Xbox Adaptive Controller: Wie Inklusion im Gaming funktioniert

Zwei Jungs die mit dem Adaptive Controller Xbox One spielen

Eines unserer wichtigsten Leitprinzipien bei Xbox lautet: Nur wenn alle mitspielen können, können wir gewinnen. Dieser von Phil Spencer geprägte Satz unterstreicht, dass Gaming zwar mittlerweile zum größten Kulturmedium der Welt aufgestiegen ist – wir als Industrie und Hersteller aber noch aktiver dafür sorgen müssen, Videospiele für alle zugänglich zu machen.

Unter den mehr als 2,5 Milliarden Gamerinnen und Gamern weltweit gibt es viele, die nicht mit einem herkömmlichen Gamepad in virtuelle Spielewelten eintauchen können. Beispielsweise, weil sie aufgrund einer Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Für diese Gamer haben wir den Xbox Adaptive Controller entwickelt. Weil jeder Mensch und jede Behinderung einzigartig sind, lässt sich der Controller durch externe Erweiterungen individuell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Heute, am Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung, stellen wir drei Spielerinnen und Spieler vor und zeigen, wie sie durch aktive Inklusion am Gaming teilhaben. Mehr Porträts und Videos haben wir in der Artikelreihe „We Are All Gaming“ auf Xbox Wire DACH veröffentlicht.

Melly: Nach 15 Jahren wieder spielen können

Was es bedeutet, ihrem liebsten Hobby nicht mehr nachgehen zu können, weiß Melly aus Köln genau: Die 32-Jährige liebt Gaming seit ihrer Kindheit, musste jedoch aufgrund ihrer spinalen Muskelatrophie über 15 Jahre lang auf Computer- und Konsolenspiele verzichten. Spinale Muskelatrophie führt zu einem Rückgang motorischer Nervenzellen im Rückenmark, so dass selbst eine kleine Bewegung wie die Bedienung eines Controllers für sie mit großer Anstrengung verbunden ist.

Seit 2017 spielt sie wieder Games, und der Xbox Adaptive Controller eröffnet ihr viele neue Möglichkeiten. Melly koppelt ihren Xbox Adaptive Controller mit Zubehör und kann ihn so mit minimalen Bewegungen und Kraftaufwand steuern. Auch komplexere Games wie DOOM oder Devil May Cry 5 sind mit diesem Setup für Melly spielbar: „Für mich hat der Adaptive Controller einen sehr großen Stellenwert, weil er mir die Bedienung wesentlich erleichtert und mir so das Spielen einer größeren Auswahl von Titeln ermöglicht. Durch die vielen neuen Optionen muss ich kein Spiel von Beginn an als ungeeignet ausschließen“, so die passionierte Gamerin.

Ihr wollt mehr über Melly erfahren? In unserem ausführlichen Porträt auf Xbox Wire DACH erklärt sie uns im Detail, welche Erweiterungen sie am Xbox Adaptive Controller nutzt. Sie twittert außerdem als @melly_maeh über Inklusion.

Dennis: Spielesteuerung mit dem Mund

Auch der 31-jährige Dennis kennt das Problem, kein reguläres Gamepad mehr bedienen zu können. Denn Dennis hat seit einem Mountainbike-Unfall im Alter von 17 Jahren eine Querschnittslähmung unterhalb des Halses. Deshalb nutzt er einen QuadStick und den Xbox Adaptive Controller zum Spielen: Der Controller kann an seinen Rollstuhl montiert werden und funktioniert als Hub für Peripherie-Geräte, um die Spielsteuerung zu vereinfachen und auf individuelle Bedürfnisse anzupassen.

Dennis schließt je nach Bedarf Buttons und Peripherie-Geräte an, die er mit Schultern, Kopf und Mund bedient. „Für mich persönlich sind die vielseitigen Anschlussmöglichkeiten des Adaptive Controllers besonders wichtig. Man kann für jedes Spiel individuell sein Setup und die Tastaturbelegung anpassen. Da sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt.“, so der Viersener.

Dank des Xbox Adaptive Controllers kann Dennis auch im Liegen zocken. So steht auch längeren Sessions im Multiplayer-Modus nichts im Weg: „Dadurch, dass ich mit meinen Kumpels spielen kann, macht es immer mehr Spaß und wird auch nie langweilig. Durch die vielseitigen Bedienmöglichkeiten bin ich genauso flexibel und reaktionsschnell wie meine Mitspieler.“, so Dennis.

Auch über Dennis gibt es ein ausführliches Porträt, in dem ihr noch mehr über ihn und seine Leidenschaft für Gaming lesen könnt. Wer mehr von Dennis sehen will, kann ihm auf Twitter als @WheelyWorld folgen oder auf Twitch.tv beim Spielen zuschauen.

Ricardo: Einhändig zum Gears-Profi

Aber nicht jeder braucht den Xbox Adaptive Controller. Ricardo etwa ist mit einer halbseitigen Lähmung geboren worden. Das hat ihn nicht davon abhalten können, trotzdem früh ins Gaming einzusteigen. Zusammen mit seinem größeren Bruder begann er mit 10 Jahren an der Konsole zu spielen und seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln. Vor seinem Fernseher sitzt er mit überschlagenen Beinen. Auf das obere Bein legt er seinen Xbox Controller. Mit der linken Hand hält er ihn an Ort und Stelle, die rechte Hand bedient den Controller – wie eine Spinne, die sich von oben abseilt.

Und damit ist er so erfolgreich und effektiv wie kaum ein anderer Spieler. Immerhin nutzt Ricardo alle fünf Finger gleichzeitig zum Steuern. Das erfordert viel Übung und Geschick – die meisten nutzen nur zwei Finger pro Hand (Daumen und Zeigefinger). Seinem Gamertag „OneHandGamer1“ macht er damit alle Ehre und räumt online auf den Gears-5-Servern ganz schön auf. Sein Ziel: Das Hobby mal zum Beruf zu machen. „Ich würde mir wünschen, dass es bessere Möglichkeiten für Gamer mit Behinderungen im E-Sport gäbe. Besondere Ligen zum Beispiel. Schließlich gibt es ja auch Paralympics“, so der aufstrebende Gamer.

In seinem ausführlichen Blogpost erklärt Ricardo auch noch, wie Spieleentwickler durch Software-Einstellungen Inklusion gewährleisten können.


Ein Beitrag von Sandro Odak
Xbox Communications Manager Microsoft

Sandro Odak Profilbild rund Xbox Communications Manager Microsoft

Tags: ,

Weitere Infos zu diesem Thema

2. Dezember 2019
The Life of a Microsoftie – Wie Technologien Menschen mit Behinderung den Alltag erleichtern

In unserer Reihe The Life of a Microsoftie geben bei Microsoft angestellte Menschen einen persönlichen Einblick in ihren Alltag bei Microsoft, wie sie zum Unternehmen gekommen sind und was ihre Arbeit besonders macht.
Jan Schenk arbeitet seit 2008 in verschiedenen Positionen bei Microsoft. In seiner aktuellen Rolle als Developer Relations Program Manager bringt er ein weltweites Team von Cloud Advocates mit Developer Communities in ganz Deutschland zusammen. Außerdem ist Jan aktiv in Microsofts Employee Ressource Group disAbility, die sich um die Belange von Mitarbeiter*Innen mit Behinderungen kümmert – nicht nur, weil er selbst eine Schwerbehinderung hat, sondern auch, weil ihm Vielfalt und Inklusion eine Herzensangelegenheit sind.