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Mixed Reality: Technologie und Impulsgeber für eine Arbeitswelt im Wandel

Wie prägen Technologien wie Mixed Reality die Arbeitswelt von morgen? Die Antwort ist: Über die Vermischung der physischen mit der digitalen Welt sind völlig neue Möglichkeiten des Arbeitens und der Zusammenarbeit möglich. Firmen aller Branchen und Größen haben die Vorteile von Mixed Reality bereits erkannt und nutzen die Technologie in modernen Arbeitsumgebungen. Laut einer aktuellen IDC-Studie sehen Unternehmen vor allem in der Effizienzsteigerung, die sich durch eine bessere Zusammenarbeit ergibt, ein enorme Chance. Zum Beispiel, weil Kollegen ihr Wissen schneller austauschen können.

Mixed Reality: Neue Wege für die Zusammenarbeit

Von der Industrie, dem Gesundheitswesen, über Architektur und Design, bis hin zur Automobilbranche: Hologramme und digitale Zwillinge helfen Unternehmen schon heute dabei, bestehende Tätigkeiten effizienter auszuführen oder gänzlich neue Wege einzuschlagen. Die Bildergalerie gibt eine Übersicht über verschiedene Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie die Mixed Reality Technologie die moderne Arbeitswelt formt.

Mixed Reality bildet das gesamte Spektrum zwischen der physischen Welt, in der wir leben,bis hin zur vollständig digitalen Welt ab. Das Spektrum reicht dabei von Virtual Reality (VR) bis hin zu Augmented Reality (AR), der erweiterten Realität. Virtual Reality (VR) ist eine gänzlich virtuelle Realität, in der Elemente der physischen Welt miteinbezogen werden können – beispielsweise Handbewegungen mithilfe von Controllern. In der Augmented Reality (AR) werden digitale Elemente in die physische Welt eingeblendet – wie beispielsweise mit Microsoft HoloLens.

Microsoft HoloLens ermöglicht als erster kabelloser, völlig eigenständiger holografischer Computer Arbeiten ohne Einschränkung der Mobilität. Die leistungsstarke Hardware erlaubt die Einblendung von hochauflösenden 3D-Hologrammen in der realen Welt, ohne dabei auf separate Hardware angewiesen zu sein. So kann auch das Einblenden von Zusatzinformationen über ein Mixed Reality Headset Produktionsabläufe verbessern, weil Montageinformationen direkt in der Brille verfügbar sind und der Arbeiter die Hände frei hat, um seiner Arbeit nachzugehen. Die Brille ermöglicht die Interaktion mit holografischen Objekten via Sprach-, Blick- und Gestensteuerung. So lassen sich Hologramme beispielsweise über gezielte Handgriffe im physischen Raum völlig frei bewegen, positionieren oder in der Größe verändern.   Gleichzeitig ist auf diese Weise eine direkte Vernetzung mit Produktionsplanung- und Qualitätssicherung möglich.

Wartungsprofis nutzen Hologramme für effizientere Zusammenarbeit

In der Wartung bietet Microsoft HoloLens Servicetechnikern die Möglichkeit, Probleme frühzeitig zu erkennen, zu visualisieren und Informationen aus der Zentrale über die für die Wartung notwendigen Schritte zu erhalten. Bei der Reparatur können sie freihändig weiterarbeiten und sich die Informationen von ihren Kollegen über Microsoft HoloLens einblenden lassen.

Szenen wie diese spielen sich deshalb schon täglich in Unternehmen ab: Ein Servicetechniker steht in einer Produktionshalle vor einem grauen Schaltkasten mit unzähligen Kabeln und Schaltern. Eine Maschine hat plötzlich den Geist aufgegeben und die Produktion stoppt. Was jedoch die Ursache dafür ist, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Angeregt gestikuliert und diskutiert er scheinbar mit sich selbst. Dabei trägt er eine futuristische Brille, fast so wie der RoboCop aus den 80ern. Über diese Brille erhält er von einer Kollegin im Büro holografische Anleitungen und tauscht sich mit ihr darüber aus, wie der Fehler schnell behoben werden kann.

 Früher hat dieser Support umständlich per Telefon stattgefunden. Heute kann mithilfe von Mixed Reality und Microsoft HoloLens schnell geholfen werden, wenn notwendig. Denn über die Datenbrille kann der Nutzer sein Problem aus der „Ich-Perspektive“ per Video übertragen. Entsprechende Anweisungen oder Informationen können dann von einem Sachkundigen über Microsoft HoloLens holografisch auf das Objekt projiziert werden.

Die dahinter liegende Technologie hat Microsoft auf der Build Konferenz 2018 vorgestellt: Mit Microsoft Remote Assist kommunizieren Nutzer untereinander per Videotelefonie und können gleichzeitig Bilddateien austauschen, sowie holografische Anmerkungen machen. Über Microsoft HoloLens kann das Problem per Video erläutert werden. Der Träger der Brille hat beide Hände frei, um sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Sogenannte Firstline Worker (Mitarbeiter in Service und Produktion) können ihre Erkenntnisse vor Ort in Echtzeit mit Experten aus ihren Kontaktlisten der Gruppenchat-Software Microsoft Teams teilen und so auftretende Probleme schneller lösen und Aufgaben gemeinsam erledigen.

Ein weiteres Beispiel, wie die effiziente Zusammenarbeit aussehen kann, ist das Unternehmen Endress + Hauser: Eine neue, eigens auf das Unternehmen und seine Einsatzbereiche zugeschnittene App von Zühlke, nutzt Microsoft HoloLens, um den Arbeitern holographisch Messdaten und Anleitungen durch die Brille direkt am Objekt anzuzeigen.

Da Microsoft HoloLens die Umgebung exakt erkennen und erfassen kann, weist sie bei einer Reparatur oder Wartung dem Experten hinter der Brille den Weg und zeigt sehr präzise an, welche Handgriffe der Reihe nach zu erledigen sind. Für ein leichteres Verständnis wird beispielsweise der Füllstand eines Tanks direkt auf den Tank projiziert.

Die Mitarbeiter der Deutschen Bahn werden durch die Anwendung HoloAssist und Microsoft HoloLens am echten Objekt Schritt für Schritt durch Reparaturen geleitet. Die Anwendung zeigt dem Mitarbeiter in Echtzeit und 3D, welche Schritte durchzuführen sind.

Digitale Zwillinge verschlanken Design- und Planungsprozesse

 In der Automobilindustrie werden Mixed Reality Anwendungen genutzt, um beispielsweise Änderungen am Design neuer Fahrzeugmodelle in Echtzeit zu visualisieren. Dabei können auch Designer, die sich an unterschiedlichen Orten befinden, gleichzeitig an ein und demselben Objekt arbeiten. Durch diese neue Art der Zusammenarbeit kann vor allem in frühen Designphasen der Aufwand reduziert werden, da weniger Clay Modelle aus Ton geformt werden müssen.  Vielmehr können Designer, wie zum Beispiel bei Porsche, Änderungen am digitalen Zwilling des Autos vornehmen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Porsche: Beschleunigtes Fahrzeugdesign mit Mixed Reality Applikationen

Diese moderne Zusammenarbeit, die mit der Mixed Reality Technologie möglich wird, eignet sich zum Beispiel auch für die Planung von Anlagen und Fertigungsprozessen. Mit Microsoft Layout können Nutzer dreidimensionale Räume konzipieren, zum Beispiel 3D-Modelle für die Entwicklung von Raumkonzepten in realem Maßstab oder Designs in Form von Hologrammen im physischen Raum oder in der virtuellen Realität. Diese Modelle lassen sich mit anderen Nutzern in Echtzeit teilen und bearbeiten. Dadurch können Abläufe einfacher und für jeden verständlich dargestellt werden, sowie Anpassungen in Echtzeit vorgenommen werden, die erst durch die Visualisierung aufgefallen sind.

Mitarbeiter praxisnah und kosteneffizient ausbilden

Mixed Reality hat auch ein großes Potenzial, wenn es um Trainingsanwendungen geht. Bevor eine Reparatur durchgeführt wird, kann das Szenario mit Microsoft HoloLens ausgiebig geübt werden. Ein Beispiel für eine verständlichere technische Ausbildung ist die geführte Reparatur.

Mercedes-Benz Global Training zeigt, wie Trainingsteilnehmer aus aller Welt Mixed-Reality-Anwendungen mit Microsoft HoloLens schon heute erleben können. So werden auf eine reale Bremse holografische Schritt-für-Schritt-Anleitungen projiziert. Die Darstellung von dreidimensionalen Hologrammen in Kombination mit realen Objekten steigert dabei nachweislich die Lernkompetenz.

 

Einzelstücke für individuelle Bedürfnisse anfertigen mithilfe von Mixed Reality

thyssenkrupp hat die Zeit, die bislang nötig war, Treppenlifte für Privatkunden auszumessen, zu fertigen und zu liefern, von bis zu 70 Tagen auf 14 Tage reduziert. Das Unternehmen nutzt Mixed Reality, um seine Aufzugslösungen vor Ort zu visualisieren und gemeinsam mit den Kunden zu planen – und spart dadurch enorm viel Zeit. Denn jede häusliche Situation hat ihre Besonderheiten, daher ist jeder Treppenlift ein Einzelstück, das speziell auf individuelle Anforderungen zugeschnitten ist.

Mithilfe der Microsoft HoloLens können Treppen nun unter der Berücksichtigung von Ergonomie und Hindernissen wie Heizungen, Licht, Elektrohalterungen oder der Nähe zur Wand usw. vermessen und die Daten direkt ans Werk versendet werden. Kunden können bequem auf einem Tablet oder über Microsoft HoloLens sehen, wie der Treppenlift auf ihrer Treppe aussehen wird, und Entscheidungen zu Polsterung, Farbe von Stuhl und Schienen sowie maßgeschneiderten Besonderheiten treffen. So erhalten sie ein Produkt, das in das Erscheinungsbild ihres Zuhauses passt – und das vor allem noch schneller die akute Notlage beseitigt, in der sich die zumeist älteren Kunden befinden.

Auf ähnliche Art können auch Architekten und Bauträger von Mixed Reality profitieren. Denn die Planung und das Einrichten von Gebäuden ist ein aufwendiger Prozess: Von ersten Planungsskizzen über die Anfertigung detaillierter Pläne und CAD-Modellen vergeht viel Zeit. Da Planänderungen oft auf der Tagesordnung stehen, sind viele Modelle nach kurzer Zeit nicht mehr relevant und somit eine Verschwendung von Geld und Ressourcen. Daher entwickelte medialesson zusammen mit dem weltweit führenden Spezialisten für Büro-Einrichtungen Steelcase eine zukunftsweisende Mixed Reality-Anwendung für Innenarchitekten.

In der App „Holofurnish“ werden Teile des Steelcase-Büromöbelprogramms als 3D-Hologramme mittels simpler Handgesten und Sprachbefehle frei in einem beliebigen Raum via Microsoft HoloLens platziert. Somit können Innenarchitekten und Raumausstatter für ihre Kunden im realen Objekt, zum Beispiel einem Rohbau, einen ersten räumlichen Eindruck der späteren Möblierung erzeugen.

Es klingt wie Science-Fiction, ist aber bereits Realität
t3n über Mixed Reality in der Arbeitswelt.

„Das Potenzial von Technologien wie Mixed Reality in der modernen Arbeitswelt ist noch längst nicht ausgeschöpft. Denn Mixed Reality bietet ein riesiges Potenzial für Unternehmen. Ob in den Bereichen Wartung, Aus- und Weiterbildung, Planung, Design, Vertrieb oder Marketing – wir stehen gerade erst am Anfang der Reise“, so Michael Zawrel, Senior Product Manager Mixed Reality & HoloLens Germany.