DMEA 2019: „Das Zauberwort ist der Mehrwert für Patienten und Ärzte“

Bei einem Menschen wird der Blutdruck gemessen.

Vom 9. bis zum 11. April haben wir auf der DMEA in Berlin innovative digitale Gesundheitslösungen vorgestellt, die die Zukunft des Gesundheitswesens prägen werden. Das KI-basierte Projekt „Herz Held“ verbessert die Versorgung und erhöht die Überlebenschancen von Menschen mit Herzinsuffizienz.

Neue technologische Entwicklungen verändern Industrie, Wissenschaft und unseren Alltag. Insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) bietet uns völlig neue Möglichkeiten, gerade im Gesundheitsbereich: Wir können jetzt nicht nur beantworten, was oder warum etwas passiert ist, sondern gehen einen Schritt weiter und wenden uns der Frage zu, was noch passieren wird.

Moderne Technologie und insbesondere KI bietet damit zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin die Möglichkeit, die Gesundheitsversorgung von der reaktiven Therapie hin zur Präventionsmedizin zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen werden dabei Prävention, Früherkennung und Präzisionsmedizin.

Vor allem bei der Analyse großer Datenmengen kann KI eine wichtige Unterstützung sein. Deshalb haben wir es uns zum Ziel gemacht, zusammen mit unseren Kunden und Partnern eine Plattform für Lösungspartnerschafen anzubieten, die den Weg zu einem proaktiven Gesundheitssystem ebnen.

Chancen von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen

Vom 9. bis zum 11. April 2019 haben wir in diesem Rahmen gemeinsam mit unseren Partnern bei der DMEA in Berlin, Europas größter Messe für die Gesundheits-IT-Branche, sechzehn innovative digitale Gesundheitslösungen und -services vorgestellt, die die Zukunft des Gesundheitswesens prägen werden – von der digitalen Gesundheitsakte, die mit Blockchain abgesichert ist, über Therapieunterstützung durch KI bis hin zur Fernüberwachung von Vitalzeichen in Echtzeit. Eine Übersicht des gesamten Programms an unserem Stand sowie aller Partner und Lösungen finden Sie hier.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für den Einsatz moderner Technologien im Gesundheitssektor ist das Projekt „Herz-Held“, das KI aus der Microsoft Azure-Cloud und Technologie des MedTech-Unternehmens vitabook nutzt, um die Therapie von Herzpatienten zu verbessern.

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Damit wächst auch die Zahl der Menschen, die an Herzsuffizienz erkranken werden. Eine Pumpschwäche des Herzens, bei der die benötigte Menge sauerstoffgesättigten Blutes nicht gefördert werden kann.

Die Todesursache durch Herzinsuffizienz ist durch die kontinuierlich verbesserte medizinische Versorgung insgesamt leicht rückläufig, trotzdem sterben jährlich über 45.000 Patienten daran. Damit gehört Herzinsuffizienz zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

„Wir haben die große Chance, die Versorgung der Betroffenen zu verbessern und damit die Welt ein bisschen zu verändern“, sagt Dr. Olaf Göing, Chefarzt des Sana Klinikums Lichtenberg, und Vorstand der Gesellschaft für integrierte Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen e.V., auf der Messe über das Projekt „Herz Held“.

In dem gemeinsamen Pilotprojekt der kardiologischen Praxis von Dr. Jens Placke, Microsoft, vitabook und Abbott werden Befunde und Patientendaten durch eine KI auf der Azure-Plattform ausgewertet. Die Ärzte haben damit die Möglichkeit besser zu therapieren und die Patienten durch eine individualisierte Therapie eine höhere Überlebenschance.

„Wir haben endlich den direkten Rückkanal zwischen Arzt und Patient.“
Dr. Olaf Göing, Chefarzt des Sana Klinikums Lichtenberg

 „Wesentliche Voraussetzung ist, dass wir den Patienten die richtigen Fragen stellen“, so Markus Bönig, Geschäftsführer von vitabook. Nur so könnten Ärzte auch die wichtigen Antworten bekommen, die für eine individualisierte Therapie nötig sind. Bei Patienten mit Herzschwäche werden Daten zu Implantaten, Befundergebnisse, Echokardiografien und Laborwerte generiert. Daneben gibt es auch weiche Faktoren, die nur durch den Patienten selbst messbar sind: „Ob man beim Treppensteigen aus der Puste gewesen ist oder nicht, weiß man selbst immer noch am besten“, so Bönig.

Diese Vielzahl der Befunde und Daten, die vom Arzt gesammelt und über den Patienten ergänzend selbst an den Arzt übermittelt werden, werden von der KI sortiert, wodurch der behandelnde Arzt die Entwicklungen besser sehen und die Therapie daraufhin anpassen kann. „Wir haben damit endlich den direkten Rückkanal zwischen Arzt und Patienten“, so Dr. Göing. Dadurch kann Herzinsuffizienz telemetrisch gesteuert werden und die Behandlung durch die direkten Therapieempfehlungen des Arztes frühzeitig angepasst werden.

Mithilfe von KI kann man Patienten mit Herzinsuffizienz so ein lernendes und schnell reagierendes Frühwarnsystem bieten, das die Hospitalisierungsraten senken und die Überlebenschancen der Betroffenen erhöhen kann. Denn: „Das Zauberwort ist der Mehrwert für Patienten und Ärzte“, wie Dr. Göing das Ziel des Projekts treffend zusammenfasste.

Mehr zum Einsatz von KI im Gesundheitsbereich:

Bis 2030 soll die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland um 26 Prozent steigen, in Berlin sogar um 37 Prozent. Wie Künstliche Intelligenz hier helfen kann? Finden Sie es jetzt in unserer Data-Story zum Thema Pflege und KI heraus.

Fotocredit Titelbild: Rawpixel / Unsplash

 


Ein Beitrag von Till Osswald 
Industry Solution Executive Healthcare bei Microsoft Deutschland

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