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Digitalisierung im Fluss: Wie Global Hydro mit Big Data, VR und der digitalen Inbetriebnahme neue Maßstäbe setzt

Die Global Hydro Energy GmbH sitzt im oberösterreichischen Niederranna und entwickelt weltweit seit 80 Jahren erstklassige Kleinwasserkrafttechnologien. Heute ist das Tochterunternehmen der F-Energies Holding mit ihrer herausragenden Engineering- und Manufacturing-Expertise weltweit erfolgreich. Das Unternehmen setzt sowohl standardisierte als auch maßgeschneiderte Wasserkraftprojekte für Kunden im Energiesektor um – von der Planung, über die technische Ausstattung bis zur Inbetriebnahme, Steuerung und Regelung. Das macht Global Hydro zum idealen Partner für den gesamten Lebenszyklus eines Wasserkraftwerks. Das Unternehmen expandiert und zählt bereits über 200 Mitarbeiter*innen in über 8 Ländern auf mehreren Kontinenten – zum Beispiel in Indien, Türkei, Kolumbien und Indonesien.

Die Digitalisierungsreise der österreichstämmigen Global Hydro begann Hand in Hand mit ihrer Globalisierung. Mit dem Wachstum des Unternehmens auf mehreren Kontinenten wurde die Zusammenarbeit über geografisch verteilte Standorte hinweg zunehmend relevant. Die Ambition, weiterhin Branchenvorreiter zu sein und ihren Kunden einen Mehrwert zu liefern, zündete die Digitalisierungsreise von Global Hydro. Zunächst lag der Fokus auf der Digitalisierung unternehmensinterner Prozesse – doch bald sollte der Mehrwert ihrer Innovationskraft auch bei den Kunden seine digitalen Wellen schlagen.

Kollaboration über Unternehmens- und Landesgrenzen hinweg

Die klassische Szene von Techniker*innen auf der Baustelle zeichnete das Alltagsbild von Global Hydro. Sie prüften bestimmte Werte direkt an den Wasserkraftanlagen, wo sie die wichtigsten Daten notierten. Danach kamen sie damit wieder ins Büro oder schickten die wichtigsten Informationen über verschiedene Kommunikationskanäle an ihre Kolleg*innen. Die Kommunikation mit den Kunden war ebenfalls relativ verstreut und verlief mal über Chatdienste, mal telefonisch.

Auch in den internen Strukturen lief es ganz anders als heute. Das Unternehmen verfügte über eine interne Serverstruktur vor Ort, was die Kollaboration mit ca. einem Dutzend Tochterfirmen erschwerte. So mussten früher Kolleg*innen aus Indonesien und anderen Standorten sich auf digitalem Wege nach Österreich „durchhanteln“, um zu den notwendigen Ressourcen zu gelangen.

Das Fazit: Man musste hin zu digitalen Lösungen und weg vom „Techniker auf der Baustelle“, um Kollaboration über den physischen Raum hinweg zu ermöglichen.

Vorteile durch Digitalisierung für die Global Hydro und ihre Kunden

Im Zuge der Digitalisierungsreise wurde vieles komplett neu angedacht. So wurde innerhalb von Global Hydro auch die gesamte digitale Infrastruktur für alle Unternehmensanwendungen komplett neu aufgestellt. Firmenintern wurde Office 365 mit Anfang der Pandemie implementiert und inzwischen durch Teams, Dynamics 365 und Sharepoint erweitert. Weiters wurden die lokalen Serverstrukturen von der Cloud abgelöst und Workloads in eben diese verlagert. Heute sind ca. 500 Nutzer*innen innerhalb der Holding nahtlos miteinander verbunden. Auch die rund 200 Mitarbeiter*innen von Global Hydro und ihren Tochterfirmen können so über mehrere Kontinente hinweg ortsunabhängig zusammenarbeiten. Inzwischen erfolgt auch die Kundenkommunikation ebenfalls via Teams, der Datenaustausch am Sharepoint.

Jedes von Global Hydro ausgestattete Kraftwerk kann seine Daten an die Azure Cloud senden. Mittels Machine Learning werden diese Daten analysiert und Anomalien erkannt. Somit ist es möglich, Probleme zu erkennen, bevor sie eigentlich eintreten. Dies verhindert oftmals einen Maschinenstillstand und aufwendige Reparaturen. Zudem ermöglicht Global Hydro seinen Kunden bereits seit zwei Jahren, ihre Kraftwerke von einer zentralen Plattform aus zu visualisieren, zu analysieren und zu steuern – selbst von mobilen Endgeräten aus. Kunden behalten ihre Kraftwerke stets im Blick und können, falls nötig, jederzeit in den Betrieb eingreifen.

Die digitale Inbetriebnahme der Zukunft

Während der Inbetriebnahme eines Wasserkraftwerks gibt es genaue Prozesse, Protokolle und Checklisten, die abgeklärt sein müssen. Dass es dafür Menschen mit der notwendigen technischen Expertise vor Ort braucht, ist nach wie vor so. Heute ist es aber nicht mehr nötig, dass dafür ein/e Techniker*in aus Österreich zur Anlage reist. Der bzw. die Technikerin vor Ort muss nur eine AR-Brille aufsetzen und ist mit den Expert*innen von Global Hydro verbunden. Diese führen den Techniker*innen vor Ort durch den gesamten Prozess der Inbetriebnahme, geben Anweisungen, sind bei kritischen Prüfungen live dabei und können dank Fernwartung direkt in die Inbetriebnahme eingreifen. Diese ist nämlich ein Prozess, der mehrere Wochen dauern kann und mit digitalen Lösungen am Puls der Zeit für alle Beteiligten wesentlich erleichtert worden ist.

Die Digitalisierungsreise antreten – gemeinsam

Wie so oft wurden früher Informationen zwischen Tür und Angel unter den Mitarbeiter*innen ausgetauscht. Heute steht bereits eine Lernplattform zur Verfügung, die in Microsoft 365 integriert ist. Diese vermittelt Mitarbeiter*innen die Grundlagen für den Umgang mit den neuen digitalen Werkzeugen, internes Wissen im Rahmen von Abteilungsschulungen sowie weitere Kompetenzen, darunter Sprachen. Dabei besteht die Herausforderung darin, den Lernplan im gleichen Schritttempo wie die digitale Reise von Global Hydro zu entwickeln und damit bestmöglich zu begleiten.

„Digitalisierung an sich ist keine Garantie dafür, dass alles gleich auf Anhieb leichter wird. Bevor eine Lösung implementiert wird, will sie von allen Beteiligten akzeptiert und gelernt werden. Man muss also von an Anfang an darin investieren, alle Beteiligten mitzunehmen – denn die Lernkurve auf der Reise ist steil. Erst dann, wenn alle an Bord sind, lässt sich aus der Innovation die Wertschöpfung ableiten“, so Heinz-Peter Knaß, Geschäftsführer von Global Hydro Energy.

Für den erfolgreichen Digitalisierungsweg von Global Hydro waren weitere Faktoren ausschlaggebend: Einerseits gab das Management mit einer klaren, ambitionierten Vision die Richtung vor und festigte das Engagement des Unternehmens auf dem Weg in die Digitalisierung mit Investitionen. Gleichzeitig war die Begleitung durch einen verlässlichen Partner wichtig, um das notwendige Wissen in die hausinterne IT zu bringen und Expert*innen innerhalb des Unternehmens aufzubauen. Microsoft Silver Partner pichler/netz, stellte mit CEO Martin Pichler einen Experten für Office 365- und Azure bereit und befähigte somit das Unternehmen Global Hydro, das Beste aus seiner Software zu machen. So war es beispielsweise für das IT-Team von Global Hydro möglich, über Nacht um die 75 Laptops problemlos neu aufzusetzen.

Die Reise hat gerade erst begonnen

Global Hydro hat in punkto Digitalisierung noch einiges vor. Viele interne Prozesse sollen noch effizienter gestaltet werden. So werden etwa durch weitere Automatisierung bestimmte Freigabeprozesse (von z.B. Bestellungen) in Zukunft nicht erst nach mehreren E-Mails und ausgefüllten Formularen erledigt sein – dafür wird ein Click auf dem Smartphone reichen.

Zudem werden die Funktionen und Modelle der Predictive Maintenance Lösung stetig weiterentwickelt. Diese lassen es nicht nur zu, Wartungsintervalle genauer zu definieren, sondern werden auch zur Weiterentwicklung der Maschinenbauausrüstung verwendet. Zum Beispiel können Probleme bereits durch abnormale Temperaturen angedeutet werden, auch wenn diese noch weit unter den Schwellwerten liegen. Anstatt einen Techniker zu beauftragen, das Problem zu lösen, werden Daten die Ursache des Problems ans Licht bringen.