenheit: Die neue Normalität

Von dieser Basis aus können wir uns nach zwei Monaten Stillstand im öffentlichen Raum jetzt langsam an eine neue Normalität gewöhnen. Jetzt geht es darum, die Effekte und Gewinne aus der Krise, vor allem aber unsere Lernerfolge zu bewahren, weiterzuentwickeln und zum Teil unserer neuen Normalität zu machen.

Dabei wird zum Beispiel geistige Anwesenheit wichtiger bleiben als die physische. Das ist nicht nur, aber auch meine Erfahrung: Ich habe in den vergangenen Wochen kaum mein Home-Office verlassen, das ich aber als Mitarbeiter eines Unternehmens mit Vertrauensarbeitsort und Vertrauensarbeitszeit schon seit Jahren intensiv nutze – nur eben nicht so intensiv wie jetzt. Dank Microsoft 365, SharePoint und OneNote bin ich mindestens genauso produktiv wie vorher, vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr, weil die Ablenkungen weniger geworden sind.

Und dank Microsoft Teams bin ich trotz der sozialen Distanz mit meinen Kolleg*innen verbundener denn je. Teams-Konferenzen gehören längst zu meinem Alltag, dazu gab und gibt es viele Einzelgespräche mit Mitarbeiter*innen, Freunden und Verwandten, in denen ich mich nach ihrem und sie sich nach meinem Befinden erkundigt und wir uns gemeinsam um andere gesorgt haben. Es ist ein richtig gutes Gefühl, diese Zugewandtheit, diese Stärke und die Tatkraft zu erleben. Außerdem freue ich mich, dass ich als Teil von Microsoft diese neue Normalität und den kulturellen Wandel maßgeblich mitgestalten und damit uns und anderen zu einem hohen Maß an Resilienz verhelfen kann.

Die Krise überwinden

Was wir alle im Moment erleben, wird Spuren hinterlassen: Wir werden uns gerne an die Menschen erinnern, die uns geholfen haben, die Krise zu überstehen. Und wir werden die Technologien, die uns dabei unterstützt haben, sehr viel selbstverständlicher einsetzen als vorher. Aber wir wissen auch besser, was uns dafür fehlt, wer uns dabei bremst und wo wir nacharbeiten müssen. Dazu gehört aus meiner Sicht, dass wir bei der flächendeckenden Digitalisierung die Geschwindigkeit erhöhen und strukturelle Hindernisse schnell beseitigen. Dazu gehört, dass wir das flexible Arbeiten, das für viele eine krisenbedingte Ausnahme war, in die neue Normalität mitnehmen – als Chance, nicht als Notlösung. Dann, und nur dann, werden wir die Krise überwinden können.

Der Beitrag von Gregor Bieler, General Managers One Commercial Partner, ist Teil der Blogparade zum Thema „Wie kommen wir dauerhaft kreativer aus der Krise?“, die Sopra Steria im Mai angestoßen hat.


Ein Beitrag von Gregor Bieler
General Managers One Commercial Partner

Gregor Bieler

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