Mit Code die Welt verbessern: Vier deutsche Gewinner-Teams auf dem Weg zum Finale des Imagine Cup 2018 in Seattle

„Code with purpose!“ – so lautet das diesjährige Motto des weltweiten Schüler- und Studentenwettbewerbs Imagine Cup, mit dem Microsoft junge IT-Talente und Nachwuchsentwickler fördert. Bereits zum 16. Mal haben technisch interessierte Schüler und Studierende dabei die Gelegenheit, mit ihren eigenen Ideen und Projekten in Teams gegeneinander anzutreten. In Deutschland konnten sich die Nachwuchsentwickler bei den Student Innovation Hacks in Karlsruhe und München oder über einen Online-Wettbewerb qualifizieren.

Die vier besten deutschen Teams haben nun die Möglichkeit, ihre Ideen Ende Juli 2018 bei den World Finals in Seattle (USA) einem internationalen Publikum vorzustellen und die Expertenjury zu überzeugen. An der University of Washington können sie sich außerdem mit spannenden Persönlichkeiten der Branche vernetzten, an Vorträgen teilnehmen und sich auf ihren finalen Pitch vorbereiten. Dem Gewinner-Team winken bis zu 100.000 Dollar und unter anderem eine private Mentoring-Session mit Microsoft CEO Satya Nadella.

Eine Kampfansage an einseitige Berichterstattung

Mit dem Ziel einseitiger Berichterstattung im Netz entgegenzuwirken, reist das NASC Team vom Karlsruher Institut für Technologie zum Finale. Die drei Studenten entwickelten eine auf Microsoft Azure gehostete App, die mittels Microsoft Text Analytics nach Artikeln im Web sucht und ihre Tonalität bewertet. Das Ziel hinter dem Projekt ist es, politikbegeisterte und wissbegierige Menschen dazu zu ermutigen, sich auch Artikel über das erste Suchergebnis hinaus anzugucken und diese kritisch zu hinterfragen. Die App liefert dafür Informationen, die über die Anzeige normaler Suchmaschinen hinausgeht, etwa zur geografischen und zeitlichen Herkunft der Ergebnisse.

Mit Technik und Seele für die Flüchtlingshilfe

Das Team von Soul Sailor besteht aus drei Studierenden der Technischen Universität München und möchte mit Technologie geflüchteten Menschen helfen. Dafür entwickelten sie eine Plattform zur psychologischen Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden durch Artificial Intelligence. Unter anderem hilft ein digitaler Begleiter (ein Chatbot) namens Mayu den Anwendern dabei, ihre teils sehr traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten.

Mehr lernen in weniger Zeit

Ebenfalls von der TU München kommen die Entwickler der Lernplattform StudySmarter. Ihr Ziel ist es, Lernprozesse effizienter, strukturierter und motivierender zu gestalten. Dabei begleiten maschinelle Lernalgorithmen die Schüler durch den gesamten Lernprozess, indem sie Lernmaterialien wie Zusammenfassungen, Mind Maps oder Karteikarten automatisieren und erstellen. Der Student ist dabei automatisch mit Kommilitonen verbunden, die an ähnlichen Themen arbeiten, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren. Gleichzeitig erhält der Anwender Informationen zu seinem Lernverhalten und erzielten Fortschritten. Langfristig soll das Produkt im Rahmen von Corporate Learning eingesetzt werden.

Mit KI für mehr Barrierefreiheit

Das vierte deutsche Team, das sich für das Finale in den USA qualifizieren konnte, widmet sich den Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz für Barrierefreiheit. Die Gruppe Pavo von der Hochschule Rhein-Waal macht Webseiten mittels KI für sehbehinderte Nutzer zugänglich, ganz im Sinne einer Digitalisierung für alle. Ihre Anwendung wird durch Crowd Sourcing und einen intelligenten Algorithmus mit der Zeit noch intelligenter.

Auch in diesem Jahr hat der Imagine Cup wieder eine Vielzahl innovativer Ideen hervorgebracht, auf die die Teams schon jetzt stolz sein können. Wir drücken unseren deutschen Nachwuchsentwicklern natürlich beide Daumen für das große Finale in Seattle und sind gespannt auf das Ergebnis!


Ein Beitrag von Kay Giza / Isabel RichterIsabel Richter: Imagine Cup 2018

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