#PrideTalk mit Rafi Rachek: „Es gibt viele Schwule und Lesben, die sehr gläubig sind“

In diesem Jahr stellen wir zum Pride-Monat bei Microsoft das Thema Intersektionalität in den Fokus. Wir wollen zeigen, dass die LGBTQI+Community noch bunter ist als ein Regenbogen, wir wollen miteinander sprechen und voneinander lernen. Im #PrideTalk wollen wir deshalb mit Menschen sprechen, um von ihnen und ihren Erfahrungen zu lernen. Diesmal: Rafi Rachek.

Rafi Racheck wurde als jüngstes von acht Kindern in Syrien geboren. Als Teil einer religiösen Minderheit, der Yeziden, wurde die Familie dort bedroht und verfolgt. 1999 flüchtete Rafi als 9jähriger nach Deutschland und lebte sieben Jahre in einer Flüchtlingsunterkunft. Sein Traum war es damals Fußballprofi zu werden, öffentlich bekannt wurde er durch seine Teilnahme bei „Bachelor in Paradise“ und dem öffentlichen Outing in diesem Format. Für ihn selbst ein Befreiungsschlag. Für seine Familie der Grund den Kontakt abzubrechen.

Was bedeutet Pride für dich?

Pride bedeutet für mich für die Rechte der LGBTQI+ Community zu kämpfen, da die Homophobie leider größer ist als viele denken.

Intersektionaliät ist unser diesjähriges Motto zum Pride Month bei Microsoft. Erinnerst du dich an eine Situation, die dich besonders geprägt hat?

Auch ich habe es leider direkt nach meinem Outing erlebt. Zwei meiner syrischen Brüder und mein ehemaliger bester Freund haben mich aufgrund meiner Homosexualität verstoßen, da sie der Meinung sind, es gehören Mann und Frau zusammen und nicht Mann und Mann oder Frau und Frau. Diese Situation ist leider kein Einzelfall, sondern ein Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft, da für sehr viele Homosexualität nicht normal ist.

Mit wem würdest du gerne mal über LGBTQI+ sprechen und warum?

Ich würde sehr gerne mit hochrangigen Vertretern der katholischen Kirche oder am liebsten mit dem Papst über LGBTQI+ sprechen, weil sie zum Beispiel die kirchliche Trauung verweigern, obwohl es viele Schwule und Lesben gibt, die sehr gläubig sind und ihre Ehe gerne vor Gott besiegeln möchten.

Eine Grafik mit vielen bunten Flaggen, darüber in Schwarz die Schrift "Pride, Together we can"

Danke für das Gespräch, Rafi!

🏳‍🌈 Was bedeutet „Pride“ für euch? Welches Gespräch zu LGBTQI+ hat euch besonders geprägt? Kennt ihr einen Menschen, der zu dieser Reihe passen würde? Schreibt uns auf Twitter mit dem Hashtag #PrideTalk! 🏳‍🌈

Bisher im #Pridetalk:

Sarah Ungar „Ich bin stolz darauf, wer ich bin“

Janina Kugel „Jede Form der Diskriminierung ist inakzeptabel“

Ingo Bertram „Es ist wichtig die eigene Stimme für Vielfalt und Gleichberechtigung einzusetzen“

Felicia Mutterer „Homophobie ist immer noch viel zu weit verbreitet.“

 

 


Ein Beitrag von Christoph Waldstein

Client Director Strategic Sales und Teil des GLEAM & Friends-Boards

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