Ungeeignete oder fehlende Lernangebote hemmen digitale Transformation und stellen Sicherheitsrisiko dar / Allianz für KI-Kompetenz in Deutschland bietet Hilfestellung und Kurse
14.08.2025, Berlin – Knapp die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland nutzen KI bereits regelmäßig im Job. Gleichzeitig fühlen sich 73 % beim KI-Lernen von ihren Arbeitgebern nicht ausreichend unterstützt. Diese Ergebnisse einer repräsentativen Microsoft-Umfrage¹ bestätigen: Ohne gezielte Weiterbildung bleiben Potenziale ungenutzt, und Sicherheitsrisiken durch Falschanwendung steigen. Ein von Microsoft veröffentlichtes Whitepaper, entstanden im Partnernetzwerk der schnell wachsenden Allianz für KI-Kompetenz in Deutschland, bietet Unternehmen praxisnahe Empfehlungen für erfolgreiche KI-Einführung – von der Pilotierung bis zur Skalierung.
Neue Studienergebnisse: KI-Skilling als Erfolgsfaktor
Die digitale Transformation schreitet rasant voran – und mit ihr wächst die Bedeutung gezielter Qualifizierungsmaßnahmen:
- So zeigt die Studie, dass bereits 44 % der Befragten KI mindestens einmal im Monat beruflich nutzen – ein Anstieg von 104 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese Verdopplung signalisiert eine wachsende Neugier und Offenheit gegenüber KI-Technologien.
- Doch genau hier offenbart die Studie eine kritische Lücke: 73 % der Befragten gaben an, nicht zu wissen, welche Lernangebote ihr Arbeitgeber im Bereich KI bereitstellt. Diese Zahl legt nahe, dass entweder keine ausreichenden Weiterbildungsangebote existieren oder die Kommunikation darüber in den Unternehmen unzureichend ist.
- Nur 12 % der Mitarbeitenden bewerten die bestehenden Weiterbildungsmaßnahmen ihres Arbeitgebers als effektiv. Lernangebote sollten nicht nur bereitgestellt, sondern auch bedarfsgerecht, praxisnah und motivierend gestalten werden.
Die Studie liefert zudem konkrete Hinweise darauf, was Mitarbeitende sich wünschen:
- Ein besonders häufig geäußerter Wunsch betrifft praxisnahe Inhalte: 28 % der Befragten möchten mehr Anwendungsbeispiele, die direkt auf ihren Fachbereich zugeschnitten sind. KI sollte nicht nur theoretisch vermittelt werden, sondern im konkreten Arbeitskontext erlebbar sein.
- Ein weiteres zentrales Anliegen ist der Umgang mit konkreten Tools: Mehr als ein Viertel der Teilnehmenden (27 %) gibt an, dass sie sich hier mehr Unterstützung wünschen.
- Auch der Einstieg ins Thema stellt für viele eine Herausforderung dar. 21 % der Befragten benötigen eine grundlegende Einführung in KI – ein deutliches Signal, dass niedrigschwellige Angebote für Einsteiger weiterhin dringend gebraucht werden.
- Rechtliche Fragestellungen rücken zunehmend in den Fokus: 21 % der Teilnehmenden interessieren sich besonders für die juristischen Rahmenbedingungen beim Einsatz von KI.
- Strategisches Interesse spiegelt sich in den Antworten von 18 % der Befragten wider, die mehr über potenzielle Anwendungsgebiete von KI erfahren möchten. Sie wollen verstehen, wo und wie KI über den eigenen Arbeitsbereich hinaus sinnvoll eingesetzt werden kann.
- Bereits jede*r zehnte (12 %) ist an KI-Agenten interessiert – und 77% der Führungskräfte möchten in den nächsten 12 bis 18 Monaten KI-Agenten einsetzen. Das bedeutet jedoch ebenso, dass bei 88,5% der Befragten das Grundlagenwissen in der Anwendung von KI fehlt.
Diese Ergebnisse bestätigen zentrale Erkenntnisse aus der Praxis der Allianz für KI-Kompetenz in Deutschland, einem Zusammenschluss von führenden Unternehmen, Verbänden und Bildungseinrichtungen, der Beschäftigte in Deutschland fit für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz machen will: Es braucht keine Einheitslösung, sondern modulare, zielgruppenspezifische Lernangebote. Initiativen wie die Allianz für KI-Kompetenz in Deutschland spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie schaffen nicht nur Bewusstsein, sondern auch konkrete Lernpfade, die Unternehmen helfen, das Potenzial von KI nachhaltig zu erschließen.
Gezielt schulen – ein Whitepaper als Kompass für die KI-Transformation
In einem aktuellen Microsoft-Whitepaper fließen die vielfältigen KI-Weiterbildungserfahrungen aus dem Partnernetzwerk der Allianz zum Thema KI-Kompetenzaufbau in Unternehmen zusammen. Der Leitfaden zeigt Firmen auf, wie KI erfolgreich eingeführt werden kann. Er vermittelt praxisnahe Empfehlungen und bewährte Methoden, beleuchtet aber auch typische Herausforderungen und zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu wirkungsvollen KI-Anwendungen. Dabei wird deutlich: Wer KI erfolgreich einsetzen will, braucht nicht nur Technologie, sondern vor allem Vertrauen, Qualifikationsangebote und eine klare Vision.
Das Whitepaper zeigt darüber hinaus, dass KI kein reines IT-Thema, sondern ein tiefgreifender Veränderungsprozess ist, der Kultur, Führung und Lernen neu denkt. Es beschreibt die fünf Phasen der AI Transformation Journey – von der Standortbestimmung über Pilotierung bis zur strategischen Skalierung – und liefert konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen jeder Größe.
Ein Aspekt, der dabei besonders ins Gewicht fällt, ist das Risiko, das durch fehlendes Wissen über KI entsteht. Unzureichende Schulung kann nicht nur zu ineffizienter Nutzung führen, sondern auch ernsthafte Sicherheitslücken verursachen – etwa durch fehlerhafte Prompts, unkritische Nutzung generativer KI oder mangelndes Verständnis für Datenschutz- und Urheberrechtsfragen. Diese Risiken entstehen häufig, weil Mitarbeitende ohne fundiertes Wissen eigenständig mit KI-Tools experimentieren – oft ohne klare Leitlinien oder Bewusstsein für mögliche Folgen.
Neue Mitglieder und Lernangebote, die nachgefragt werden: So entwickelt sich die Allianz
Vor acht Monaten wurde die Allianz für KI-Kompetenz in Deutschland ins Leben gerufen – mit dem Ziel, die deutsche Wirtschaft fit für die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu machen. Damals startete die Allianz mit Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), LinkedIn, dem Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft, Bitkom, dem Innovators Club des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), der Deutschen Telekom, Schaeffler, Hapag-Lloyd, Talanx, der International University (IU) Group, PwC Deutschland und Siemens Energy. Die Mitglieder vereint eine gemeinsame Mission: Wissen und Erfahrungen rund im KI auszutauschen, eine Vordenkerrolle für KI-Kompetenz einzunehmen, konkrete Maßnahmen handlungsorientiert umzusetzen sowie Vertrauen und Optimismus für den Einsatz von KI zu fördern.
Durch den Zusammenschluss wird nicht nur vorhandenes Expert*innenwissen gebündelt, sondern auch bestehendes Schulungsmaterial gemeinsam nutzbar gemacht. So können Bildungsangebote skaliert und einer breiteren Zielgruppe zugänglich gemacht werden – von Auszubildenden über Fachkräfte bis hin zu Führungspersonen. Die Allianz schafft damit die Grundlage, um mehr Menschen mit den nötigen Kompetenzen und Werkzeugen auszustatten, die sie benötigen, um sich sicher und selbstbewusst in einer zunehmend KI-geprägten Arbeitswelt zu bewegen.
Seit ihrem Start hat sich die Allianz zu einem starken Netzwerk entwickelt, das kontinuierlich wächst und heute bereits 36 Unternehmen, Verbände und Bildungspartner umfasst. Zu den neuesten Mitgliedern gehören Otto, Thyssenkrupp, Oetker Digital, E.ON, Zeiss, Accenture, Arvato Systems, ESMT Berlin, Krone Group und Leaders of AI.
In drei Roundtables zu den Themen AI Transformation, Betriebsräte, sowie AI Agents und einem Expertenkreis-Meeting in Köln setzt die Allianz Impulse zu produktiven Diskussionen mit ihren Mitgliedern. In Diskussionsrunden, Expert*innen-Workshops und Bildungsprogrammen – etwa für Auszubildende – wurden in den vergangenen Monaten nicht nur konkrete Maßnahmen zur KI-Qualifizierung umgesetzt, sondern auch eine neue Lernkultur etabliert: kollaborativ, praxisnah und zukunftsorientiert. Allianzmitglied PwC nutzte beispielsweise das Microsoft Pay It Forward Modell für ein unternehmenseigenes Volunteering Programm und besuchte damit fünf verschiedene Schulen in Deutschland, um Schüler*innen KI näherzubringen.
¹ Civey hat im Auftrag von Microsoft im Juni 2025 2.500 deutsche Erwerbstätige zu ihren KI-Skills und KI-Schulungsangeboten in Unternehmen befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.
Über Microsoft
Die Microsoft Deutschland GmbH, im Jahr 1983 als Niederlassung der Microsoft Corporation (Redmond, U.S.A.) gegründet, beschäftigt in Deutschland über 3.000 Mitarbeiter*innen an den sieben Standorten Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart und Walldorf. Gemeinsam mit unseren 30.000 Partnern in Deutschland unterstützen wir Unternehmen durch innovative Lösungen für die intelligente Cloud und das Intelligent Edge, damit sie erfolgreich für die digitale Transformation und das KI-Zeitalter aufgestellt sind. Daneben ist Microsoft ein weltweit führender Anbieter in Bereichen wie produktive Softwarelösungen, IT-Sicherheit, innovative Hardware und Entwicklungsplattformen, die auch auf der Open-Source-Technologie basieren. Mit unserem Karrierenetzwerk LinkedIn vernetzen wir mehr als 950 Millionen Menschen weltweit und ermöglichen mit Xbox und dem Game Pass ein plattformübergreifendes Spielerlebnis. Microsoft investiert in den Ausbau von KI-Infrastrukturen und Cloud-Kapazitäten sowie in die Qualifizierung von Fachkräften in Deutschland. Gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beteiligen wir uns an vielfältigen Initiativen und Projekten, damit alle Menschen am Fortschritt der digitalen Gesellschaft teilhaben können.
Weiterführende Links zum Thema KI-Skilling
- AI Skills Navigator: Der KI-Assistent, der passende Inhalte für ihren Wissensstand zum Thema KI vorschlägt.
- Microsoft Learn: Steigern Sie Ihre KI-Sprachkompentenz mit einer Vielzahl von Modulen.
- IT-Fitness: Fünf niedrigschwellige Lernpfade zum Thema AI Fluency bieten einen leichten Einstieg ins Thema.
- LinkedIn Lernpfad: Grundwissen Generative KI, bereitgestellt von Microsoft und LinkedIn
Die aktuellen Mitglieder der Allianz für KI-Kompetenz in Deutschland
Accenture
Arvato Systems
BASF
BDA
Bechtle
Bildungswerk
Bitkom
BMW
DB Cargo
Deutsche Telekom
DHL Group
Oetker Digital
E.ON
ESMT Berlin
FJS
Hapag-Lloyd
HDI
IHK Digital
Innovators Club
IU Group
KPMG
Krone Group
Leaders of AI
Linde
LinkedIn
Merck
Otto
PwC
Schaeffler
Siemens Energy
Siltronic
Talanx
Thyssenkrupp
TÜV Verband
VW
Zeiss