Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer

Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer

Mensch und Maschine als unschlagbares Team – das funktioniert auch im Klassenzimmer: Da steht der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zwar noch am Anfang, oder, um im Bild zu bleiben, mit der Schultüte am Eingang. Aber schon jetzt zeigen sich enorme Potentiale, die erahnen lassen, wohin sich die Schulkarriere von KI einmal entwickeln könnte. Konkret zeigt das ein Beispiel aus den USA, bei dem die Professorin Sandra Connelly mit KI-Technologien von Microsoft die Lernbedingungen für Gehörlose und stark schwerhörige Menschen deutlich verbessert hat.

Während sich die letzten Studierenden noch auf ihre Plätze begeben, wirft Sandra Connelly für die anstehende Biologievorlesung schon die erste Frage in den Raum: „Welcher Rezeptor nimmt Schmerz auf?“ In das nachdenkliche Schweigen hinein antwortet sie schnell selbst: „Alle!“
Das Tolle: Im Hintergrund läuft eine PowerPoint-Präsentation, in der die Studierenden ihre Worte in Echtzeit verfolgen können. Zusätzlich übersetzt ein Gebärdendolmetscher das Gesagte direkt in Gebärdensprache.
Außergewöhnlich ist dabei nur die PowerPoint-Präsentation, der Rest ist Alltag in einer typischen Klasse am Rochester Institute of Technology.. So können die 1.500 gehörlosen und stark schwerhörigen Studierenden sehr viel einfacher am Campusleben mit den insgesamt 15.000 Studierenden teilnehmen.

Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer

Das Übersetzen in Echtzeit übernimmt künstliche Intelligenz von Microsoft

Die Übersetzung des gesprochenen Textes von Sandra Connelly übernimmt in PowerPoint Microsoft Translator, eine KI-gestützte Kommunikationstechnologie. Das System verwendet eine fortschrittliche Form von automatischer Spracherkennung, die gesprochene Sprache in einen geschriebenen Text umwandelt oder eine direkte Übersetzung in eine andere Sprache möglich macht. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, zum Beispiel durch Verbesserung bei der Zeichensetzung und der Spracherkennung, und ist bereits für mehr als 60 Sprachen verfügbar. Für die gehörlosen und schwerhörigen Studierenden an der Universität sind diese Texte eine ideale Ergänzung zur Gebärdensprache, um den Ausführungen ihrer Dozenten noch besser folgen zu können.

„Sprache ist eine treibende Kraft der Evolution“

Für dieses spannende Pilotprojekt arbeiten Wissenschafter und Entwickler von Microsoft eng mit dem National Technical Institute for the Deaf zusammen, einem der neun Colleges der Universität. Ziel ist es, den Einsatz KI-gestützter Sprachtechnologie zur Unterstützung gehörloser oder schwerhöriger Studenten im Klassenzimmer zu erproben – und zu verbessern. „Sprache ist die treibende Kraft der menschlichen Evolution“, sagt Xuedong Huang, Leiter der Speech and Language Group von Microsoft AI and Research. „Sie verbessert die Zusammenarbeit, die Kommunikation und das Lernen. Die Untertitel in PowerPoint ermöglichen es auditiv eingeschränkten Studierenden, besser zu lernen, besser zu kommunizieren.”

 

Ein großer Schritt auf dem Weg zu besserer Teilhabe

Sandra Connelly, die im ganzen Titel Assistant Professor an der Thomas H. Gosnell School of Life Sciences in Rochester ist, sieht die automatische Übersetzung und schriftliche Darstellung in PowerPoint als Ergänzung der Arbeit der Gebärdendolmetscher: „Früher kamen Studierende in mein Büro, weil sie in den Vorlesungen wichtige Begriffe oder Definitionen verpasst haben. Heute kommen sie, weil sie inhaltliche Zusammenhänge nicht verstanden haben.“ Das ist aus meiner Sicht nicht nur ein kleiner Unterschied zu früher, sondern ein deutlicher Fortschritt, der zeigt, wie moderne KI-Technologien die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verbessern können. Und sie bestätigt eindrucksvoll auch den ersten Satz dieses Textes: Mensch und Maschine sind ein unschlagbares Team. In Rochester ist es die Kombination beider Vermittungstechniken, Schrift und Gebärden, die den entscheidenden Unterschied macht. Die zusätzliche technologische Komponente bietet den Studenten ein breiteres Spektrum und eine größere Möglichkeit des Verständnisses – insbesondere denjenigen, die mit der Gebärdensprache noch nicht ausreichend vertraut sind. Über Microsoft Translator können die Studierenden zudem Abschriften der Vorlesungen speichern, was den Lernfortschritt insgesamt deutlich verbessert hat. Tolles Beispiel, oder?

Mehr spannende Einblicke in das Projekt am National Technical Institute for the Deaf und den KI-Technologien von Microsoft lesen Sie im Blogpost AI technology helps students who are deaf learn von John Roach.

 


Ein Beitrag von Andre Kiehne
Segment Lead Specialist Sales und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland

Andre Kiehne, Segment Lead Specialist Sales und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland

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