Erfolgs-Check Mittelstand 2021 von Microsoft und BDA: Mittelständler sind flexibler, teamorientierter und digitaler als vor der Pandemie

Mitarbeitende halten eine Videokonferenz ab.

Der Mittelstand ist der Maschinenraum der deutschen Wirtschaft. Die 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stehen für immerhin rund 43 Prozent der Bruttowertschöpfung, sagt das Statistische Bundesamt, und für 58 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Jobs in Deutschland. Von den weltweit 2.700 „Hidden Champions“ stammt fast die Hälfte aus dem deutschen Mittelstand, hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft – Unternehmerverband Deutschlands e. V. (BVMW) berechnet. Doch der Mittelstand steht auch vor besonderen Herausforderungen. Nicht nur durch Corona.

Stichwort Digitalisierung: Covid-19 hat das Tempo der Digitalisierung über alle Branchen hinweg deutlich beschleunigt. Allerdings überfordert der aktuelle Digitalisierungsschub auch Teile der Wirtschaft und vor allem kleinere Firmen tun sich noch schwer mit der Umsetzung, zeigt eine Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom.
Stichwort Innovation: In seinem jüngsten Jahresgutachten warnt der Sachverständigenrat Wirtschaft von einer zunehmenden Konzentration von Innovationsausgaben auf große Unternehmen.
Stichwort Qualifizierung: Laut einer aktuellen KfW-Analyse hat die Hälfte aller Mittelständler während der Corona-Pandemie ihre Weiterbildungsangebote deutlich reduziert oder ganz eingestellt, obwohl es schon vorher Engpässe bei Digitalkompetenzen gab.

Dennoch haben Deutschlands Mittelständler mehrheitlich gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart nach der Corona-Krise. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage durch das Daten- und Analytikunternehmen Civey im Auftrag von Microsoft Deutschland und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die wir gemeinsam zur #futurework21 vorstellten.

Erfolgs-Check 2021: Gute Voraussetzungen für den Mittelstand

Demnach ist die Mehrheit der Unternehmen heute deutlich flexibler, teamorientierter und digitaler aufgestellt als vor der Pandemie. Der Erfolgs-Check Mittelstand 2021 von Microsoft und BDA zeigt, dass die Unternehmen besonders bei Fast die Hälfte der Mittelständler (48 Prozent) sieht sich durch flexible Arbeitsmodelle heute besser für die digitale Zukunft aufgestellt als vor Corona. Gleichzeitig nennen 52 Prozent der Befragten „Anpassungsfähigkeit und Flexibilität“ als die wichtigsten Faktor im Wettbewerb von morgen. Nach den Erfahrungen der Pandemie begrüßen die Beschäftigten eine flexiblere Arbeitswelt, die sich auch in moderner Teamarbeit mit digitalen Tools ausdrückt. Das ist eine gute Nachricht, denn ihre Bedürfnisse und die Erfordernisse von Markt und Wettbewerb ergänzen sich an dieser Stelle perfekt.

Deshalb wird sich die Zusammenarbeit in Unternehmen weiter verändern. Der Stellenwert der digitalen Kollaboration wird weiter steigen – und zwar nicht nur intern. Als nächster logischer Schritt steht die nahtlose Einbindung von Kunden und Lieferanten in eine firmenübergreifende digitale Zusammenarbeit an. Dafür sollten Mittelständler jetzt die notwendigen Grundlagen schaffen: in der Infrastruktur, wobei es vor allem auch auf Security ankommt, durch die Einführung von Kollaborationssoftware wie Microsoft Teams und durch die geschickte Integration von Datenströmen. Damit zum Beispiel der Vertrieb alle Informationen für seinen nächsten Kundenkontakt übersichtlich aus verschiedensten Quellen zusammengeführt in Microsoft Teams sehen kann.

Digitalisierung als Chance: Niemand will die „Rolle rückwärts“

Insgesamt zeigte sich die deutsche Wirtschaft selbst in der Corona-Rezession als besonders robust. Viele Unternehmen bewiesen seit dem Beginn der Pandemie eine hohe Anpassungsfähigkeit und setzten große Digitalisierungsprojekte in kürzester Zeit um. So hat beispielsweise das Familienunternehmen Miele quasi über Nacht Microsoft Teams für 15.000 Mitarbeiter eingeführt.

Und auch im Cloud-Bereich ist einiges geschehen: Fast die Hälfte der deutschen Firmen hat ihre Cloud-Nutzung seit Beginn der Corona-Krise ausgebaut, zeigt eine Umfrage von YouGov. Vor allem wurden aber alte Vorbehalte über Bord geworfen: Für acht von zehn Unternehmen hat die Digitalisierung durch Corona an Bedeutung gewonnen. Sie wird bereits von 97 Prozent „vor allem als Chance“ für das eigene Unternehmen gesehen, zeigt eine Umfrage des Bitkom.

Trotz aller Schwierigkeiten will fast niemand zurück in die Zeit vor Corona, wenn es um Digitalisierung geht. Eine „Rolle rückwärts“ zeichnet sich nicht ab. Es wird im Gegenteil ein echter Neustart gewünscht, bei dem es nicht nur um die Optimierung von Betriebsabläufen geht, sondern auch um neue Formen der Arbeit, mehr Nachhaltigkeit, bessere Wertschöpfung und echte Innovationen. 

Neue Erfahrungen: Vier Erfolgsfaktoren für den Neustart nach der Krise

Wie kann also der Mittelstand seine traditionellen Stärken mit den neuen Erfahrungen der vergangenen Monate kombinieren, um jetzt wieder voll durchzustarten? Welche Unterstützung brauchen gerade auch kleinere Unternehmen, um sich digitaler, innovativer und besser qualifiziert für die Zukunft aufzustellen? Was hilft Unternehmen wie Beschäftigten, um kreativer aus der Krise zu kommen? Auch dazu liefert der Erfolgs-Check Mittelstand 2021 wichtige Hinweise. Entscheidend für den Neustart nach der Krise sind demnach vier Erfolgsfaktoren: Resilienz, Flexibilität, Team und Qualifizierung.

  1. Kraft aus der gewachsenen Resilienz schöpfen und Unternehmenskultur weiter modernisieren und stärken. Den Resilienz-Check im vergangenen Jahr hatten Unternehmen und Belegschaften bereits gut bestanden. Nun geht es darum, den Aufbruch 4.0 für die Modernisierung der Unternehmenskultur zu nutzen. Dabei wird das menschliche Miteinander noch wichtiger. Schon heute halten 36 Prozent der Befragten Einfühlungsvermögen und Empathie für entscheidende Erfolgsfaktoren. Klare Kommunikation, transparente Entscheidungen und empathische Führung helfen, die digitale Zukunft zuversichtlich anzugehen.
  2. Neu gewonnene Flexibilität nutzen, um die Zufriedenheit der Beschäftigten zu steigern und als Organisation digital zu wachsen. Durch Vernetzung und Beschleunigung von Betriebsabläufen verändert sich die Art, wie wir arbeiten und Entscheidungen treffen. Viele Beschäftigte möchten die flexiblen Möglichkeiten aus der Corona-Zeit beibehalten. Sie sind reif für eine neue Arbeitswelt, und ihre Bedürfnisse passen sehr gut zu den Erfordernissen von Markt und Wettbewerb. Flexible Unternehmen starten gestärkt in die Zukunft.
  3. Teamwork durch digitale Tools erleichtern sowie mit neuen Freiheiten und klaren Prozessen die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Fast die Hälfte der Beschäftigten sieht Teamfähigkeit als essenziellen Faktor für die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Aber das will auch gelernt sein, denn jedes fünfte Unternehmen hat in diesem Bereich noch Nachholbedarf.oderne Zusammenarbeit mit digitalen Tools, klare Prozesse, Selbstorganisation und Entscheidungsfreiheit machen Mittelständler fit für die Zukunft.
  4. Hohe Lernbereitschaft der Beschäftigten nutzen und die Zukunft durch Qualifizierung sichern. Für drei von vier Beschäftigten im Mittelstand ist die Weiterbildung wichtig, um die digitale Transformation zu bewältigen. Aber gleichzeitig ist der Mangel an qualifiziertem Personal mit Abstand die größte Sorge der befragten Unternehmen. Die Lernbereitschaft der Beschäftigten ist hoch, doch mit der Digitalisierung wird das Lernen zur Lebensaufgabe – für Menschen und für Unternehmen. Erfolgreiche Firmen investieren jetzt gezielt in die Weiterbildung ihrer Belegschaften – und damit in die eigene Zukunft.

Wer diese Faktoren berücksichtigt und im Unternehmen anwendet, ist auf die Zukunft gut vorbereitet. Die ersten Expertinnen und Experten sagen schon einen Boom nach Corona für die deutsche Wirtschaft voraus.


Ein Beitrag von Oliver Gürtler
Leiter des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft Deutschland

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