Azure trifft SPOT: Die Roboter sind los

Gelber Roboterhund läuft an Autos vorbei

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) verändert die Zusammenarbeit von Menschen und Geräten. Roboter sind durch KI in der Lage, sich dynamisch an Situationen anzupassen und auf smarte Weise in den Alltag zu integrieren. Das schafft völlig neue Einsatzmöglichkeiten für autonome Geräte. Der Roboterhund SPOT liefert dafür ein Beispiel, das am Dienstag schon im Fernsehen bei Galileo auf Pro Sieben zu sehen war und interessante neue Anwendungen für Microsoft Azure zeigt.

Terminator, Wall-E, C3PO, Nummer 5 oder iRobot: Bei Robotern denken viele an menschenähnliche Figuren aus Kinofilmen oder Büchern von Isaac Asimov und Stanislaw Lem. Die technischen Wegbegleiter agieren in diesen Geschichten ganz selbstverständlich mit Menschen, doch mit der Realität hat das wenig zu tun. Roboter finden sich heute vor allem in der Industrie, wo sie Arbeit in Fabriken verrichten und sogar oft in Sicherheitskäfigen eingesperrt sind. Die Welten von Mensch und Roboter sind streng getrennt, damit niemand verletzt wird.

SPOT von Boston Dynamics: Smarter Roboter-Hund für den autonomen Einsatz

Doch wir erleben gerade einen großen Wandel, der immer mehr Lebensbereiche erfasst. Neue innovative Technologien verändern das Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Und die Roboter werden jetzt nicht nur mobil, sondern auch autonom. Sie übernehmen Aufgaben jenseits der Werkhalle und integrieren sich in unsere Umwelt, wie der Roboter-Hund SPOT von Boston Dynamics zeigt. Microsoft Consulting Services hat deshalb verschiedene Azure-Services und eine Menge weiterer Technik aus Redmond mit seinem Partner Cluster Reply in SPOT integriert. Wir wollen damit vorführen, wie sich schon heute mit einer cleveren Kombination aus künstlicher Intelligenz und autonom agierenden Geräten völlig neue Business-Szenarien in kürzester Zeit und mit geringem Aufwand umsetzen lassen. Unser Video zeigt, wie das funktioniert.

Unser Beispiel ist der Einsatz von SPOT bei einer Autovermietung: Wenn Kund*innen ihr Fahrzeug zurückbringen, erfassen die Flottenmanager*innen das Kennzeichen mit einer PowerApp auf ihrem Smartphone – oder die Erfassung erfolgt gleich automatisch bei der Einfahrt ins Parkhaus. Der Roboter-Hund bekommt dadurch den Auftrag, den Parkplatz zu suchen und das Fahrzeug zu überprüfen. Wie ein neugieriger Labrador umrundet SPOT das Auto und erfasst den Zustand mit seiner Kamera und weiteren Sensoren. Seine verschiedenen Sensordaten und Bildinformationen überträgt SPOT zu Microsoft Azure in die Cloud oder verarbeitet sie gleich selbst „on the Edge“. So können die Azure Cognitive Services mögliche Schäden aus den Daten ermitteln, klassifizieren und dokumentieren. Mit Azure Machine Learning wird direkt danach die Schadenshöhe automatisch ermittelt. Wenn SPOT seine Arbeit erledigt hat, kehrt er zu seiner Basis zurück und meldet, dass die Inspektion abgeschlossen ist. Mit einer PowerApp-Anwendung können die Kund*innen sofort einen detaillierten Bericht über Schäden und Reparaturkosten einsehen, der sich mit wenigen Klicks annehmen oder ablehnen lässt. Die Flottenmanager*innen können derweil über ein PowerBI-Dashboard sämtliche Details der Schäden an ihrer Mietwagenflotte sehen und analysieren.

Grafisches Ablaufdiagramm

Für diese SPOT-Lösung war keine langjährige Entwicklung nötig, weil Microsoft und Cluster Reply eine Vielzahl vorhandener Technologien nutzen konnten. Bei der Schadenserkennung half der Einsatz vortrainierter KI-Modelle der Azure Cognitive Services, wodurch sich die Menge des benötigten Trainingsmaterials drastisch reduzieren ließ. Unsere Power Platform ermöglichte es wiederum, das komplette User Interface für die Basisanwendung sowie das PowerBI-Dashboard in weniger als zwei Tagen zu implementieren. Durch Azure IoT Edge ließen sich einzelne Services aus der Cloud direkt auf den Roboter verlagern. SPOT kann dadurch unabhängiger von seiner Internet-Verbindung agieren und muss weniger Daten übertragen. Für die Bewertung der Schäden und das Schätzen der Reparaturkosten nutzt Azure Machine Learning historische Daten, um das bestmögliche Ergebnis daraus zu berechnen.

Microsoft und Cluster Reply: Robotik-Plattform für verschiedenste Anwendungen

Doch das Beispiel mit SPOT und den Mietwagen ist nur einer von vielen möglichen Anwendungsfällen. Microsoft und Cluster Reply liefern eine skalierbare und flexible Robotik-Plattform, welche die umfangreichen Möglichkeiten von Azure ausnutzt. Die geschickte Kombination von KI mit autonom agierenden Geräten, wie Robotern oder Drohnen, macht noch viel mehr Einsatzszenarien denkbar. Im Umweltschutz könnten Unterwasserroboter bei der Bestimmung von Fisch- und Tierpopulationen helfen oder den Zustand von Wäldern begutachten. Flugdrohnen könnten automatisiert Schäden an Häusern in Erdbebengebieten filmen und digitale Zwillinge daraus erstellen, mit denen sich die Rettung von Menschen unterstützen lässt. Auch bei der Inspektion von Pipelines oder U-Bahn-Schächten kann die Technologie helfen. Wer mehr darüber wissen möchte, besucht am besten die ausführliche Webseite von Cluster Reply oder kontaktiert unseren Product Owner Stephan Leininger und unseren Lösungsarchitekten Markus Loosen.


Ein Beitrag von Markus Göbel
Communications Manager Data Applications and Infrastructure

Markus Göbel

 

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