Hybrid World: Diese Konzepte gibt es für eine hybride Zukunft

Nicht nur die Arbeitswelt befindet sich in einem Strukturwandel. Hybride Konzepte erstrecken sich über die verschiedensten Lebensbereiche und sind spätestens seit der Pandemie auf dem Vormarsch. Seitdem wurden Prozesse in den unterschiedlichsten Bereichen neu gedacht und die Weiterentwicklung bestehender Ansätze beschleunigt. Über viele Branchen hinweg wurde deutlich, dass die Digitalisierung große Chancen für Flexibilität, Zukunfts- und Handlungsfähigkeit bereithält und Unternehmen und Organisationen resilienter und krisenfester werden lässt. Trotz der positiven Entwicklungen ist aber klar: Unabhängig von der Branche wollen wir nicht vollständig auf die analogen Wege, direkte Kontakte zu Menschen und das Miteinander vor Ort verzichten. Und das müssen wir auch gar nicht: Die Vorteile sowohl der analogen als auch der digitalen Welt schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern gehen Hand in Hand. Wie das in verschiedenen Branchen umgesetzt wird, haben wir uns näher angeschaut.

Hybride Lehre: Mit neuen Lern-Konzepten die Zukunft gestalten

Homeschooling: Ein Kind malt unter Anleitung vor einem LaptopImmer wieder sorgte die Pandemie für leere Klassenzimmer und damit für große Herausforderungen für Lehrende, Schüler*innen und Eltern. Zwar besteht laut D21-Digitalindex 2021 eine große Einigkeit darüber, dass der digitale Schulunterricht den Unterricht vor Ort nicht vollständig ersetzen soll. Jedoch kann eine hybride Lehre, die darauf basiert, dass eine Teilgruppe von Lernenden nicht vor Ort ist, dazu beitragen, Unterricht in Schulen, Universitäten und Weiterbildungseinrichtungen inklusiver und anregender zu gestalten.

Viele Bildungseinrichtungen machen bereits vor, wie die Vorteile des Analogen und Digitalen zuasmmenfinden können: Die University of Europe nutzt Microsoft Teams als zentrale Lernplattform und setzt diese unterstützend ein um die Kommunikation zu vereinfachen, digitale Kursnotizbücher zu führen und Sprechstunden oder Breakout Rooms für Kleingruppenarbeit bereitzustellen.

An der Hochschule Düsseldorf wurden aufgrund der Pandemie auch die Prüfungsbedingungen so angepasst, dass die Teilnehmenden nicht weiter vor Ort sein mussten: Die sogenannten „Open-Book-Prüfungen“, bei denen auf Transferleistung und Problemlösung gesetzt wird, machen die aufwendige Kontrolle der zuhause verwendeten Hilfsmittel überflüssig und sind zudem eine echte didaktische Innovation.

Hybride Veranstaltungen: Live-Events für alle verfügbar machen

Messen, Workshops, Konferenzen – all das verlagerte sich in den vergangenen Monaten zunehmend in den digitalen Raum. Um die Vorteile von virtuellen Events und Live-Veranstaltungen zusammenzubringen, gingen viele Veranstalter zu hybriden Events über: Das Event findet in Echtzeit statt, Kontakt- und Interaktionsmöglichkeiten werden für alle Zuschauer*innen eingerichtet und die Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch digital möglich. Dadurch kann die Reichweite von Events erhöht und unabhängig von geografischer Entfernung erweitert werden. Auch können in Zeiten von Kontaktbeschränkung nahezu beliebig viele Teilnehmer*innen am Event partizipieren.

Für Veranstalter*innen geht diese Lösung oftmals auch mit geringeren Kosten einher, da kleinere Locations gebraucht werden und die Verpflegung für einen Teil der Gäste entfällt. Auch ergeben sich durch die Online-Angebote neue Möglichkeiten der Auswertung, da sich Teilnehmerzahlen, Partizipation und Interaktion digital genauer messen lassen. Inhalte können nach dem Event außerdem weiter genutzt werden und beispielsweise als On Demand Content für diejenigen zur Verfügung gestellt werden, die am Eventtag selbst weder vor Ort noch online teilnehmen konnten.

Tipps für erfolgreiche hybride Events gibt es hier.

Hybrid Commerce: Für individuelle Shopping-Erlebnisse

Dass der Einzelhandel sich in einer großen Umbruchphase befindet, ist bekannt. Während der Online-Handel sich über viele Jahre deutlich vom stationären Handel abgrenzen ließ, lassen sich die Geschäfte heute nicht mehr in jedem Fall trennscharf voneinander abgrenzen. Dies beginnt bereits beim Bezahlvorgang: Hybride Ansätze mit einer Kombination aus Self-Checkout und traditionellen Kassen sind längst keine Seltenheit mehr. Darüber hinaus trägt die zunehmende Einführung von „Click&Collect“-Modellen, also der Bereitstellung einer Online-Bestellung zur Abholung, zu Effizienz und Kostenersparnis im Handel bei. Bei der zukunftsgerichteten Entwicklung der Branche spielt aber auch der Erhalt der Flächenproduktivität eine zentrale Rolle: Da sich die Umsätze des Einzelhandels zunehmend ins Netz verlagern, wird der Umsatz pro Quadratmeter zu einem wichtigen Gradmesser. Um diese auf einem gewinnbringenden Level zu halten, wird im hybriden Handel vermehrt auf den Rückbau von Verkaufsflächen gesetzt: Die sogenannten „Microwarehouses“ etwa, in denen Teile der Fläche als Warenlager dienen und die auf die Abholung von vorab getätigten Online-Bestellungen optimiert sind, können eine höhere Effizienz und eine vereinfachte Bestandsführung vorweisen.

Mehr Beispiele für Konzepte des stationären Handels der Zukunft findest du hier.

Hybrid Banking: Vertrauensvolle Beratung und Flexibilität vereint

Gerade wenn es um die Finanzen geht, stehen die vertrauensvolle Beratung und ein verlässlicher Service an erster Stelle. Gleichzeitig wird die zeitliche und räumliche Flexibilität sowie eine schnelle Abwicklung von Transaktionen für Bankkund*innen immer wichtiger. Insbesondere durch den Markteintritt von Neo- und Digitalbanken stehen traditionelle Banken unter einem großen Veränderungsdruck. Durch das Einsparen von Betriebskosten können diese nämlich oftmals sehr agil, schnell und kundenzentriert operieren und die Finanzdienstleistungen zudem häufig kostengünstig anbieten.

Online-Banking ist längst Standard: 97 Prozent der Bankkund*innen zwischen 16 und 29 Jahren wickeln ihre Zahlungen online ab. Von den Personen über 65 Jahren sind es im Jahr 2021 immerhin 39 Prozent, wie eine Studie der Bitcom ergibt – im Vorjahr waren es in dieser Altersgruppe noch 22 Prozent. Bei Beratungen setzt aktuell noch ein großer Teil der Befragten auf den Service vor Ort. Dennoch haben 7 Prozent schon mal eine Beratung per Videocall in Anspruch genommen. Um für alle Zielgruppen einen verlässlichen Service bieten zu können ist ein hybrider Ansatz bei Finanzdienstleistern also nicht wegzudenken: Analoge und digitale Angebote sowie Online- und Offline-Service sind Teil des Gesamtangebots, aus dem die Kund*innen flexibel wählen können.

Sicher ist, dass ein Großteil der Kundeninteraktionen in Zukunft auch in der Finanzbranche durch intelligente Technologien geprägt sein wird. Wie die Kundenbindung dann am besten gelingt, zeigen wir in unserem Whitepaper zur Digitalisierung der Kundenschnittstellen in der Versicherungs- und Finanzbranche anhand von Best-Practice-Beispielen.

Hybrid Work: Gekommen um zu bleiben

Wie wichtig Resilienz und Flexibilität für Unternehmen sind, zeigte uns die schwankende Pandemielage deutlich: In Kürze mussten neue Wege der Kommunikation und Kollaboration gefunden, Geschäftsmodelle angepasst und Mitarbeiter*innen mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden. Der individuelle Wechsel zwischen Büroarbeit und Homeoffice sowie die Wahl eines flexiblen Arbeitsorts werden häufig als Gewinn verbucht, der aus der Pandemie im Hinblick auf die moderne Arbeitswelt entstanden ist. Nach vielen Monaten im Homeoffice hat sich ein Großteil der Beschäftigten an die Vorzüge des flexiblen Arbeitens gewöhnt und wünscht sich auch langfristig ein hybrides Konzept mit einem Mix aus Bürotagen und Homeoffice.

Um Menschen, Orte und Prozesse in einer hybriden Arbeitswelt miteinander zu verbinden, müssen verschiedene Aspekte Beachtung finden: Begonnen bei einem modernen Arbeitsplatz, der die Vernetzung der dezentral arbeitenden Belegschaft ermöglicht, bis hin zu einer Unternehmenskultur, die auf Vertrauen und Flexibilität basiert und die stetige Weiterbildung sowie den Aufbau digitaler Kompetenzen fördert. Auch benötigen Unternehmen eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie, die auf die Herausforderungen des ortsunabhängigen Arbeitens zugeschnitten ist. Auch bei Microsoft setzen wir auf ein hybrides Arbeitsmodell, also die Kombination aus mobilem und bürobasiertem Arbeiten, bei dem Beschäftigte selbst wählen, wie, wann und wo sie arbeiten möchten. Wir fördern eine darauf ausgerichtete Arbeitskultur, stärken die digitalen Kompetenzen und rüsten Mitarbeiter*innen mit den richtigen Arbeitsgeräten aus.

Chancen der hybriden Welt ergreifen

Trotz großer Herausforderungen ist es uns gelungen, mithilfe digitaler Tools vielen Bereichen unseres Alltags auch während der Pandemie nachgehen zu können. Jetzt gilt es, die daraus entstandenen Chancen zu ergreifen, den Digitalisierungsschub zu nutzen und das digitale Deutschland mit Innovationskraft zu gestalten.

Denn auch wenn wir uns einig sind, dass persönliche Begegnungen, der menschliche Kontakt und direkte Interaktion unersetzbar sind, bietet die hybride Welt große Chancen für eine verbesserte soziale Teilhabe und Inklusion: Wo die Präsenzpflicht den digitalen Möglichkeiten weicht, können Menschen unabhängig von der eigenen Mobilität und Flexibilität partizipieren. Um das sicherzustellen, muss auch die hybride Welt auf Vielfalt ausgelegt sein: Barrierefreiheit sowie der gezielte Einsatz von unterstützender Technologie, die die Partizipation für alle ermöglicht, indem sie Konversationen und Prozesse zugänglich macht, müssen während der Gestaltung der digitalen Transformation von Grund auf mitgedacht werden.

Mehr zu den Chancen digitaler Technologien für mehr Teilhabe findest du hier.

 


Ein Beitrag von Kim Pohlmann
Trainee Business Communications Modern Work & Modern Life

Profilbild Kim Pohlmann, Working Student Business Communications

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