Safer Internet Day 2023: Dreiviertel der Jugendlichen sind Online-Risiken ausgesetzt

Ob Hassrede, falsche Informationen oder andere gefährliche Inhalte: Viele Jugendliche haben schon Erfahrungen mit solchen Online-Risiken gesammelt. Eine neue Untersuchung von Microsoft zeigt, dass Eltern die Gefahr oft unterschätzen. Digitale Tools können helfen, die eigene Familie auch online effektiv zu schützen.  

Der internationale Safer Internet Day bringt Menschen weltweit zusammen, um für ein sicheres Internet einzutreten. In den vergangenen Jahren haben wir zu diesem Anlass den Digital Civility Index veröffentlicht, der sich mit den Umgangsformen im Internet befasst. In diesem Jahr haben wir unsere Forschung weiterentwickelt. Mit unserer neuen Studie „Global Online Safety Survey 2023: Parents‘ and Kids‘ Perceptions of Online Safety“ tragen wir dazu bei, das Internet zu einem geschützten Ort zum Arbeiten, Spielen und zum Austausch mit anderen zu machen

In unserer aktuellen Umfrage gaben 69 Prozent aller Befragten an, dass sie sich im vergangenen Jahr einem Online-Risiko ausgesetzt sahen. Weltweit gehörten Fehl- und Desinformationen sowie persönliche Risiken (wie Cybermobbing, Hassrede oder die Androhung von Gewalt) zu den am häufigsten auftretenden Risiken.  

Am seltensten seien Befragte im Vereinigten Königreich (50 Prozent) und in Deutschland (56 Prozent) mit einem Online-Risiko konfrontiert, während die Befragten in den Philippinen (86 Prozent) und in Chile (79 Prozent) am häufigsten einem Online-Risiko ausgesetzt waren. 

Eltern unterschätzen Online-Risiken ihrer Kinder

Die Untersuchung ergab, dass Jugendliche häufiger mit Online-Risiken umzugehen haben, als Eltern glauben: So geben zwar 74 Prozent der Jugendlichen an, dass sie einem Online-Risiko ausgesetzt waren. Bei den Eltern gehen jedoch nur 62 Prozent davon aus, dass ihr Kind online mit derartigen Risiken zu tun hatte. Aus den Antworten ergibt sich also ein Unterschied von zwölf Prozentpunkten. 

Zudem haben wir herausgefunden, dass Eltern die Risiken nicht nur allgemein unterschätzen – sondern das auch über alle Kategorien hinweg. Die größte Lücke zwischen den Einschätzungen der Eltern und den Antworten der Jugendlichen zu spezifischen Risiken zeigte sich bei Hassreden, dicht gefolgt von Gewaltandrohungen, Selbstmord- und Selbstverletzungs-Content sowie Cybermobbing und Missbrauch. So berichten beispielsweise 33 Prozent der Jugendlichen in Deutschland, dass sie online Hassreden erlebt haben, während nur 11 Prozent der Eltern davon ausgehen, dass ihr Kind solche Erfahrungen gemacht hat. 19 Prozent der Jugendlichen weltweit erlebten eine Gewaltandrohung, während es aus Sicht der Eltern nur elf Prozent waren. Auch beim Blick in die Zukunft machen sich Jugendliche mehr Sorgen über Gewaltandrohungen als die Eltern. Betroffene Jugendliche wollen ihre Erfahrungen mit anderen Personen teilen. Nachdem sie einem Online-Risiko ausgesetzt waren, sprachen 60 Prozent der Jugendlichen mit jemandem darüber: 71 Prozent von ihnen mit den eigenen Eltern, 32 Prozenten mit Freund*innen und 14 Prozent mit einem anderen Erwachsenen, der kein Elternteil war.  

Eltern nutzen Sicherheitstools, weil sie glauben, damit die Sicherheit ihrer Kinder online zu verbessern

Die meisten Eltern geben an, dass sie Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit ihrer Kinder im Internet zu gewährleisten. Dazu gehören, dass sie die Profile und Beiträge ihrer Kinder überprüfen, Aktivitätsberichte erhalten und regelmäßig mit ihren Kindern über deren Online-Aktivitäten sprechen. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass Eltern generell Sicherheitsfunktionen als wirksame Tools sehen, um ihre Kinder im Internet zu schützen. 65 Prozent der deutschen Eltern geben an, mindestens eine solche Funktion zu nutzen – 16 Prozent weniger als weltweit (81 Prozent). Eltern von jüngeren Kindern, die im Alter von 6 bis 12 Jahren sind, greifen dabei viel häufiger als Eltern von Teenagern auf plattformbasierte Sicherheitstools zurück und verwenden im Schnitt 4,4 Tools, während es bei Eltern von Teenagern im Durchschnitt 3,5 Tools sind. Für am effektivsten halten Eltern dabei Tools, die es ihnen ermöglichen, Freundschafts-/Follow-Anfragen zu überprüfen (71 Prozent) und Online-Ausgaben zu begrenzen (69 Prozent).  

Microsofts Einsatz für die digitale Sicherheit

Wir bei Microsoft engagieren uns seit langem für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Internet und verfolgen einen vielschichtigen Ansatz. Die diesjährige Untersuchung zeigt, dass wir weiterhin alle gemeinsam – Technologieunternehmen, Regierungen, Zivilgesellschaft und Familien – für ein besseres Internet arbeiten müssen. 

Wir setzen uns auch weiterhin dafür ein, die digitale Sicherheit im Hinblick auf vier Aspekte zu fördern: Plattformarchitektur, die Moderation von Inhalten, Kultur und Zusammenarbeit. Wir wissen, dass Sicherheit durch Design der Schlüssel zur Plattformarchitektur ist, ebenso wie der Einbau von Sicherheitsfunktionen für Familien. Und klare Sicherheitsrichtlinien in Verbindung mit konsequenten, angemessenen Maßnahmen zur Durchsetzung dieser Richtlinien sind für den Schutz der Nutzenden von größter Bedeutung. Die Teilnehmenden der Umfragen stimmen dem mit überwältigender Mehrheit zu: 85 Prozent erwarten, dass illegale Inhalte (28 Prozent) bzw. illegale und schädliche Inhalte (57 Prozent) moderiert werden. 

Die Unterstützung der Nutzenden, sichere und integrative Online-Gemeinschaften zu schaffen, ermöglicht allen eine umfassendere Teilnahme an digitalen Umgebungen. Dazu gehört auch, den Menschen dabei zu helfen, die Risiken zu verstehen, denen sie online ausgesetzt sein können, und ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie sich und ihre Familien schützen können. 

Und schließlich ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten nach wie vor von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, die Überschneidung von realen und digitalen Gefahren in Angriff zu nehmen. Deshalb waren wir stolz, Präsident Macron und das beim Pariser Friedensforum im November 2022 gegründete Childhood Online Protection Laboratory zu unterstützen. Wir werden auch weiterhin mit politischen Entscheidungsträger*innen und anderen Akteur*innen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten, um wirksame und angemessene Maßnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, das Internet zu einem sicheren Raum für alle zu machen. 

Wir verstehen, dass viele Eltern auf der Suche nach pädagogischen Ressourcen und Anleitungen sind, die ihnen dabei helfen, die Online-Sicherheit für ihre Familien zu verbessern. Daher möchten wir die folgenden Informationen bereitstellen: 

  • Resources | Microsoft Online Safety: Globale Umfrageergebnisse sowie Tipps für Jugendliche und Eltern 
  • Xbox Family Hub: Ressource für Familien zur Einrichtung eines Kinderkontos auf der Xbox sowie Informationen zu Datenschutz und Sicherheit 
  • Microsoft Family Safety: Unterstützt Familien dabei, einen gesunden Umgang mit digitalen Technologien zu entwickeln, und stellt Anleitungen und Tools bereit, um die digitale und physische Sicherheit zu gewährleisten 
  • Xbox Family Settings App: Verwalten der Aktivitäten der Kinder an der Spielkonsole 
  • Xbox Safety Guidance: Das von Xbox fortwährend weiterentwickelte Sicherheitskonzept, das neue Privacy Prodigy von Minecraft Education sowie Tipps und Tools, die Eltern mit ihren Familien beim Spielen auf Xbox nutzen können.

Wir wissen auch, dass Spiele fürs Lernen von unschätzbarem Wert sind. Daher veröffentlichen wir passend zum Safer Internet Day und als Teil der Minecraft: Education Edition mit Privacy Prodigy ein packendes, spielbasiertes Lernabenteuer für Schüler*innen im Alter zwischen 7 und 18 Jahren.   Spielende stellen sich dabei der Herausforderung, ihre Daten zu schützen, während sie sich immer weiter von zu Hause entfernen. Sie werden mit Szenarien konfrontiert, in denen sie lernen, welche persönlichen Informationen sie weitergegeben können und welche privat bleiben sollten. Privacy Prodigy ist eine Fortsetzung der CyberSafe-Reihe, die letztes Jahr mit Home Sweet Hmm ihren Anfang nahm, und wird sowohl für Minecraft Education als auch im Marketplace kostenlos erhältlich sein. 

Methodik der Untersuchung

Die Untersuchung wurde mit Hilfe einer Webumfrage unter mehr als 16.000 Eltern, Jugendlichen und anderen Erwachsenen in 16 Ländern durchgeführt.* Die Eltern wurden gebeten, über die Erfahrungen ihrer Kinder zu berichten. Allen Teilnehmenden wurden Fragen zu ihrer Wahrnehmung von Online-Erfahrungen mit zehn verschiedenen Risiken in fünf großen Kategorien gestellt. Einige der zentralen Ergebnisse aus der Studie und eine Zusammenfassung mit länderspezifischen Daten gibt es hier und in diesem englischsprachigen Blogpost. Die deutschen Ergebnisse gibt es hier zum Download.


Ein Beitrag von Courtney Gregoire
Chief Digital Safety Officer 

*Kanada, Vereinigte Staaten, Mexiko, Kolumbien, Peru, Brasilien, Chile, Argentinien, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Indien, Philippinen, Singapur, Australien. In jedem Land wurden mindestens 1.000 Interviews durchgeführt, davon jeweils 500 mit Jugendlichen und Erwachsenen.

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