Kreativ in der Krise: Lesen gegen Lockdown-Langeweile

Sie heißen Lesekreis, Literaturzirkel oder Buchclub – doch allen ist eines gemein: die neue Lust am Austausch über die Lektüre. Angesichts von Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren sind Videochats über Skype oder Microsoft Teams die ideale Lösung, um einander nach wie vor zu treffen. Nahezu 70.000 Lesekreise gibt es mittlerweile in Deutschland.

Emma Watson tut es, Reese Witherspoon ebenfalls und auch Andrea Petković: Sowohl die Schauspielerinnen als auch die Tennisspielerin betreiben im Internet eigene Buchclubs. Und die finden inzwischen großen Zulauf. Dort tauschen sich die Promis mit anderen Literaturfans über ihre Lektüre aus und verraten Buchtipps. „Reese“ war es denn auch, die Delia Owens’ „Der Gesang der Flusskrebse“ zum Hype werden ließ. Sie kürte den Dauerbestseller bereits kurz nach seiner Veröffentlichung zum Roman des Monats ihres Buchclubs Reese’s Book Club.

Lesen ist cool

Auch Yumi Downie-Blackwell findet die Promi-Buchclubs im Internet „super“: „Ich liebe alles, was die Wahrheit über Bücher zeigt: nämlich, dass Lesen cool ist.“ Die gelernte Bibliothekarin leitet seit 2015 selbst einen Buchclub, der rund 4000 Mitglieder zählt und ebenfalls online zu finden ist – auf der Plattform Meetup. Dort haben sich auch andere literarische Treffpunkte in bunter Vielfalt versammelt – seien es Jane-Austen-Fans, Fantasy-Freaks oder Science-Fiction-Freunde. Sie tauschen dort Lesetipps aus und unterhalten sich über alles, was Literatur betrifft.

Lesen und Geschichten erzählen ist schon immer angesagt

Die Lust am Austausch über die Lektüre hat übrigens Tradition. Ähnlich wie heute isolierten sich die Menschen in der beginnenden Neuzeit, um sich nicht mit der Pest anzustecken. So entstand auch eines der wichtigsten literarischen Werke dieser Epoche: das „Dekameron“ – eine Sammlung von 100 Novellen, die Giovanni Boccaccio um 1350 abgefasst hat. Darin ziehen sich sieben Frauen und drei Männer aus Florenz aufs Land zurück und vertreiben sich die Zeit mit Geschichten, die sie einander erzählen und diskutieren.

Lesen bleibt also cool. Noch cooler wird es, wenn wir mit anderen darüber reden können.

Hier ein paar Tipps für die Gründung eines Buchclubs und was man beachten sollte:

1. Wie finde ich die richtigen Leute?

Vielleicht gibt es im Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreis einige Bücherfans, die gerne mitmachen? Da heißt es einfach nachfragen. Bibliotheken, Buchhandlungen, Volkshochschulen oder ähnliche Institutionen bieten ebenfalls Lesezirkel an. Wer damit nicht weiterkommt, kann im Internet unter den entsprechenden Stichworten und der eigenen Ortsangabe suchen – oder gleich an einem Online-Buchclub teilnehmen. Vor dem ersten Treffen empfiehlt es sich abzuklopfen, ob alle Kandidaten ähnliche Vorstellungen haben: Wie wichtig ist einem das Lesen? Über welche Bücher wollen wir sprechen?

2. Wie viele Mitglieder sind optimal?

Für einen privaten Buchclub sind drei Mitglieder fast zu wenig, mehr als acht Teilnehmer schon zu viel, schließlich soll für jeden genug Redezeit sein.

3. Wie oft sollten die Treffen stattfinden?

Zu berücksichtigen ist, dass jeder genug Zeit für die Lektüre haben sollte. Ein Abstand von vier bis sechs Wochen hat sich als gut geeignete Zeitspanne erwiesen.

4. Welches Buch lesen wir?

Damit sich jeder eingebunden fühlt, sollten reihum Buchvorschläge eingebracht werden. Zudem ist darauf zu achten, dass jeder mal mit seinem Vorschlag drankommt. Wie genau und „gerecht“ man das befolgen will, sollte jede Gruppe selbst entscheiden.

5. Wann, wo, wie und wie lange sollten die Treffen sein?

Das alles hängt sicher von den einzelnen Erwartungen ab. Termine am Abend oder am Wochenende sind generell gut geeignet, da dann die meisten Zeit haben. Zwei bis drei Stunden sind optimal für die Diskussion über das gelesene Buch und die Auswahl des nächsten. Virtuelle Treffen sollten etwas kürzer angesetzt werden (maximal zwei Stunden) und vor allem sollte man auf Pausen achten.

6. Wo gibt es Lesetipps?

Zunächst ist es wichtig zu fragen, was jeder gerne gelesen hat oder gerne lesen würde. Lektüretipps finden sich in den Bestsellerlisten, in Bibliotheken, Buchhandlungen, Literatursendungen, Tages- und Wochenzeitungen, Literaturwebseiten oder bei anderen Buchclubs. Manche Verlage bieten übrigens auch Hintergrundmaterial für Lesekreise an.
Tipp: Einfach ein Heft oder Büchlein anlegen, in dem alle frisch hinzugekommenen Lektüreempfehlungen gleich vermerkt werden.

Noch mehr Tipps im Web


Ein Beitrag von Irene Nadler
Communications Manager Windows & Devices

Irene Nadler, Communication Manager; Microsoft GmbH

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